Sprung aufs Stockerl: Franz Herbst freut sich über Silber.
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Sprung aufs Stockerl: Franz Herbst freut sich über Silber.

SCHWIMMEN - Silber im Freiwasser: Herbst wird deutscher Vizemeister über fünf Kilometer

Kampf gegen Fluten von oben und unten

Wieder einmal eine starke Vorstellung von Franz Herbst.

Pemmering – Er hat es wieder getan. Bei den 27. Internationalen deutschen Meisterschaften der Masters im Freiwasser war Erdings Eiswasserkönig Franz Herbst selbstverständlich vertreten und holte Silber. Allerdings waren die Meisterschaften in Gummersbach an der Aggertalsperre für den Pemmeringer im wahrsten Sinne des Wortes ein echtes Wechselbad.

In die Vorfreude auf den endlich wieder stattfindenden Wettkampf mischte sich auch ein wenig Abschiedsschmerz. Denn am gleichen Tag, an dem er zum Wettkampf nach Gummersbach aufbrach, musste Franz Herbst seine Tochter Anna zum Flughafen bringen, da sie nach drei Monaten in der Heimat für ihr viertes Studienjahr nach Florida zurückflog. Nach einer herzlichen Verabschiedung folgte für Franz Herbst eine achtstündige Anreise, nach der er noch die Wettkampfstrecke begutachtete und sich auch etwas einschwimmen konnte.

Bei strahlendem Sonnenschein startete er am ersten Tag zunächst über die 2,5 km im Freiwasser. Mit 17 Sekunden Rückstand auf Bronze schlug der Pemmeringer Schwimmer als Fünfter an. Wettkampftag zwei hingegen gestaltete sich dann komplett anders. Schon beim Aufwachen prasselte der Regen ans Hotelzimmerfenster. Da auch die Temperaturen in den Keller gingen, befürchtete Herbst, dass eine Neoprenfreigabe durch das Wettkampfgericht ausgesprochen werden könnte. Doch letztlich lag aber dann die Wassertemperatur doch knapp über 20 Grad Celsius, sodass Neoprenverbot herrschte.

Das Rennen war dann eine richtige Wasserschlacht, da es Starkregen von oben und ziemlichen Wellengang im See gab, was das Kraulen massiv erschwerte. Die erste von vier Runden der Fünf-Kilometer-Strecke lief wie geplant, und Herbst konnte seine Züge wie gewohnt zählen. Dann allerdings kämpfte er gegen Muskelschmerzen, das aufgewühlte Wasser und schlechte Sichtverhältnisse. Auch das Rennen vom Vortag steckte ihm noch in den Knochen. Allerdings mussten alle 200 Teilnehmer mit diesen Bedingungen zurechtkommen, sodass der Schwimmer der Erdinger Delphine weiter Kampfgeist zeigte. Lange Zeit an erster Stelle in seiner Altersklasse liegend, wurde er kurz vor dem Ziel noch von einem Konkurrenten aus Niedersachsen abgefangen.

Trotzdem war die Freude über seinen deutschen Vizemeistertitel über die 5 km riesengroß. Seine Freude wurde noch vergrößert durch die Tatsache, dass seine Tochter wieder gut in Florida angekommen ist und zwischenzeitlich auch ihren Bachelor erfolgreich abgeschlossen hat. Für Anna Herbst geht es in ihrem vierten Auslandsjahr jetzt in die Vorbereitungen auf die neue Saison und den Masterabschluss im kommenden Jahr.

VON ALEKSANDRA SCHARFE

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