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Ohne Körperkontakt geht es nicht: Hier Wartenbergs Maximilian Scharf (l.) im Kopfballduell mit Maximilian Gebhard von der BSG Taufkirchen. 

Stimmen aus der Kreisliga

FC Lengdorf hofft auf Aufstieg - Sinicki findet BFV-Beschluss verfrüht

Der BFV hat die Fortsetzung der Saison 2019/20 beschlossen. Die Meinungen und Ansichten der Erdinger Kreisligisten gehen etwas auseinander.

Erding/Freising Nach einer bis zum 31. August ausgeweiteten „Winterpause“ soll der Amateurfußball am 1. September in die Rest-Saison 2019/20 starten. So hat es der Bayerische Fußball-Verband (BFV) nach dem positiven Votum seiner Mitgliedsvereine anlässlich einer Umfrage entschieden. Wir haben bei den Landkreisclubs nachgefragt, was sie davon halten. Heute sind die acht Landkreisvertreter der Kreisliga an der Reihe, ergänzt mit Stellungnahmen der Vereine aus dem Freisinger Gäu. Die Meinungen und Ansichten zu dieser Verbandsentscheidung gehen doch etwas auseinander – und auch negative Kritik kam zutage.

1. FC Lengdorf, 15 Spiele, 42 Punkte

Für Lengdorfs Trainer Gianfranco Soave ist die Fortführung der Saison in Ordnung, „aber die lange Pause nur sehr schwer wegzustecken“. Beim FCL wurde natürlich auch für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs gestimmt, aber er hat auch Verständnis für die Clubs, für die es um nichts mehr geht und die lieber einen Schlussstrich gezogen hätten. „Für Lengdorf wäre es natürlich toll, wenn es klappt, denn nach vielen Jahren ist wieder die große Chance auf einen Riesenerfolg da.“ Wäre die Saison komplett und ohne sportliche Entscheidung, sprich den Aufstieg, abgebrochen worden „hätten wir es auch akzeptieren müssen“. Soave hätte es für die Jungs leid getan, „aber es gibt Schlimmeres im Leben“. 

Die problematischen Begleiterscheinungen mit den Wechselfristen von Spielern beschäftigen ihn genauso wie die Frage, „wann wir wieder zu einem gemeinsamen Training auf den Platz dürfen“. Für Soave „ist Zweikampftraining mindestens genauso wichtig wie die soziale Komponente des gemeinsamen Beisammenseins in der Kabine“. Der BFV müsste noch einige Entscheidungen schnellstmöglich treffen, aber Soave glaubt, „er kann dies in der jetzigen Situation noch gar nicht tun“. Für ihn drängt das Thema Spielerwechsel genauso wie die Frage, wie es mit den eigentlich im Sommer nachrückenden Nachwuchsspielern weitergeht. Soave hat beim FCL für die nächste Saison bereits zugesagt und Michael Fugmann, der scheidende Spielertrainer der Zweiten, bringt die Saison auf alle Fälle zu Ende. Seinen derzeitigen Kader sieht Soave stark genug, noch dazu, wo Kapitän Felix Fischer sein Studium in Bratislava wegen des Corona-Virus nach wenigen Wochen abbrechen musste und somit dieses Jahr noch zur Verfügung stehen wird.

2. FC Langengeisling, 15 Spiele, 33 Punkte

Für „verfrüht“ hält Langengeislings Trainer Mario Sinicki die BFV-Entscheidung. Er hätte erwartet, dass man zumindest die nächste Regierungssitzung, bei der es auch um den Sport gehen soll, abgewartet hätte. Außerdem würde er sich eine bundesweit einheitliche, mit allen Landesverbänden abgestimmte Lösung wünschen. Persönlich ist er der Meinung, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs auch schon früher möglich wäre, und dann hätte eine Fortsetzung der Liga für ihn auch Sinn ergeben. Sinicki: „Wenn allerdings der 1. September feststeht, warum auch immer dieser Termin gewählt wurde, dann hätte ich die Saison abgebrochen, entweder mit keinem oder einem Aufsteiger.“ Die Auswirkungen auf Verein und Spieler sind Sinicki noch gar nicht klar. Zum Beispiel weiß er aktuell noch nicht, „ob Co-Trainer Andi Buchberger ab September noch bei uns spielt, da er für die neue Saison eine Trainerstelle annimmt. Und genau solche Probleme sind für mich ein Grund für einen Abbruch der Saison.“

4. SV Wörth, 15 Spiele, 25 Punkte

Heinrich Hundsnurscher, Abteilungsleiter des SV Wörth, findet es „super, wie der Verband das Ganze zu lösen versucht“. Denn immer noch sei es ja auch erstmal ein Versuch, „denn keiner weiß, was uns der Corona-Virus noch für Hürden und Hemmnisse aufwirft“. Die Saison fortzusetzen ist für ihn alternativlos. Er schränkt aber ein, „dass die Gesundheit trotzdem vorgeht“. Die Entscheidungen sportlich zu lösen finden jedenfalls zu 100 Prozent die Zustimmung des Wörther Funktionärs. Auswirkungen auf die Trainerfrage hat die Saisonverlängerung für den SVW nicht, denn mit Ewald Rupprecht wurde bereits für die nächste Saison verlängert. „Zwei junge Leute wollten in der Sommerpause zu uns kommen, aber da kann es vorerst keinen Vollzug geben“, bedauert Hundsnurscher. Die Hängepartie mit der geplanten Saisonverlängerung sieht er entspannt, „denn sportlich sind wir nach oben wie nach unten von jeglichem Druck befreit“.

