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Mona Mayer aus Hörlkofen für die EM nominiert

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Von: Dieter Priglmeir

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Bereit für die EM: Mona Mayer aus Hörlkofen. Archi
Bereit für die EM: Mona Mayer aus Hörlkofen. © Habermann

Mit ihren 20 Jahren wird Mona Mayer aus Hörlkofen die Jüngste im Kader der 400-Meter-Staffel sein. Für sie geht ein Traum in Erfüllung.

Hörlkofen – Sie hatte eigentlich schon damit abgeschlossen, doch jetzt wird Mona Mayers Traum doch wahr. Die Hörlkofenerin ist bei der Leichtathletik-EM in München dabei. Quasi in letzter Minute rückte sie doch noch ins Team der 4 x 400-Meter-Staffel.

Wie berichtet, war Mayer bei den deutschen Meisterschaften, noch geschwächt von einer Corona-Erkrankung, im Vorlauf ausgeschieden. Das Ticket für die EM schien verloren. Seitdem zeigte die Studentin aber kontinuierlich gute Leistungen, gewann souverän die deutsche U 23-Meisterschaft und überzeugte auch jüngst bei einem hochklassig besetzten Meeting in Luxemburg.

Kurzfristig beraumte nun der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) ein Ausscheidungsrennen um drei der insgesamt sechs Staffelplätze über 400 Meter an. Bei diesem Rennen in Wattenscheid verpasste Mayer zwar erneut die angestrebte 52er-Zeit, „aber diesmal war nur die Platzierung wichtig“, sagte sie und freute sich über Rang zwei. Sie musste allerdings noch zwei Nächte abwarten, ehe ihr der DLV am Montagmittag offiziell die gute Nachricht mitteilte. „Ich freue mich riesig“, sagte die 20-Jährige der Heimatzeitung. Zum einen sei die Nominierung eine Bestätigung ihrer Leistungen und Arbeit der vergangenen Jahre. „Und überhaupt“, fügte sie strahlend hinzu, „hey, das ist München, und ich bin dabei“.

Bereits am Mittwoch geht’s für Mayer und ihre Teamkolleginnen ins Pre-Camp. Am kommenden Sonntag bezieht das Nationalmannschaft ihr Hotel in München, ehe am darauf folgenden Freitag der Vorlauf und am Samstag das Finale steigt. „Den Endlauf zu erreichen – das sollte für eine deutsche Staffel schon der Anspruch sein“, sagte Mayer. Ob sie einen der vier Startplätze erhalten wird, steht noch in den Sternen. Mayer zeigt sich realistisch: „Zu den Top Vier gehöre ich definitiv nicht.“ Aber drei dieser Vier sind auch im Einzelwettbewerb dabei. Wie also die Aufstellung letztlich ist, wisse man jetzt noch nicht.

Die EM in München, da ist sich Mayer sicher, werde für sie auf alle Fälle ein Erlebnis. „Ich möchte dieses Event einfach mitnehmen. Das ist ja auch für meine Entwicklung in den nächsten Jahren gut.“ Mayer ist die jüngste in der Frauenstaffel und erstmals Mitglied der Nationalmannschaft der Erwachsen. Einen besonderen Druck als Lokalmatadorin verspürt sie nicht. „Ich glaube, dass mich das eher pusht.“ Ob sie die 53 knacken kann? „Definitiv“, sagt Mayer. Im Juli 2021 war sie bei der Juniorinnen-EM in 52,3 sec gelaufen. „Und jetzt bin ich noch fitter.“

Über Mona Mayers Nachnominierung freut sich eine ehemalige Spitzensportlerin ganz besonders: Rita Gabler. Die heutige Leiterin des Sophienhospizes Erding startete 1983 unter ihrem Mädchennamen Daimer in der deutschen 400-Meter-Staffel bei der WM in Helsinki, die letztlich Sechste wurde. Sie verfolgt „mit großem Interesse und Sympathie“ den Weg der 20-jährigen Hörlkofenerin.

„Ich habe großen Respekt vor Monas Leistung, denn nur wenige wissen, wie viel Disziplin nötig ist, um es bis zu einer Europameisterschaft zu schaffen. Im Münchner Olympiastadion zu laufen, hat seinen besonderen Zauber. Dort hab’ ich 1979 meinen ersten deutschen Meistertitel geholt. Mona wird ihre Sache gut machen, davon bin ich fest überzeugt“, sagt Gabler. „Es ist einfach toll, wenn sie schon in ihrem Alter bei einer EM dabei sein kann. Das ist eine wahnsinnig wertvolle Erfahrung, die sie auf ihrem sportlichen Weg sicher weiterbringen wird. Ganz abgesehen davon, ist das Olympiastadion für mich ein magischer Ort. Es hat einen ganz besonderen Zauber, das wird jeder Athlet bestätigen.“

Ob Mayer zum Einsatz kommt, ist für Gabler zweitrangig. „Allein schon bei einer EM im deutschen Nationalkader zu sein, wird Mona weiterhelfen.“ Und wenn sie startet? Gabler: „Dann muss sie nicht vor Respekt erstarren. Die anderen kochen auch nur mit Wasser.“

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