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Wir sind die Nummer eins! Deutscher Mannschaftsmeister wurde der EC Sassbach mit Thomas Elsenberger (M.) sowie (v. l.) Markus Reschauer, Werner Anetzberger, Mathias Kobler und Christian Reschauer. 

Sieg im Finale dahoam

Stocksport: Elsenberger wird mit Sassbach Deutscher Meister

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Als der letzte Schuss gesetzt war, kannte der Jubel bei den Eisstockschützen des EC Sassbach keine Grenzen mehr.

Sassbach/Hörlkofen – Als der letzte Schuss gesetzt war, kannte der Jubel bei den Eisstockschützen des EC Sassbach keine Grenzen mehr. Die Mannschaft um Thomas Elsenberger hatte den Favoriten EC Grub im entscheidenden dritten Finalspiel mit 25:19 Punkten geschlagen und damit die Deutsche Meisterschaft geholt. Der Hörlkofener freute sich, dass er bereits zum zehnten Mal ganz oben auf dem Stockerl war. Siebenmal wurde er Einzelsieger, dreimal gewann er mit der Mannschaft den deutschen Titel. „Aber es war mein erstes Finale dahoam, das ich gewonnen habe“, erzählt Elsenberger begeistert.

Tags zuvor im Einzel hatte er sich noch maßlos geärgert. Bis zum letzten Schuss war er auf Medaillenkurs, dann rutschte sein Stock um zwei Zentimeter ins Aus, und er wurde Vierter (wir berichteten). „Aber zum Nachsinnieren war nicht viel Zeit“, schildert der 45-Jährige seinen Gemütszustand, denn kurz danach begann der Mannschaftswettbewerb, „und da musst schauen, dass du den Scheiß schnell wieder aus dem Kopf bringst“. Und das gelang.

Der Start verlief recht verheißungsvoll, denn zum Auftakt gewannen die Sassbacher Werner Anetzberger, Thomas Elsenberger, Mathias Kobler, Christian und Markus Reschauer mit 18:6 Punkten gegen den Mitfavoriten EC Gerabach. Der TV Neuenstadt war dann kein echter Gegner (27:3), ehe gegen den EC Regen ein hart umkämpftes 15:9 gelang, das Elsenberger mit einem „ganz wichtigen Schuss zum Schluss“ besiegelte. Das war schon die halbe Miete in der Qualifikationsrunde, denn es folgten zwei leichte Gegner mit dem ESC Langenargen (20:3) und dem EC Bad Nauheim (44:0).

Holpriger Start in den zweiten Tag

Der zweite Wettkampftag begann aber dann gar nicht gut für den EC Sassbach. Gegen den FC Penzing verlor der Gastgeber 8:20. „Also gegen die verlieren wir immer. Ich glaube, die könnten ihre Dritte schicken und wir verlieren“, meint Elsenberger kopfschüttelnd. „Die lachen schon, wenn sie uns kommen sehen.“ Das folgende 7:19 gegen den EC Altwasser Windorf war dann allerdings nicht einkalkuliert. „Damit war unser Vorteil erst einmal dahin, den wir uns am ersten Tag erarbeitet hatten“, erzählt der 45-Jährige.

Es folgten anschließend Pflichtsiege gegen Eintracht Frankfurt (23:3), den RSV Büblingshausen (27:3) und den ESC Stuttgart-Vaihingen (25:3) sowie ein wichtiger 15:11-Erfolg gegen den direkten Konkurrenten EC Blau-Weiß March, den Bundesliga- und Europacup-Sieger. Gegen Tabellenführer EC Grub gingen die Sassbacher danach zwar mit 3:25 Punkten unter, „aber das war letztlich nicht so wichtig“, sagt Elsenberger, hatte sein Team doch noch ein kleines Polster auf Rang fünf.

Sassbach feiert danach zwei 33:3-Sieg gegen die Auswahl Region Nord sowie den EC Krefeld und war damit bereits im Halbfinale, wobei sich die letzten drei Minuspunkte beinahe gerächt hätten. „Wir wollten Zweiter werden“, berichtet der Hörlkofener. So aber hatte der punktgleiche EC Gerabach noch die Chance, von den Stockpunkten her noch an Sassbach vorbeizuziehen. „Wir mussten von draußen zuschauen und waren zur Untätigkeit verdammt“, schildert Elsenberger die entscheidenden Minuten. Weil Gerabach aber nur 17:13 gegen Krefeld gewann, blieb Sassbach Zweiter. „Damit hatten wir schon eine Medaille sicher, und außerdem hatten wir uns damit für den Europa-Cup im November qualifiziert.“

Mit diesem Gefühl, ihr Ziel eigentlich schon erreicht zu haben, landeten die Gastgeber dann einen überraschenden 16:12-Sieg gegen den EC Grub, der die Qualifikationsrunde mit 27:1 Punkten ungeschlagen abgeschlossen hatte. Den entscheidenden Schuss setzte Elsenberger. Den Grubern reichte anschließend jedoch ein 13:13 gegen Gerabach, um sich aufgrund der besseren Vorrundenplatzierung doch noch fürs Finale zu qualifizieren.

Das verlief dann richtig spannend und erinnerte Elsenberger „ans Finale 2006, als wir auch zuerst 3:17 verloren, dann die beiden nächsten Spiele gewonnen und ihnen den Titel abgenommen haben“. Wie damals ging Spiel eins an den Favoriten Grub (14:6), was die Sassbacher aber nicht aus der Ruhe brachte. „Wir haben schon früher einige erfolgreiche Aufholjagden gestartet“, erinnert sich der Hörlkofener. Und so auch diesmal. Spiel zwei ging hoch mit 19:5 Punkten und das entscheidende dritte Match mit 25:19 Punkten an Sassbach.

Fans mit Tränen in den Augen

„Von den 18 letzten Spielen gegen Grub haben wir 15 gewonnen, das ist so, wie wenn Penzing gegen uns spielt“, meint Elsenberger, der von einem „verdienten Sieg“ seiner Mannschaft sprach, denn: „In den Momenten, wo es knapp wurde, haben wir unsere beste Leistung abgerufen.“ Beeindruckend sei gewesen, wie die zahlreichen Sassbacher Fans, die eine super Stimmung gemacht hatten, den Titel gefeiert haben. „Gerade die älteren hatten echt Tränen in den Augen, dass es tatsächlich mit dem Sieg beim Finale dahoam geklappt hat.“

Wolfgang Krzizok

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