6. TSV Wartenberg, 15 Spiele, 20 Punkte

„Auch wir haben für eine Weiterführung des Spielbetriebs abgestimmt“, bestätigt Wartenbergs Abteilungsleiter Ernst Halir. „Und jetzt hoffen wir, dass es bei diesem Datum bleibt, denn Voraussetzung ist auch, dass der Staat zustimmt.“ Ob es eine andere Lösung gegeben hätte? „Das ist immer schwierig. Wir sind zufrieden, dass mal eine Entscheidung gefallen ist, und ich glaube auch, dass sie richtig ist.“ Ein großes Plus ist für Halir, „dass alle Vereine ihre Meinung abgeben konnten“. Personell wird sich beim TSV Wartenberg nichts tun. Der Kader wird so zusammen bleiben, und Spielertrainer Jakob Tafertshofer steht auch noch ein Jahr unter Vertrag.

7. BSG Taufkirchen, 15 Spiele, 20 Punkte

Taufkirchens Coach Sebastian Held findet die Entscheidung des BFV völlig richtig und hofft, dass es dann am 1. September richtig losgeht. Die Gesundheit steht auch für ihn an erster Stelle, aber die Saison sollte seiner Ansicht nach doch sportlich zu Ende gebracht werden, „weil es einfach am Gerechtesten ist“. Der Trainingsstart wäre bei der BSG für Ende Juli geplant. Fest mit im Kader eingeplant wären da aus der U 19 Kiriakos Diamantidis und Rafail Skotras, wobei noch weitere Youngster nachrücken sollen. In der Saison 2020/21 wird, wie berichtet, „Wast“ Held nicht mehr BSG-Trainer sein. Ob er diese Spielrunde ab Juli/August an der Vils noch fortsetzen wird und soll, dazu „werden wir uns demnächst zusammensetzen“. Held betont: „Wenn die BSG das will, dann bin ich zu hundert Prozent dazu bereit, aber wenn sie das neue Gespann mit Thomas Götzberger und Tobias Schediwy schon einsetzen wollen, habe ich auch kein Problem.“ Dass für den Profifußball nicht die gleichen Regeln und Beschränkungen gelten, findet Sebastian Held gar nicht in Ordnung, „denn der sollte sich auch daran halten müssen“. Held nennt ein Beispiel: „Wenn ich meinen Sohn nehme, der heuer nicht im Merkur CUP spielen kann, dann ist das halt einem fußballbegeisterten Buben oder Mädchen schwer rüberzubringen, dass sie nicht, aber die Profis schon Fußball spielen dürfen.“

9. FC Eitting, 15 Spiele, 18 Punkte

Hans Faltermaier, Abteilungsleiter des FC Eitting, sieht das Ganze kritisch und ist gegen eine Fortführung am 1. September. „Der BFV macht es sich einfach, wohl auch um Klagen bei einem Totalabbruch zu vermeiden“ sagt er. Als fairste Lösung sieht er es nicht, „wenn nach so langer Zeit eine Saison zu Ende gespielt werden soll, wo doch einige Vereine schon anders geplant haben“. Für ihn wäre die Alternative und andere Lösung gewesen: „Aus und vorbei und dann ein Neuanfang, ob noch im Herbst oder nächstes Frühjahr, der Zeitpunkt ist eh fraglich.“ Er räumt ein, dass manche Vereine dies als ungerecht bezeichnen würden, „aber auf- und absteigen könnten ja die Teams auf den Plätzen klar über und unter dem Strich, und dann gäbe es halt mal keine Relegation“. Was die Situation in puncto Kader angeht, vermag Faltermaier derzeit nichts Sicheres zu sagen. „Da müssen erst mal die Wechselfristen seitens des Verbandes geklärt sein.“ Das gleiche gilt für die Trainerfrage. Zur neuen Saison kommt ja Markus Weber vom Ligakonkurrenten Kirchasch und löst Spielertrainer Sebastian Pummer ab (wir berichteten). „Bei einem sauberen Cut wäre alles einfacher“, meint Faltermaier.

