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Rodeln statt Ski alpin: Franziska Widl war  in Sudelfeld.

Umfrage unter Athleten und Sportfunktionären

Hüftgold statt Medaillen? Wie Erdings Sportler ihr Gewicht halten - oder auch nicht

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Pandemie und Festtage: Sportler verraten uns, ob und wie sie ihr Gewicht halten

 ErdingDie Sportmöglichkeiten sind derzeit wegen der Corona-Pandemie ohnehin schon enorm eingeschränkt Und jetzt kam überraschend auch noch Weihnachten. Macht sich das schon auf den Hüften bemerkbar? Und was tun sie dagegen? Wir haben uns bei Sportlern und Funktionären umgehört.

Ramona Hartinger: Mehr Bewegung

„Das normale Training ist bei mir tatsächlich viel weniger geworden“, gesteht Ramona Hartinger. Die Sportaerobicturnerin trainiert mit ihren Teamkolleginnen der TSG Pastetten online. „Aber das ist nicht so viel wie in der Halle.“ Aktuell seien es wöchentlich drei 90-Minuten-Einheiten. Sie ist aber alles andere als eine Stubenhockerin. Sie gehe große Runden mit ihren Hunden und sei als Freizeitreiterin täglich bei ihrem Pferd. „Dadurch hält sich der Speck auf der Hüfte zurück, und ich habe noch nicht zugenommen“, erzählt Ramona Hartinger. Ihr Fazit: „Ich bewege mit derzeit mehr als vor der Pandemie. Was aber total fehlt, ist das intensive Training, und das Krafttraining kommt auch deutlich kürzer. „Standspagat und Spagatsprünge in der Wohnung sind doch eher schwierig.“

Tobias Stangl: Zwei Kilo sind kein Problem

Keine Sorge vor dem Hüftgold hat Tobias Stangl. „So schnell geht das nicht, dass ich da zunehme an den Hüften oder sonst wo“, sagt der Sportliche Leiter des TSV Isen, gibt aber zu. „Es ist schon eine brutale Esserei an Weihnachten, und trinken tut man ja auch was, und das ja auch nicht wenig um die Zeit.“ Ein oder zwei Kilo könnten es in den nächsten Tagen schon werden, „aber das geht ja persönlich bei mir sehr schnell, dass ich das wieder unten habe“. Seine drei Kinder halten ihn auf Trab, und er fügt hinzu: „Wenn ich noch regelmäßig Sport treiben würde, dann würde ich gar nichts zunehmen.“

Armin Feckl: Erstes Joggen am Neujahrstag

„Täglich Kräftigungs- und Stabilisationsübungen“ – das ist das Programm von Fußballer Armin Feckl, Spielertrainer des FC Inning. Ansonsten legt er die Füße hoch – zumindest noch. „Joggen geht bei mir immer am Neujahrstag los“, so Feckl.

Toni Scheckenhofer: Genussvolle Freizeit

Etwas länger könnte es bei Toni Scheckenhofer bis zum ersten Lauf dauern. „Ich genieße die ruhige Zeit“, sagt der Fußballchef des FC Schwaig. „Ich habe schon länger zu viel auf den Rippen, weil ich einfach zu gerne esse und mir das Bier schmeckt. Zunehmen tut man ja nicht zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten.“ Er sei froh, dass er normal zur Arbeit gehen kann. „Da bin ich genug unterwegs und habe ein bisschen Bewegung.“

Michael Fugmann: Der 1000-Kilometer-Läufer

„Mei, mein Gewicht ist seit 20 Jahren eine Berg- und Talfahrt“, meint Michael Fugmann schmunzelnd. Im Dezember habe ihn der Virus ausgebremst. „Gott sei Dank blieb ich ohne Symptome“, sagt der Fußball-Spielertrainer des FC Lengdorf 2. Insgesamt sei er aber heuer so aktiv wie nie gewesen. Er sei heuer schon über 1000 Kilometer gelaufen und bald 4000 Kilometer geradelt.

