Das hätte sich Elsenberger anders vorgestellt: Bei der „WM dahoam“ in Regen hat sich der Stockschütze zwar fürs Finale im Zielschießen qualifiziert, aber seine Medaillenchancen sind nur minimal.
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Viel Einsatz, zu wenig Ertrag: Thomas Elsenberger war mit der Qualifikation nicht zufrieden.

Hoffnung auf die Teamwertung

In einer Minute alles verspielt: Elsenberger geht nur als Siebter ins WM-Finale 

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Das hätte sich Elsenberger anders vorgestellt: Bei der „WM dahoam“ in Regen hat sich der Stockschütze zwar fürs Finale im Zielschießen qualifiziert, aber seine Medaillenchancen sind nur minimal.

Hörlkofen/Regen – Das hätte sich Thomas Elsenberger doch etwas anders vorgestellt. Bei der „WM dahoam“ im niederbayerischen Regen hat sich der 45-jährige Stockschütze aus Hörkofen zwar fürs Finale im Zielschießen qualifiziert, aber seine Medaillenchancen sind nur noch minimal.

„Ah, das war nix“, meinte Elsenberger nach der Qualifikation. Er ist zwar im Endkampf dabei, aber Platz sieben bei 47 Punkten Rückstand auf Rang eins sind eine zu große Bürde. Auch wenn er im Laufe seiner Laufbahn schon die eine oder andere furiose Aufholjagd gestartet hat.

„Das Eis war unberechenbar“

„Das Einspielen war ganz gut, es hat auch alles gepasst“, erzählt Elsenberger, „und ich bin auch mit einem Zehner ganz gut reingekommen“. Der letzte Schuss im ersten Durchgang war auch ein Zehner, mit 46 Punkten lag der Hörlkofener gut im Rennen. „Das Eis war sehr bucklig und ein bisschen unberechenbar“, berichtet der Hörlkofener. Er habe hin und her überlegt, welche Platte er unter seinen Stock schrauben solle, habe sich dann für die graue entschieden, setzte dann aber einen Schuss „komplett daneben“. Gleich beim nächsten Schuss „waren wieder fünf Punkte weg, und so war in einer Minute alles vorbei“. 143 Punkte seien für seine Verhältnisse „eher unterirdisch“ gewesen. Auf der anderen Seite hat Stefan Zellermayer vom TSV Hartpenning „einfach überirdisch gespielt“, sagt der Hörlkofener. „Der hat mir auf vier Schuss 32 Punkte abgenommen.“ Zellermayer habe unter anderem in einem Durchgang vier Zehner hingelegt. „Das hatte der zuvor noch nie geschafft. Der hat einfach einen Lauf.“ Der Führende aus Hartpenning steht bei 371 Punkten. Auf Rang zwei folgt der Österreicher Thomas Fuchs mit 365 Zählern. „Der war auch schon Weltmeister“, weiß der Hörlkofener, der dann die Platte gewechselt hatte, „aber das hat auch nicht so gepasst“. Wie auch immer: „Hinten raus 181 Punkte – das war dann eh noch ein gutes Ergebnis“, stellt er fest und hadert immer noch mit dem ersten Durchgang. „Da habe ich mir alles kaputt gemacht – der Rest war in der Norm.“

Fünfter Platz realistisch

Am Ende lag Elsenberger mit 324 Punkten auf Rang sieben, hatte sich aber dennoch fürs Finale qualifiziert, „in das heuer sogar zwölf Mann eingezogen sind, das hab ich gar nicht gewusst“, gibt der 45-Jährige zu. Dass die Plätze eins und zwei weg sind, ist ihm klar. Den Bronzerang halten punktgleich die Italiener Josef Aichner und Matthias Taxacher mit 353 Zählern. „Realistisch ist der fünfte Rang“, sagt Elsenberger. Dort steht sein Landsmann Manuel Schmid mit 350 Punkten, der vor Franz Roth aus Österreich liegt (345). „Vorne sind nur zwei Planleger, die anderen sind Wabbler, die sind nicht mehr zu erwischen“. stellt der Hörlkofener fest. „Nur wenn ich 190 schießen würde, wäre eventuell noch was drin.“

Ehe es aber heute um 14.30 Uhr ins Einzel-Finale geht, muss sich Elsenberger um 10.30 Uhr in der Teamwertung mit der deutschen Mannschaft bewähren – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Die hätten für Freitag und Samstag rund 2000 Karten verkaufen können, aber wegen Corona lassen sie jetzt gar keinen Zuschauer mehr rein“, berichtet Elsenberger enttäuscht. „Das ist echt so schade.“ Aber so müsse man halt versuchen, in der leeren Halle eine Medaille zu holen – und die Chance sei durchaus vorhanden. Er erwartet einen harten Zweikampf mit Österreich, doch dürfe man auch Italien und Brasilien nicht unterschätzen. Die Schweizer und die Tschechen könne er nur sehr schlecht einschätzen. „Ich muss halt schauen, dass ich auf die österreichischen Wabbler nicht zu viel verliere“, sagt Elsenberger. „Dann sollte eine Medaille drin sein.“ Und wenn das klappt, vielleicht gibt das ja für den Einzelwettbewerb dann noch einen Schub.

Wolfgang Krzizok

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