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Solche Duelle wird es heuer nicht mehr geben: Laura Magdalena Strauss, Julia Kerscher, Miriam Deuschle und Johanna Christofori (v. l.) müssen auf die nächste Partie zwischen Taufkirchen und Altenerding auf 2021 warten.

Reaktionen aus Altenerding, Taufkirchen und Wartenberg

Heuer kein Handball mehr - „Wir brauchen gesunde und fitte Spieler“

  • Dieter Priglmeir
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Die Erdinger Handballvereine zeigen Verständnis für die verlängerte Liga-Pause

VON DIETER PRIGLMEIR UND BERND HEINZINGER

Erding – Für Andrea Angermaier, Torjägerin der Wartenberger Handballerinnen, kam die Entscheidung nicht überraschend. „Das ist die logische Konsequenz. Die Erklärung des Handballverbands ist schlüssig. Wenn man jetzt nicht trainieren kann, wie soll man dann im Dezember wieder spielen?“

Das Präsidium des Bayerischen Handball-Verbands (BHV) hat beschlossen, den Spielbetrieb für den Rest des Jahres auszusetzen. „Ohne ausreichende Vorbereitung wäre ein Spielbetrieb im Dezember nicht verantwortbar“, heißt es in einem Schreiben an die Vereine. Der BHV versicherte aber auch: „Wir haben weiterhin das Ziel, ab Januar, wenn es die Infektionslage zulässt, den Spielbetrieb 20/21 wieder aufzunehmen.“ In welcher Form das möglich sein wird, darüber würden die entsprechenden Gremien beraten. Der Auf- und Abstieg im Erwachsenenspielbetrieb sowie die Qualifikation für die Saison 2021/22 im Jugendbereich seien von zentraler Bedeutung. Nach der Freigabe der Politik werde der Spielbetrieb erst nach vierwöchigem Training aufgenommen, versichert der BHV.

„Wir haben intern schon darüber gescherzt, dass es so kommen wird.“ Nadi Özdemir, den Sportlichen Leiter Altenerdings, überraschte die Nachricht keineswegs: „Es konnte auch keine andere Entscheidung geben. Ohne Training im November hätten wir nicht gleich wieder spielen können.“ Angesichts der steigenden Corona-Zahlen sei es absolut vernünftig.

Die Hoffnungen der SpVgg ruhen nun darauf, dass die Handballer im Dezember zumindest wieder für die Trainingseinheiten in die Halle dürfen: „Ob das klappt, darüber kann man nur spekulieren“, betont Özdemir. Dann hätte man eine „Quasi-Vorbereitung“ für einen möglichen Wiederstart der Saison im Januar. Zeitlich wäre dann wohl nur eine Halbserie möglich, was ihm nicht unbedingt gefallen würde: „Das bedeutet durchaus eine Wettbewerbsverzerrung. Vielleicht wäre es besser, die Saison ad acta zu legen und noch einige Freundschaftsspiele anzusetzen.“ Zumindest sollte man auf Auf- und Abstiege verzichten.

Ohne Training und ohne Hallen wäre eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs einfach nicht möglich gewesen, das sagt Taufkirchens Abteilungsleiter Gerhard Mühlenbeck: „Daher ist die Entscheidung total vernünftig, besonders wegen der weiter steigenden Corona-Zahlen.“

Diese bedeute trotzdem eine große Enttäuschung für die jungen Spieler der Herrenmannschaft, die nach dem Aufstieg unbedingt ihr Können zeigen wollten. Trotz der Pandemie habe man im Kinder- und Jugendbereich zuletzt großen Zulauf gehabt, so Mühlenbeck: „Der Nachwuchs ist natürlich ebenfalls megaenttäuscht, dass es jetzt nicht weitergeht.“ Er glaube auch nicht, dass es im Januar weitergeht. „Ein Abbruch der aktuellen Saison ist wahrscheinlich.“ Vielleicht starte der Verband noch einmal einen Versuch wie Anfang Oktober: „Der wird aber wieder genauso enden.“ Die Hoffnung besteht, wenigstens bald wieder trainieren zu dürfen, um die Sportler, vor allem im Nachwuchsbereich, wenigstens halbwegs motivieren zu können, beim Handball zu bleiben.

Auch Wartenbergs Trainer Andreas Adelsberger hat Verständnis für die längere Spielpause. Die Verletzungsgefahr würde ohne Training extrem ansteigen. „Der BHV hat darauf wert gelegt, dass das eben nicht passiert. Wenn sich nämlich in dieser Zeit dann zu viele Spieler verletzen würden, hätte das ja auch Auswirkungen auf den hoffentlich im Januar startenden Spielbetrieb. Und weil wir unseren Handballsport ja alle lieben und auch leben wollen, braucht man gesunde und fitte Spieler.“ Dennoch sei natürlich jeder unglücklich, seinen Sport nicht ausüben zu dürfen.

Bis Ende November seien seine Spielerinnen auf sich alleine gestellt, sich fit zu halten. „Es gibts viele Möglichkeiten online an Programmen teilzunehmen.“ Zudem habe der TSV einen guten Kontakt zu Personaltrainer Manuel Kurreck, der auch in dieser Zeit ebenso Online- Kurse anbietet. Adelsberger: „Wir hoffen natürlich, dass wir dann ab Dezember wieder in der Halle Trainieren dürfen.“

Ein Termin dürfte dick im Wartenberger Kalender stehen. Am 16. Januar soll das Derby gegen den TSV Taufkirchen steigen.

Özdemir: Wohl nur Halbserie möglich

Derby soll im Januar steigen

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