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Heiß auf Fußball: Nur zu gerne würden die Bezirksligisten, wie hier die Dorfener Kicker, wieder spielen. 
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Ligapokal für Bezirksligisten

„Verband hat sich etwas verrannt“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Einen zusätzlichen Wettbewerb soll es nun auch für die Fußball-Bezirksligisten geben.

Landkreis Die Planungen des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) bezüglich des Zeitraums, wann wieder Spiele ausgetragen werden dürfen, gehen weiter – und es gibt immer neue Ideen. Nach Regional-, Bayern- und Landesligen (wir berichteten) sollen nun auch die Bezirksligen einen zusätzlichen Wettbewerb bekommen, teilt der Verband mit. Das stößt bei den vier Bezirksligisten im Landkreis – TSV Dorfen, FC Finsing, FC Moosinning und FC Schwaig – auf ein unterschiedliches Echo.

Die zuständige BFV-Arbeitsgruppe empfiehlt für jede Bezirksliga-Staffel einen Ligapokal mit Vor-, Zwischen- und Finalrunde – eine flexible Gestaltung ist je nach Pandemie-Verlauf möglich –, der während der spielfreien Zeiten des Ligaspielbetriebs ausgetragen wird. Die jeweiligen Sieger der einzelnen Staffeln spielen dann in ihrem Bezirk einen Bezirkssieger aus, der im Anschluss mit den sechs weiteren Bezirkssiegern in einer bayernweiten Relegation um fünf direkte Aufstiegsplätze in die Landesliga kämpft. Diese Zahl könnte eventuell sogar noch erhöht werden, teilt der BFV mit.

Sollte eine Mannschaft im Ligapokal erfolgreich sein, die sich bereits über die Liga den Aufstieg erkämpft hat, greift ein Nachrücker-Prinzip. Für die auf einem Abstiegsplatz stehenden Mannschaften gibt es eine spezielle Regelung. Geht ein Team, das über die Liga absteigen würde, als Sieger aus dem Ligapokal-Wettbewerb hervor, steigt dieses nicht in die Landesliga auf, sondern hält als Belohnung die Klasse. Der Verband stellt klar, dass im Zusatzwettbewerb allerdings keine Punkte für die Tabelle in der Liga erspielt werden können.

„Das ist grundsätzlich eine gute Idee“, meint Bernhard Schöberl, 2. Abteilungsleiter des TSV Dorfen. „Seit langem das erste vom BFV, was Sinn macht und zugleich sportlichen Reiz hat.“ Er blicke dem Ligapokal absolut positiv entgegen, „auch wenn noch abzuwarten ist, wie die genaue Gestaltung dann ausschaut“.

Eher skeptisch ist Robert Hartmann. „Das große Problem ist, dass niemand weiß, wann es wirklich weitergehen wird mit dem Pflichtspielbetrieb“, sagt das Vorstandsmitglied des FC Finsing. „Denn damit steht und fällt alles.“ Sollte dieses Jahr noch ein Teil der ausstehenden Punktspiele gespielt werden können, „dann ist ein attraktives Zusatzprogramm in 2021 durchaus erstrebenswert – insbesondere für die Aktiven“. Ihm geht es vor allem darum, dass das runde Leder wieder rollt und dass es nicht nur Privatspiele ohne Wert gibt, sondern richtige Wettkämpfe. „Wir sind Fußballer, wollen uns mit anderen Teams messen und uns dabei permanent verbessern“, stellt Hartmann fest. „Darum geht es.“

Die Lage noch nicht so genau einschätzen kann man beim FC Moosinning. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll“, erklärt Karl Thumbs. „Man muss erst den genauen Modus mitgeteilt bekommen, denn für die Vereine ist es auf alle Fälle wichtig, dass sie regelmäßige Einnahmen generieren können und nicht einen Trainer beziehungsweise ein Trainerteam wegen zwei oder drei Spielen für ein halbes Jahr beschäftigen müssen.“ Zudem wäre es halt schon interessanter, auch gegen Teams der anderen Bezirksligen zu spielen, erklärt der FCM-Vorsitzende, der aber auch leichte Kritik am BFV übt. „Unabhängig davon, ob nun ein Pokalwettbewerb zustande kommt oder nicht, hat sich der Verband meiner Meinung etwas verrannt, denn es steht ja im Winter noch einmal eine Wechselperiode bevor“, gibt Thumbs zu bedenken. „Und die Relegationsspiele für  die Saison 2019/20 dann erst im Frühjahr 2021 mit eventuell einem ganz anderen Kader zu spielen, als zu Beginn der Saison im Juli 2019, erscheint schon sehr grenzwertig.“ Der FCM-Vorsitzende hat einen ganz anderen Verdacht: „Ich glaube, der Verband geht einfach davon aus, dass im Amateurbereich in diesem Jahr keine Spiele mehr stattfinden, und darum hat er das alles so in die Wege geleitet.“ Schwarzmalen will er aber nicht. „Ich lass mich gerne überraschen, im Endeffekt können wir alle sehr wenig gegen die Hoheitsentscheidungen des Verbandes machen, der seine Entscheidungen wohl auch nicht mehr rückgängig machen wird, da er sonst sein Gesicht verlieren würde.“

Zwiegespalten sind die Verantwortlichen des FC Schwaig. „Wir waren überrascht als wir diese Idee vom BFV gelesen haben“, gibt Rainer Hellinger zu. „Wir können zwar verstehen, dass bis Juni 2021 eine Menge Zeit ist und die Ligaspiele diese Zeit nicht ausfüllen werden. Ob es dabei sinnvoll ist, Aufstieg oder Nicht-Abstieg für den Ligabetrieb in einem Pokalwettbewerb auszuspielen, sehen wir mit sehr gemischten Gefühlen“, erklärt der Pressesprecher des FC Schwaig. „Wir wollen aber abwarten, denn wir denken, dass es nicht die letzte Idee bleiben und die Realität der neuen Infektionsfälle das weitere Handeln bestimmen wird.“

Im nächsten Schritt wird nun der erarbeitete Lösungsvorschlag des BFV den Clubs der 15 bayerischen Bezirksligen präsentiert und ein Meinungsbild abgefragt, teilt der Verband mit. Sollte hier ein Konsens bestehen, gehe es an die Ausarbeitung der weiteren inhaltlichen und terminlichen Gestaltung des Ligapokal-Wettbewerbs.

wk

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