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Maxi Dallinger (l.) radelt gerade 400 Kilometer von München nach Erfurt-

Sportschützen

Maxi Dallinger ist Deutschlands Nummer eins

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Der Lengdorfer glänzte bei der  Kadersichtung mit Weltklasse-Ergebnissen.

Lengdorf – Maxi Dallinger hat sein Sportgerät gewechselt. Der Sportschütze ist derzeit mit dem Rennrad von München nach Erfurt unterwegs. Die rund 400 Kilometer meistert er gemeinsam mit einem Spezl aus der Polizeisportgruppe. Zuvor hatte der 24-Jährige aber in Garching-Hochbrück bewiesen, dass er zur nationalen Elite gehört. Mehr noch: Bei der Kadersichtung war er sowohl mit dem Luftgewehr als auch im Kleinkaliber-Wettkampf der Beste.

24 von Deutschlands besten Schützen hatten sich auf der weitläufigen Olympia-Anlage von 1972 getroffen. „Hier war es optimal, weil man das Hygienekonzept bestens einhalten konnte“, erklärt Dallinger. Zwischen zwei Schützen wurde jeweils ein Stand freigelassen. „So war der Abstand von 1,50 Meter gegeben“, so Dallinger weiter.

Der Lengdorfer schoss mit dem Luftgewehr zwei Qualirunden. Der Abschluss soll im Dezember stattfinden. Doch der Polizist legte schon mal gewaltig vor, schoss eine 630,0-Serie. „Das ist eine 10,5 im Mittelwert. Das kann sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen“, meint er. 10,5 im Durchschnitt? „Ja“, sagt Dallinger, „das Niveau in der Spitze wird immer höher“.

Noch deutlicher zeige sich das beim Kleinkaliber, bei dem der Lengdorfer schon die drei Qualirunden im Dreistellungskampf abgeschlossen hat. Der Polizist, der inzwischen in Haar wohnt, war konstant stark. Die Ergebnisse: 1171, 1176, 1180, 1173, 1181 und wieder 1171. Mit einem Schnitt von 1175,3 lag er deutlich vor Maximilian Wolf (1167,8), Markus Abt (1166,0) und Max Braun (1164,8). Die 1071 bezeichnete Dallinger als „ganz solide. Das reicht für die nationale Spitze, aber bei einem Weltcup kommst du damit nicht ins Finalschießen.“ Ganz anders bewertete er die 1081, sein bestes Ergebnis. „Damit bist du bei jedem Weltcup unter den besten Acht.“

Beim Deutschen Sportbund (DSB) ist man jedenfalls angetan von den aktuellen Leistungen während dieses Schießens. Gewehr-Bundestrainer Claus-Dieter Roth lobte das Leistungsniveau. Man sehe, „dass wir ohne große Wettkämpfe deutlich vorwärts kommen, da haben wir durch die Verschiebung der Olympischen Spiele ein Jahr gewonnen“, wird er auf der DSB-Homepage zitiert.

Direkte Auswirkungen auf ein mögliches Olympiaticket haben Dallingers Leistungen nicht, zumal er ohnehin für den Nationalkader gesetzt ist. Wie berichtet, muss sich der DSB erst einmal die nötigen Quotenplätze für Tokio holen. Aber Dallinger freute sich über seine persönlichen Leistungen im letzten hochwertigen Wettkampf dieses Jahres. Da inzwischen auch die Bundesliga abgesagt worden ist, werde es wohl lediglich von Vereinen selbst initiierte Freundschaftswettkämpfe geben, vermutet der Teamweltmeister von 2018.

Dallinger intensiviert indes sein Training – und zwar in jeder Beziehung. Gerade ist eben Ausdauer angesagt. „Am liebsten mache ich das auf dem Rad“, sagt er. Im Winter gehe es auf die Rolle, derzeit ist er ebenso auf der Strecke. Sein Leistungsvermögen? „Bei flachen 100 Kilometer komme ich schon auf einen 28er-Schnitt“, sagt er. Auf dem Weg nach Erfurt begleitet ihn übrigens ein ehemaliger 400-Meter-Sprinter. Läufer gegen Schütze – da dürfte klar sein, wer die bessere Kondition hat. „Das war anfangs durchaus anstrengend, aber mittlerweile kann ich ganz gut mithalten“, erzählt Dallinger lachend.

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