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Andreas „Ando“ Mittermeier trainiert das BOL-Team.  

Handball

Kommando Ando in Altenerding

Das SpVgg-Urgestein Andreas Mittermeier will frischen Wind in den Altenerdinger Frauenhandball bringen.

Altenerding– Die Handballfrauen der SpVgg Altenerding haben einen neuen Trainer: Andreas „Ando“ Mittermeier übernimmt die Bezirksoberligatruppe mit sofortiger Wirkung. Das Altenerdinger Urgestein betont: „Das kam relativ überraschend für mich, aber ich habe gerne zugesagt.“

Der bisherige Coach Michael Zartner habe wegen des großen Aufwands ein weiteres Engagement abgesagt. Immerhin musste er aus Dachau dreimal die Woche nach Altenerding zum Training, angesichts der weiterhin unbekannten Aussichten wegen der Corona-Pandemie übergab er das Zepter.

Mittermeier war zwischen 1992 und 2002 Abteilungsleiter. Auch davor und danach kümmerte er sich in verschiedenen Posten um Belange der Abteilung, vor einigen Jahren begann er als Nachwuchstrainer. Zuletzt coachte er die weibliche C-Jugend, jetzt wurde er Damentrainer.

Zuallererst gilt sein Wirken der ersten Mannschaft, Mittermeier will aber auch die zweite Truppe und generell den gesamten Frauenbereich neu aufstellen. Dafür entwickelte er schon in den ersten Tagen ein Team mit insgesamt fünf Personen. Als Torwarttrainer ist Stefan Bernauer mit an Bord, als Co-Trainerinnen Nicole Steinbrecher sowie Claudia Brückl. Für die Athletik konnte er mit Susie Falkenstein eine Sportlehrerin, Ex-Handballerin und Leichtathletin gewinnen.

Mittermeier will „frischen Wind in den Damenbereich bringen. Hier gibt es bei Altenerding durchaus Luft nach oben“. Die Partien wären häufig schwere Kost gewesen: „Mein Ziel lautet, den Handball attraktiver zu gestalten, damit die Zuschauer auch wieder sagen, das war ein schönes Frauenhandballspiel.“ Dafür will er auch weg von einer defensiven 6:0-Abwehr hin zu schnellerem, offensiverem Spiel. Dies solle mit einer Mischung aus Jung und Erfahren klappen.

Da es in der – hoffentlich ab September startenden – Saison 2021/2022 keine A-Jugend bei den Bibern geben wird, kann er sich aus dem Pool der Nachwuchskräfte bedienen: „Aus Sicht der Jugendabteilung wäre eine A-Jugend zwar besser. Aber wir wollen dafür sorgen, dass die Spielerinnen bei den Frauen eingebaut werden.“ Generell müsse man bei Altenerding dem Nachwuchs im Damenbereich wieder eine Perspektive geben. Zu viele Talente wären in der Vergangenheit etwa nach Ebersberg gewechselt. Mit einigen befand sich Mittermeier bereits im Gespräch und hofft auf die eine oder andere Rückkehrerin.

Zu den ersten Schritten in seinem neuen Amt gehörten viele Telefonate. Gleich 21 Frauen hätten sich dabei bereit erklärt, künftig mehr Aufwand zu betreiben. Die Kaderaufstellung für die erste und zweite Mannschaft fällt erst nach der Vorbereitung – hier herrscht nicht nur bei Mittermeier die Hoffnung, dass es bald losgehen kann: „Ich bin ein optimistischer Mensch. Ich denke, dass wir ab Juni wieder lockere Einheiten machen und im Juli ins Mannschaftstraining einsteigen können.“ Natürlich Schritt für Schritt, denn unter anderem Athletiktrainerin Falkenstein habe gewarnt, dass viele wegen der Corona-Pause einigen Nachholbedarf hätten.

Sein erstes Ziel für die nächste Saison hat Mittermeier aber schon einmal parat: „In den letzten Jahren gab es in der BOL immer ein negatives Punkteverhältnis. Das ins Positive zu bringen, wäre ein erster kleiner Schritt.“ BERND HEINZINGER

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