+
Finanziell unterstützt wird Maximilian Dallinger (l.) seit heuer von der Bodenleger Ulrich Eibl GmbH. Trotzdem fehlen noch 3000 Euro für den Jahresetat.  

Sportschützen

Maxi Dallingers nächste Chance fürs Olympia-Ticket

  • schließen

Der Lengdorfer startet bei der EM in Polen.

Lengdorf– Das Jahr 2020 ist für Maximilian Dallinger ein Jahr der besonderen Herausforderungen. Eine – die berufliche – Hürde hat er bereits genommen. Er hat seine Prüfungen bestanden und wurde zum Polizeimeister ernannt. Und jetzt kommen die sportlichen Aufgaben. Der Höhepunkt könnten die Olympischen Spiele in Tokio sein. Den Startplatz dafür will er sich im polnischen Breslau holen, wo der Luftgewehrschütze vom 26. Februar bis 2. März an den Europameisterschaften teilnehmen wird.

Zwei Quotenplätze werden bei der EM vergeben. Um an eins dieser Tickets für Olympia zu kommen, könnte es schon reichen, sich fürs Finale qualifizieren, da bereits viele aus der europäischen Elite ihren Startplatz für Tokio haben. Aber: Unter die besten Acht zu kommen, sei bei der starken Konkurrenz definitiv nicht garantiert, sagt Dallinger.

Wird das nicht ein Nervenspiel? „Mit Druck umgehen – das kenne ich ja schon. Ich gehe da relativ entspannt an den Start“, sagt der 23-Jährige, der neue Trainingsmethoden ausprobiert hat. Zum Beispiel Trockentraining ohne Munition. „Du nimmst das Gewehr in die Hand und zielst gegen die Wand.“ Die Russen, eine der führenden Nationen im Schießsport, so erklärt Dallinger, machten das seit Jahren. Auch neue Gleichgewichtsübungen testet er. Zum Beispiel das Schießen auf Wackelpads aus Schaumstoff. Abwechslung im Trainingsprogramm schade nicht, meint der Lengdorfer. Deshalb freute er sich auch schon aufs Langlaufen als nachmittäglichen Ausgleich während des Lehrgangs in Ruhpolding, den er als „sehr intensiv“ bezeichnete. „Dort ist es immer schwer, zu schießen.“ Das Problem seien das helle Licht und der untypische Hintergrund der Scheiben. Das bringe aber auch Abwechslung rein und gestalte das Training deutlich anspruchsvoller. Die Ergebnisse seien deshalb nie so hoch wie in Hochbrück. „Aber das ist auch gewollt so. Wir können ohne große Erwartungen in die EM starten und werden in Polen sicher bessere Bedingungen haben, die es uns dann leichter machen.“ So klingt eben der Optimist Dallinger.

Weitere Tickets gibt’s beim Weltcup in Indien

Sollte es mit dem Startplatz für Olympia diesmal nicht klappen, werde er Ende März beim Weltcup in Indien antreten. Die allerletzte Chance wäre dann im April: ein separates Quotenplatzturnier, bei dem nochmal zwei Tickets vergeben werden.

Dallinger macht keinen Hehl daraus: Olympia ist sein Traum. Aber auch ohne Tokio bleibe der Schützensport seine Leidenschaft – die übrigens viel Geld kostet. Der Verband bezahle zwar die Reisekosten zu den Wettkämpfen. Doch Ersatz- und Verschleißteile (Dallinger: „Ein Schießriemen reißt halt einfach mal nach einem halben Jahr“) und anderes Kleinzeug – das gehe ins Geld. Deshalb ist der Lengdorfer über Sponsoren wie etwa Bodenleger Ulrich Eibl dankbar, der ihn finanziell unterstützt. Von der Sporthilfe bekomme er auch einen monatlichen Betrag. Dennoch: 3000 Euro seines Jahresbedarfs seien noch ungedeckt, rechnet er vor. Gegen weitere finanzielle Unterstützer würde er sich nicht wehren, meint er lachend.

Übrigens: Nach dem Hoffentlich-Höhepunkt in Tokio im September wird es einen Defintiv-Höhepunkt im Oktober geben. Dann tritt der Polizeimeister seinen Dienst bei der Polizeiinspektion Erding an.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wie geht es im Amateurfußball weiter? 15 mögliche Szenarien
Am Montagabend richteten die Vereinsverantwortlichen ihre Blicke auf den Computer: Der BFV informierte über die Entwicklungen rund um den ausgesetzten Spielbetrieb.
Wie geht es im Amateurfußball weiter? 15 mögliche Szenarien
Dance Angels auf Höhenflug – Verein ist stolz auf sein neues Aushängeschild
Die JHV der Showtanzformation Dance United in Wartenberg musste aufgrund der Corona-Krise verschoben werden. Der Vorstand übermittelte jedoch auf Nachfrage wenigstens …
Dance Angels auf Höhenflug – Verein ist stolz auf sein neues Aushängeschild
Marina Rappold und die Pause zwischen Vietnam und Budapest
Die Langstreckenläuferin aus Unterschwillach plant heuer ihren ersten Marathon. Jetzt war erst einmal Pause angesagt.
Marina Rappold und die Pause zwischen Vietnam und Budapest
Taufkirchens Senioren bleiben fleißig zu Hause
Eine schöne Überraschung flatterte den Turnerinnen der Senioren-Gymnastikgruppe des TSV Taufkirchen ins Haus. Die Übungsleiterin hatte ihnen eine sportliche Anordnung …
Taufkirchens Senioren bleiben fleißig zu Hause

Kommentare