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Trockentest: Oliver Zeidler (l.) beweist im Indoor-Rowing seine Physis. Haarscharf verfehlt er den 15 Jahre alten deutschen Rekord. Lars Hartig (r.) konnte da nicht mithalten. Tags darauf siegte Zeidler auch im Saale-Leipzig-Kanal.

Marie-Sophie und Oliver Zeidler

Die kleine Schwaiger Ruder-Hochburg

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In den Nachwuchsklassen haben Marie-Sophie und Oliver Zeidler bereits ihre Stärke bewiesen. Am Wochenende gegen sie nun bei den deutschen Kleinbootmeisterschaften in der Offenen Klasse an den Start – mit sehr guten Aussichten.

Schwaig– Das kleine Schwaig ist bekannt dafür, dass es den ältesten Fußballverein weit und breit hat. Auch im Baseball ist es inzwischen groß. Aber wer weiß schon, dass sich hier eine kleine Ruderhochburg befindet? Am morgigen Donnerstag werden sich Marie-Sophie und Oliver Zeidler auf den Weg nach Essen machen. Dort finden am Wochenende auf dem Baldeneysee die deutschen Kleinbootmeisterschaften statt.

Die beiden fühlen sich gut vorbereitet, nachdem sie – wie alle Kaderathleten – in Leipzig getestet worden waren. Die Bundestrainer baten zuerst zum Trockentest auf dem Indoor-Rower über die olympische 2000-Meter-Distanz. Tags darauf folgte in den Kleinbooten der Langstreckenvergleich über sechs Kilometer auf dem Saale-Leipzig-Kanal.

Marie-Sophie Zeidler war gemeinsam mit Annabel Oertel am Start. Sie landeten bei beiden Tests auf Platz sechs, was die 19-Jährige als „nicht sehr zufriedenstellend“ bezeichnete. „Ich habe ich mir aufgrund der Vorbereitung einfach mehr erhofft habe.“

Dennoch hat sie den Finallauf bei der DM fest im Visier. Am liebsten würde sie mit einer Medaille nach Hause – keine leichte Aufgabe, schließlich startet sie in der offenen Klasse, weil sich bei diesem Wettkampf U 23-Athleten und A-Senioren gemeinsam messen.

Ihr drei Jahre älterer Bruder gehört zu den Favoriten im Einer. Zwar ist der Student erst vor zwei Jahren vom Schwimmen zum Rudern gewechselt, aber seitdem macht er mit bärenstarken Auftritten auf sich aufmerksam.

Der Schnellste auf sechs Kilometer

Am Ergometer hatte er bereits im vergangenen Jahr bei den World Games mit 5:42 Minuten über die 2000-Meter-Distanz die Konkurrenz geschockt. In Leipzig verbesserte er sich nun auf 5:38,7 Minuten und scheiterte nur knapp am über 15 Jahre alten Deutschen Rekord (5:37,0).

Dieser Indoor-Rowing-Test bewies: Von der Physis ist Zeidler schon jetzt Deutschlands Bester. Aber wie sieht’s im Wasser aus, wenn Wind und Wellengang die Bootslage beeinflussen. „Da haben die Athleten mit Erfahrung natürlich schon noch einen Vorteil“, räumt der Schwaiger ein. Doch in Leipzig war er auch bei hier der Beste. Er gewann den 6000-Meter-Langstrecken-Test in 22:44 Minuten. Er war damit um zwei Sekunden schneller als sein Hauptkonkurrent, den er erst im letzten Renndrittel überholt hatte. Auf dem Fachportal rudern.de wird Zeidler bescheinigt, „dass er zunehmend besser versteht, wie er diese ungeheure Kraft und Ausdauer auf dem Wasser effektiv in Vortrieb umsetzt“.

Zeidler fährt nun nicht nur mit dem guten Gefühl eines Siegers nach Essen. Die Vorläufe werden nach den Leipziger Ergebnissen besetzt. 40 Boote sind für den Einer gemeldet. Sollte sich Zeidler am Freitag durchsetzen, warten am Samstag das Viertel- und Halbfinale auf ihn. „Und am Sonntag hoffentlich der Endlauf“, sagt der 21-Jährige, der heuer noch viel vor hat.

Sollte er die DM gewinnen, ist er automatisch für Weltcup und Europameisterschaft qualifiziert. Außerdem sind die Laufzeiten in Essen eines der Kriterien für die Bootsbildung in den Nationalmannschaften. Für Zeidler ist aber ohnehin klar, wo er sitzen will: im Einer. Für den Skuller gibt es eigentlich auch gar keine Alternative. Schließlich ist er der einzige Top-Ruderer, der in München trainiert.

Das Ziel ist die U 23-WM

Seine Schwester hält sich die Zukunft noch offen. Die DM fährt sie mit Oertel. Weitere Ziele für die Saison werde sie erst nach dieser Regatta festlegen, sagt sie. „Aber auf jeden Fall möchte ich mich für die U 23-Weltmeisterschaften qualifizieren.“ Die Rahmenbedingungen für eine gute Trainingsbedingungen hat sie sich selbst geschaffen, und dafür ist sie dankbar. „Da ich in der Spitzensportförderung der Bayerischen Polizei bin, lässt sich Ausbildung und Training sehr gut miteinander vereinbaren. Seit Anfang Februar bin ich in der achtmonatigen Freistellung und kann mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren, bevor es im Oktober wieder bei der Polizei losgeht.“

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