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Mit „Franz-Steer-Eishockey“ zum Derbysieg

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Von: Wolfgang Krzizok

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Guter Fang: Dorfens Torwart Luca Endres war der überragende Mann im Derby, hier entschärft er einen Schuss von Marko Babic (l.).
Guter Fang: Dorfens Torwart Luca Endres war der überragende Mann im Derby, hier entschärft er einen Schuss von Marko Babic (l.). © Christian Riedel

Mit einer Enttäuschung endete für die Erding Gladiators die Bayernliga-Saison 2021/22. Und für die Saison 2022/23 müssen sie sich einen neuen Trainer suchen.

Erding/Dorfen – Das Derby gegen den ESC Dorfen ging 1:5 verloren, zudem verkündete Trainer Thomas Vogl am Ende der Pressekonferenz, dass er seine Zelte bei den Gladiators abbrechen wird. Ihn zieht es von der oberbayerischen Herzogstadt Erding in die niederbayerische Herzogstadt Landshut.

Zunächst aber stand das Derby im Mittelpunkt. „Den Saisonabschluss hätten wir uns anders vorgestellt“, bekannte Gladiators-Pressesprecher David Whitney, bevor er Gästetrainer Franz Steer das Wort erteilte. Der ging zuerst auf seinen dezimierten Kader ein und sein „allerletztes Aufgebot“. Er habe seiner Mannschaft gesagt: „Jungs,wir können nur gewinnen.“ Das Team habe aus den Spielen gegen Erding gelernt, „speziell aus dem letzten“. Hatte man da noch einige Unterzahltore und einige Gegentreffer nach Kontern kassiert, habe diesmal das Defensivspiel perfekt geklappt. „Wir hatten auch eine sehr starke Torwartleistung“, sagte Steer und untertrieb dabei fast ein wenig, denn Luca Endres bot eine überragende Partie.

„Wir haben letztlich Old-Stlye gespielt – simples Hockey“, beschrieb es der ESC-Trainer. „Und wenn man dann noch Leidenschaft zeigt, dann kann man auch erfolgreich sein.“ Steer fasste zusammen: „Erding ist eine sehr gute Mannschaft, aber wenn man sie nicht spielen lässt, dann wird’s schwierig für sie.“

Sein Gegenüber Thomas Vogl lobte die Eispiraten, „die perfektes Franz-Steer-Eishockey gespielt haben – Mittelzone zu und meine Spieler nicht zur Entfaltung kommen lassen“. Man habe halt jetzt ein Derby verloren, „aber im Endeffekt eine großartige Runde gespielt – bis auf das letzte Spiel, das für mich jetzt schon Vergangenheit ist“. Man müsse solche Niederlagen halt mal hinnehmen. „Es tut mir Leid für die Zuschauer. Wir hatten natürlich einen Sieg erwartet, aber das haben wir nicht geschafft, weil der Gegner gut eingestellt war und der Torwart gut gehalten hat.“ Ein großer Wermutstropfen sei die Schulterverletzung von Erik Modlmayr, der ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Abschließend sagte Vogl: „Ich muss mich entschuldigen für das Spiel heute, wir haben verloren, und Dorfen hat es bis zum Schluss souverän runtergespielt.“ Auf Nachfrage, warum seine Mannschaft sehr nervös gewirkt und unerklärliche technische Schwächen offenbart habe, meinte Vogl: „Ich denke mir, dass der Dampf ein bisschen raus war.“ Das habe er schon am Sonntag gegen Königsbrunn gespürt. „Es war einfach eine lange, harte Saison“, fasst er zusammen, ehe er seinen Abschied bekanntgab.

Zusammenarbeit beendet: Gladiators-Trainer Thomas Vogl (l.) und Pressesprecher David Whitney.
Zusammenarbeit beendet: Gladiators-Trainer Thomas Vogl (l.) und Pressesprecher David Whitney. © Christian Riedel

Der offizielle Teil der Pressekonferenz war beendet, Dorfens Trainer Franz Steer bereits „entlassen“, da bat Gladiators-Pressesprecher David Whitney noch um Aufmerksamkeit. „Es war nicht nur das letzte Saisonspiel, sondern auch das letzte Spiel von unserem Trainer Thomas ,Birdy’ Vogl“, sagte er. Der gebürtige Landshuter habe dem Verein diese Woche mitgeteilt, dass er seine Zelte in Erding abbrechen werde.

Er habe ein Angebot von seinem Heimatverein EV Landshut bekommen, „das ich nach langem Überlegen angenommen habe“, erklärte Vogl, dem es schwer fiel, die richtigen Abschiedsworte zu finden. „Ich gehe da ein bissl in den Nachwuchs rein“, sagte er. Er werde DNL-Spielern helfen, sich in die erste Mannschaft einzugliedern, „und ich werde auch bei der Ersten mehr dabei sein“. Er habe beim EVL die Gelegenheit, viel zu lernen, „und ich kann mich auch anderweitig entwickeln“.

Acht Jahre sei er jetzt Bayernliga-Trainer gewesen, „davon fünf wunderschöne Jahre hier in Erding“. Er habe auch deshalb beschlossen, das Angebot des EVL anzunehmen, „um etwas anderes kennenzulernen“. Schmunzelnd fügte er an: „Es muss ja nicht das letzte Spiel für mich hier in Erding gewesen sein, wer weiß, was in ein, zwei, drei Jahren ist.“ Ziel sei es, bei den A-Schein-Trainern zu lernen, um in ein paar Jahren dann selbst den A-Schein zu machen.

„Ich gehe mit schwerem Herzen“, erklärte der 45-Jährige sichtlich bewegt. „Ich habe zu den Jungs in der Kabine gesagt, das ist meine zweite Familie hier geworden. Was wir heuer durchgestanden haben, das gibt’s nur in Familien und im Mannschaftssport.“ Es falle ihm „brutal schwer“, zu gehen. „Aber ich muss diese Chance annehmen und muss leider Erding zur neuen Saison verlassen.“

Verabschiedet wird Vogl bei der Saisonabschlussfeier, „die irgendwann im April stattfindet“, sagte Whitney. Jetzt müsse man sich aber notgedrungen erstmal auf die Suche nach einem neuen Trainer machen.

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