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 Emma Winter (r.) hatte allen Grund zur Freude. 

Kickboxen: Gold und Silber bei den Europameisterschaften

Hohenpoldingerin Emma Winter ist  Europameisterin

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Der Kickboxverein Erding jubelt über Gold und Silber bei der EM in Györ.

Györ/Erding– Der Ausflug nach Ungarn hat sich für den Kickbox-Verein Erding geholt. Emma Winter wurde Juniorinnen-Europameisterin im Vollkontakt bis 65 kg. In der  Gewichtsklasse bis 60 Kg gewann Reza Rezaei Silber bei den Junioren.

Winter war ohne Vorkampf ins Finale gekommen. Gegen Kamila Dusz wurde sie sofort warmgeklopft. Die Polin begann mit einem wahren Schlagfeuerwerk, nutzte dabei auch ihre größere Reichweite, doch Winter steckte das alles weg. „Emma ist ein Kampftier“, sagt Karl-Heinz Klupp, Vorsitzender des KBV Erding. „Sie arbeitet sich in diesen Fight rein.“ Und in der Tat wurde die 18-jährige Hohenpoldingerin immer stärker. Mitte der zweiten Runde drehte sie den Spieß um und bearbeitete ihre Kontrahentin, die prompt angezählt wurde, sich aber in die Pause retten konnte.

In der letzten Runde begann die Polin, die im Vorjahr WM-Dritte war wieder forsch, aber nicht mehr so zielstrebig. Winter ging nicht ins volle Risiko, aber ihre Treffer wirkten – vor allem ihre Frontkicks, die sie sich in der Vorbereitung bei Weltmeisterin Julia Irmen abgeschaut hatte. Als Dusz erneut angezählt wurde, entspannten sich auch die Züge von Nationaltrainer Peter Lutzny, der seine Schützling immer wieder nach vorne trieb. Beim Schlussgong war klar: Die Abiturientin hatte den Kampf gewonnen.

„Wir hatten damit gerechnet, dass meine Gegnerin mit übertrieben viel Druck beginnt. Deshalb haben wir auch in der Vorbereitung sehr viel an der Kondition gearbeitet. Diese Arbeit sowie die Frontkicks, die ich mit Julia geübt habe, und die harten Fauststöße haben den Ausschlag gegeben.“

Knapp 20 Minuten später stieg Reza Rezaei in den Ring. Für den 18-jährigen Flüchtling aus Afghanistan war es bereits der dritte Kampf. Im Viertelfinale hatte er sensationell den englischen Favoriten Bains-Doyle bezwungen. Noch enger war die Kiste gegen den Russen Sergej Senich im Halbfinale. Gegen dessen Landsmann Adam Aliev war dann im Finale Endstation.

Rezaei fand kein Mittel gegen den technisch beschlagenen und flinken Russen. Der 18-jährige KBV-Boxer brauchte lange, bis er die richtige Schlagdistanz fand. Sein Gegner war sich seiner Sache schnell sicher, kämpfte ohne Deckung und landete auch im Rückwärtsgehen noch wirkungsvolle Treffer.

„Der hat ein sehr gutes Auge“, meinte auch KBV-Chef Klupp. Rezaei gab nicht auf, doch mehr als ein paar Fußfeger waren es letztlich nicht. Laut Nationaltrainer Lutzny war der Kampf dennoch lange offen. „Reza hatte bis Mitte der dritten Runde nur einen knappen Punkterückstand. Als er aber volles Risiko ging, hat ihn der Russe eiskalt ausgekontert.“

„Vielleicht haben Reza nach den harten zwei Kämpfen auch die letzten Reserven gefehlt“, mutmaßte auch Klupp. Und Lutzny gab sich zuversichtlich, dass sich die beiden Finalisten noch öfter auf diesem internationalen Niveau treffen werden. Die beiden zeigten sich stolz auf den jungen Kämpfer ist. Schließlich kehrt Rezaei mit einer Silbermedaille zurück nach Erding, wo er ab nächster Woche wieder beim KBV auf der Matte stehen wird – am Abend, denn tagsüber macht er gerade seine Lehre als Automechaniker.

Beide EM-Helden sind übrigens auch beim Herbstfestkampf am übernächsten Sonntag gegen Oslo zu sehen.

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