12. SC Kirchasch, 15 Spiele, 14 Punkte

„Diese Entscheidung hin oder her war gar nicht so wichtig“, findet Maximilian Bals, der Sportliche Leiter des KSC. Freilich versteht er auch die zahlreichen Clubs, die sportlich noch was erreichen können, wie etwa Aufstiegsaspirant Lengdorf. Für Bals wären erst mal ganz andere Fragen zu klären gewesen. Die Wechselfristen für die Spieler sind für ihn ein ganz wichtiger Punkt. Kirchasch ist natürlich besonders davon betroffen, denn Spielertrainer Markus Weber heuert zur neuen Saison beim Ligarivalen FC Eitting an. Bei Kirchasch folgt ein Duo mit Alexander Schmidbauer, bis vor kurzem noch Trainer beim Kreisklassisten „Falke“ Markt Schwaben, und Alex Mrowczynski, der aktuell noch Spieler beim Bezirksligisten Aschheim ist. Bals sah es bis zu dieser Verbandsentscheidung als nicht so weltbewegend an, ob nun weitergespielt oder abgebrochen wird und wie dann sportlich entschieden wird, „denn so wichtig ist die Liga im Amateurfußball nun auch wieder nicht“. Ebenso hätte Bals gerne eine Entscheidung, wie es mit dem Nachwuchsspielbetrieb und vor allem den altersbedingt nachrückenden Spielern weitergeht. „Die Frage, ob nun Markus Weber diese verlängerte Saison zu Ende führen kann, können wir gar nicht alleine klären“, sagt Bals. Ein wenig kommt es seiner Meinung nach auch auf Eitting an, „ob die ihn vielleicht schon brauchen würden“. Auch in Kirchasch sind Spieler, die bereit sind, zu ihrem Heimatclub zurück zu wechseln, für die kommende Saison als Neuzugänge eingeplant. „Auch Jugendspieler stehen jetzt auf der Kante“, weiß Bals. Er kritisiert auch, dass „die BFV-Umfrage eigentlich nur ein Votum für die Saisonfortführung ergeben konnte, denn das Abstimmungsergebnis wurde einem schon ein wenig in den Mund gelegt“.

13. FC Erding, 15 Spiele, 13 Punkte

Auch beim FC Erding wurde für die Fortsetzung des Spielbetriebs gestimmt. „Es erscheint uns sportlich die fairste Lösung mit dem wenigsten Ärger“, sagt Abteilungsleiter Matthias Köppen. „Die Winterpause mit den auf Eis gelegten Fusionsplänen und -gesprächen war schon hart genug, vor allem für Kassier Ralf Sandner, Jugendleiter Lothar Feuser und mich“, blickt Köppen zurück, „und dann kam auch noch Corona“. Etwas im Zwiespalt sind sie beim FC Erding, denn „die Zweite steht auf einem Auf- und die Erste auf einem Abstiegsplatz“. Welche Wertungen es bei einem Totalabbruch gegeben hätte, weiß aber auch keiner. Personell gibt’s keine Unklarheiten. Köppen: „Eine A-Jugend hat die JFG derzeit nicht, also müssen wir uns auch über Nachrücker keine großen Gedanken machen, leider.“ Mit allen Spielern ist „bis zum Ende der Saison vereinbart“, und das Trainergespann hat sowieso Verträge bis über die nächste Saison. Das Duo Andreas Ostermair und sein Co. Ludwig Scheidl wurde ja erst in der Winterpause verpflichtet „und kennt noch nicht mal alle Spieler richtig“. Ab Mitte Juli möchten die beiden mit dem Training in kleinen Gruppen beginnen. „Die lange Zwangspause sorgte immer hin dafür, dass wir die Plätze top herrichten konnten“, berichtet Köppen, verheimlicht aber auch nicht, „dass dafür Sponsoren abgesprungen sind“.

Die Freisinger Clubs

Keine Euphorie bei den Freisinger Kreisligisten. „Aus meiner Sicht ist ohne Impfstoff oder Tabletten gegen dieses gefährliche Virus an Sport gar nicht zu denken“, sagt beispielsweise Martin Neumayr, Fußballchef des Aufsteigers SV Kranzberg, mit 14 Punkten auf Rang 11 und damit noch auf einem Relegationsrang. Auch beim BC Attaching, mit 29 Punkten Tabellendritter, beschäftigen den spielenden Co-Trainer Stephan Fürst vorrangig gesundheitliche Aspekte. „Was ist, wenn nach dem ersten oder zweiten Spiel irgendein Spieler positiv getestet wird“, gibt er zu bedenken. „Kommen dann beide Teams in Quarantäne?“ Er gibt aber auch zu, „dass wir beim BCA aus rein sportlicher Sicht so schnell wie möglich wieder spielen wollen“. Philipp Jordan, Abteilungsleiter bei dem mit 18 Punkten auf dem 10. Rang und ersten Nichtabstiegsplatz rangierenden Aufsteiger TSV Allershausen, treibt das Thema Gesundheit um. Es gebe schließlich auch Amateursportler, die aus verschiedensten Gründen wegen Corona einen Bogen um ihre Mitmenschen machen wollen. „Da ist jeder für sich verantwortlich und sollte daheim bleiben“, zeigt er vollstes Verständnis. Für Jordan ist es eh alternativlos, die behördlichen Vorgaben mitzutragen, „und bei dem schönen Wetter müssen wir schauen, dass die Platzsperre eingehalten wird“.

Text: Helmut Findelsberger

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