Franziska Widl: Rodeln, Bergsteigen, Skitouren

Ein sportlicher Tausendsassa ist Franziska Widl. Doch jetzt? „Oh, ja“, gesteht die Skifahrerin und Fußballerin, „bei mir macht es sich an den Hüften bemerkbar, vor allem während der Weihnachtszeit mit gutem Essen und selbst gemachten Plätzchen.“ Dass es „seit Ewigkeiten kein Fußball gebe“, vermisse sie schon sehr – wegen der sozialen Kontakteund der Bewegung“. Skifahren sei ja ebenfalls unmöglich, deshalb biete die Skiabteilung des FC Lengdorf donnerstags über Zoom Konditionstraining an. „Da machen alt und jung mit. Wir sind oft 20 Leute“, erzählt sie. „Ich war in letzter Zeit sehr viel Bergsteigen mit Freunden, egal ob zum Sonnenaufgang – sehr zu empfehlen – oder tagsüber.“ Und am Sonntag sei sie erstmals mit der Familie in Sudelfeld rodeln gewesen. „Ich versuche jeden Tag, an die frische Luft zu kommen.“

Liel Kirst: Pfunde sind nicht das Problem

„Mir persönlich geht die Bewegung sehr ab“, sagt Liel Kirst vom TSV Isen. Allerdings wirke sich das weniger auf das Körpergewicht aus „als auf andere Wehwehchen und die Psyche. Der Bewegungsmangel macht sich bei mir vor allem durch Kopf- und Nackenschmerzen, ständige Müdigkeit und wenig Energie bemerkbar. Man merkt einfach, dass dem Köper etwas fehlt“. Zu Beginn des Lockdowns sei sie noch sehr motiviert gewesen, sich mit Home-Workouts fit zu halten. „Das hab ich dann auch täglich für drei Wochen durchgezogen, doch alleine macht es einfach wenig Spaß“, erklärt die Volleyballerin, warum diese Motivation dann wieder nachgelassen habe. Seit Sommer war ich nicht mehr wirklich aktiv bis auf unsere Zoom-Workouts mit der Mannschaft.“ Da habe man schon gemerkt, dass die Kondition stark nachgelassen habe. Das sei schade, „aber die Eigeninitiative reicht da bei mir leider nicht so aus. Und natürlich ist das eigentliche Volleyball-Training in der Halle viel fordernder, effektiver und vor allem um Welten spaßiger. Das Zusammenkommen mit der Mannschaft fehlt mindestens genauso wie die Bewegung.“

Matthias Kurz: Die Fitness eines Malers

„Über Weihnachten nimmt jeder mit dem vielen Essen ein wenig zu“, vermutet Matthias Kurz, fügt dann aber sicherheitshalber hinzu: „Denke ich zumindest...“ Aber ansonsten halte er sich schon mit Kräftigungs- und Stabilitätsübungen und Läufen fit. „Übrigens bin ich ja im Familienbetrieb als Maler immer auf den Beinen, und heuer kam dann noch der eigene Hausbau dazu, weshalb mein Bewegungspensum trotz Corona nicht unbedingt eingeschränkt war“, sagt der Spielertrainer des FC Erding 2.

Florian Leininger: Plan gilt ab 2. Januar

Florian Leininger wiederum gibt sich keinen Illusionen hin. „Es macht sich definitiv bemerkbar.“ Damit meint er aber wohl eher Weihnachten als Corona, denn der Bucher Fußballtrainer kündigt schon mal an: „Ab dem 2. Januar werden die Kilos bekämpft. Jeden zweiten Tag Sport und ein detaillierter Ernährungsplan stehen dann auf dem Programm. Bis zum 2. Januar mag ich davon aber nichts hören oder sehen.“

Manfred Slawny: Mehr Läufe, weniger Feiern

Wenigstens einen kleinen Vorteil hat der Lockdown für Manfred Slawny: „Heuer ist es deutlich leichter, das Gewicht zu halten, weil die vielen Weihnachtsessen und Feiern zusätzlich ausgefallen sind. Da gab es noch eine Ente oder ein Steak zusätzlich.“ Der Vorsitzende des SC Moosen bleibt mit Spaziergängen und Läufen („je nach Wetterlage“) aktiv. „Gestern habe ich einen der zehn wunderschönen Wanderwege Taufkirchens mit meiner Frau absolviert. Der Weg heißt ,Auf der Sunnaseiten’.“

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