+
Mit diesem Brettl sind zwei Snowboarderinnen zur olympischen Medaille gefahren. Stolz präsentiert Josef Loipführer seine Kreation.

Josef Loipführer aus Wambach

Brettlschmiede für olympisches Edelmetall

Die Nation ist stolz auf die Leistungen unserer Olympioniken. Entscheidend im Medaillenkampf ist auch das Material der Athleten. „Das muss 100 Prozent passen“, sagt der Wambacher Snowboard-Hersteller Josef Loipführer. Mit seinen Boards holte Deutschland Silber und Bronze.

Wamba ch – Die Freude war riesengroß in der Pampa im östlichen Landkreis. Josef Loipführer verfolgte zuhause in Wambach am Fernseher, wie Selina Jörg (Silber) und Ramona Theresia Hofmeister (Bronze) im Parallel-Riesenslalom mit seinen Boards zu olympischen Medaillen carvten. „A super Gschicht: Vor 20 Jahren wurde Snowboarden in Nagano erstmals olympisch. Damals holte die Heidi Renoth die erste deutsche Silbermedaille. Und jetzt gab’s wieder Silber – mit meine Brettl“, sagt Loipführer begeistert.

Dickes Lob für den Wambacher gab es, wie berichtet, schon im vergangenen Jahr, als das südkoreanische Snowboard-Nationalteam bei dem Snowboard- und Rennski-Spezialisten auf dem Weg ins finnische Trainingslager vorbeischaute, sich mit Material eindeckte und die Bretter schleifen ließ. „Sepp is the very best of the World“, lautete damals das Urteil der Delegation.

Nichts für Normalsterbliche

„Ski Sport Loipführer“ ist ein ausgewiesener Experte in Sachen Ski-Sport. Neben seinem Geschäft entwickelt der 61-jährige Chef in Wambach auch Snowboards für den Skizirkus. Die sind im nationalen und internationalen alpinen Rennsport sehr gefragt. Die Boards schnallen viele Sportler unter ihre Füße, erzählt Loipführer. Dazu gehörten jetzt eben auch die deutschen Olympia-Teilnehmerinnen. „Meine erste Olympiade war 2014 in Sotchi. Da sind sie schon mit meinen Brettern gefahren“, erzählt Loipführer. Für eine Medaille habe es damals aber noch nicht gereicht.

Silber schnappte sich Selina Jörg (r.), Bronze ging an Ramona Theresia Hofmeister (l.). Auf dem Foto posieren sie mit Siegerin Ester Ledecka.

Umso schöner seien nun die Silber- und Bronzemedaille von Jörg und Hofmeister. Genau für solche Spitzenwettbewerbe habe er die Brettl entwickelt, erklärt Loipführer. Die seien rein nur für den Rennlauf konzipiert. „Ein Normalsterblicher kann mit ihnen nicht fahren, weil die so steif sind. Da brauchst du schon eine Menge Kraft und Technik.“ Mit den 1,80 Meter langen Teilen könnte man auf einer normalen Piste nicht fahren.

Das Geheimnis seiner Boards liege in der speziellen Grätenmuster-Struktur im Belag. Das einzuschleifen, müsse man beherrschen. Die Struktur bewirke, dass der Wasserfilm zwischen Schnee und Belag reißt – „das macht die Bretter definitiv schneller“. Vor Ort beim Wettkampf werden die Bretter von den Serviceleuten nur noch gewachst und die Kanten geschliffen.

Erst vor vier Jahren ist Loipführer wieder in den Rennsport mit Produktion und Entwicklung eingestiegen. „Das Alter, irgendwann ist mal Schluss“, meint er nun, verspricht aber, dass die deutschen Snowboarder bei der kommenden Winter-Olympiade in China noch die Brettl aus Wambach unterschnallen können.

Dann ist vielleicht auch der Herren-Nachwuchs mit den „Huber-Buam“ (Kinder der bekannten Bergsteiger) und Yannik Angenend vom FC Lengdorf soweit, dass er um olympische Medaillen kämpfen kann. Hermann Weingartner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Altenerding verpasst die vorzeitige Rettung
Nur mit einem Sieg gegen den ASV Dachau hätten sich die Handballmänner der SpVgg Altenerding das Endspiel gegen die Abstiegsrelegation am kommenden Wochenende gegen HT …
Altenerding verpasst die vorzeitige Rettung
Der FC Erding ist abgestiegen
Aus und vorbei: Der Abstieg des FC Erding aus der Bezirksliga Nord ist jetzt amtlich. Die Truppe von Spielertrainer Fabian Aupperle unterlag am Karsamstag mit 0:2 (0:1) …
Der FC Erding ist abgestiegen
Finsing ist 2019 weiter sieglos
Die Krise beim FC Finsing hält an. Auch im sechsten Anlauf blieben die Rot-Weißen in diesem Jahr in der Bezirksliga Nord ohne Dreier. Beim 1:4 (0:2) beim TSV Eching war …
Finsing ist 2019 weiter sieglos
4:0 in Waldkraiburg: Der Dorfener Lauf geht weiter
Die Fußballer des TSV Dorfen haben den vierten Dreier hintereinander eingefahren. Beim Tabellenzehnten VfL Waldkraiburg landeten sie einen 4:0 (1:0)-Kantersieg. Mit …
4:0 in Waldkraiburg: Der Dorfener Lauf geht weiter

Kommentare