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Bayerns schnellste Kurven-Läuferin

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Von: Dieter Priglmeir

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Zwei Hundertstel schneller war Mona Mayer (l.) als ihre Freundin und Sprintspezialistin Svenja Pfetsch.
Zwei Hundertstel schneller war Mona Mayer (l.) als ihre Freundin und Sprintspezialistin Svenja Pfetsch. © Kiefner

Zwei bayerische Meistertitel hat sich Mona Mayer in München ersprintet. Mehr noch als über die Titel freut sie sich über die Laufzeiten und das packende Duell mit einer alten Freundin.

Hörlkofen – Mona Mayer war die ersten 100 Meter zu schnell angegangen, lag unter ihrem Richtwert von 13,2 Sekunden. „Ruhiger laufen“, rief ihr ihre Mutter Ruth zu. Sie ist auch ihre Trainerin, die nach dem Rennen gestand: „Es kommt nicht oft vor, dass man seinen Schützling bremst.“

Aber die Bedenken waren unbegründet. Ihre Tochter nahm etwas Tempo raus, „weil 400 Meter durchzusprinten sowieso nicht geht“, wie die erfahrene Trainerin erklärt. „Mona ging sehr gut in die dritte Kurve.“ Der Rest, also die letzten 50 Meter, seien sowieso Kopfsache. Am Ende war Mona Mayer die 400 Meter in 55,66 sec gelaufen. Damit hat die 16-Jährige die deutsche Jahresbestleistung in der Klasse U 18 um fast zwei Sekunden verbessert und schon einmal an der Norm von 55,50 sec für die U 18-EM gekratzt.

Das freute die beiden noch mehr als der Bayerische Meistertitel, den sie damit in der Werner-von-Linde-Halle erlaufen hatte. Bei diesen Landesmeisterschaften in München waren zwar zwölf Läuferinnen gestartet, doch die Hörlkofenerin galt als Favoritin – und war dann auch tatsächlich konkurrenzlos. Die Zweitbeste, Teresa Wetter aus Amberg, hatte fast vier Sekunden Rückstand (59,62 sec). „Gerade, weil Mona quasi alleine gelaufen ist, war die Zeit schon sehr beeindruckend“, sagte auch Ruth Mayer.

Fast eine Sekunde ist man in der Halle langsamer als im Freien, lautet eine Faustregel. Man hat hier schließlich zwei Stadionrunden zu absolvieren. „Nicht jeder läuft gern Kurven“, erklärt die Trainerin. „Aber Mona liebt es. Sie findet die Geraden langweilig“, lacht sie. Völlig überraschend sei die tolle Zeit natürlich nicht gewesen. „Wir konnten im Winter gut durchtrainieren. Mona war nicht verletzt, es war eine hervorragende Vorbereitung.“

Die Hörlkofenerin, die für den MTV Ingolstadt startet, ist nicht nur schnell. In München bewies sie auch ihr Durchhaltevermögen. Mit den 400 Metern vom Vortag in den Knochen lieferte sie sich keine 24 Stunden später über die 200 Meter ein packendes Duell mit Svenja Pfetsch vom SC Vöhringen, die zuvor den 60-Meter-Wettbewerb gewonnen hatte.

„Die beiden sind zwar Konkurrentinnen, aber sie schätzen sich sehr und sind schon öfter miteinander gelaufen“, berichtet Ruth Mayer. Dazu muss man wissen, dass die Titel nicht über Finals, sondern über Zeitendläufe vergeben werden. Mayer und Pfetsch waren aber in München im gleichen Lauf eingeteilt – und so sahen die Zuschauer ein packendes Duell, das Mayer mit zwei Hundertselsekunden Vorsprung gewann. 200 Meter in 24,67 sec – „damit hat sie ihre persönliche Bestleistung aus der Sommersaison 2017 unterboten“, so ihre Trainerin.

Diese Zeit dürfte auch Mona Mayers Teamkolleginnen freuen. Kommende Woche startet sie mit der U 20-Staffel des MTV Ingolstadt bei den bayerischen Meisterschaften in Fürth über 4 x 200 Meter. Ende Februar finden schließlich die deutschen U 20-Meisterschaften in Halle/Saale statt. „Da möchte Mona gern dabei sein“, sagt ihre Mutter. Und vermutlich auch im ungarischen Györ, wo Anfang Juli die U 18-EM stattfindet – auch wenn sie dann dort die Stadionrunde mit den langen Geraden laufen muss.

Bestzeiten:

In den deutschen Jahres-Bestenlisten liegt Mona Mayer derzeit über 400 Meter auf Platz eins in der Altersklasse U 18 und auf Platz 2 bei der U 20. Über 200 Meter ist sie Dritte (U 18) beziehungsweise Achte (U 20).

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