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Die Verunsicherung bleibt

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Ist zufrieden: Andreas März trainiert weiter am Stützpunkt.
Ist zufrieden: Andreas März trainiert weiter am Stützpunkt. © Archiv

Noch immer gibt es Zwist um den Landesstützpunkt Schwimmen in München.

München/Erding Es sind schwere Anschuldigungen, die gegen den Landesstützpunkt Schwimmen in München erhoben werden. Die Heimatzeitung hatte vergangene Woche über Amelie Zachenhuber berichtet, die durch die Verlegung des zweiten Stützpunktes von Erlangen nach Nürnberg ähnlich angespannte Verhältnisse befürchtet, wie es in München Anfang des Jahres zu beobachten gewesen war. Die Reaktionen sind unterschiedlich: Die einen sagen, dass diese Vorwürfe nicht stimmen, andere behaupten, es sei noch schlimmer als beschrieben.

So stellten Trainer der SG Stadtwerke München, die zeitgleich auch Stützpunkttrainer in München sind, sowie Schwimmtalent Andreas März aus Wörth, Schwimmer bei der SG, klar, wie das Training in München seit Corona abläuft. Es sei richtig, dass auf der Liste der Bundes- und Kaderathleten allein 20 SG-Schwimmer stünden, allerdings seien nach der „mühselig erkämpften Lockerung ausschließlich Kaderschwimmer – auch von anderen Vereinen – im Becken gewesen“. Dies berichtet die Mutter von März, die die hervorragende Arbeit des Stützpunktes betont. „Der Rest der SG-Gruppen, also ohne Kaderstatus, auch aus Andis Perspektiv-Team, trainierte mit Neoprenanzügen im Freiwasser, unter anderem auf der Ruderregatta-Strecke in Oberschleißheim“. Es sei also keinesfalls so gewesen, dass keine Trainingsmöglichkeiten geboten wurden.

Dennoch bleibt der Vorwurf einiger Schwimmerinnen und Schwimmer aus anderen Vereinen sowie deren Eltern bestehen, dass nicht erkennbar gewesen sei, nach welchen Ausschlusskriterien entschieden worden sei, welche Kaderschwimmer nun im Becken trainieren dürften und welche nicht. Gerade nach wochenlangem Warten und großer Unsicherheit war die Enttäuschung bei denjenigen, die nicht zum Training kommen durften, enorm groß. Der allgemeine Wunsch: mehr Transparenz und eine bessere Kommunikation.

Von diesen Diskrepanzen wollte sich Sander Liebig loslösen. Der Schwimmer des TSV Erding, der bis Ende vergangenen Jahres ebenfalls am Stützpunkt trainierte, hat sich wegen des neues Trainingskonzepts dazu entschieden, nicht weiter in München zu trainieren. Liebigs Trainer Ralf Alscher zeigt Verständnis. „Es ist nun mal schwierig, wenn Verein und Stützpunkt zusammengelegt werden und dadurch Interessenskonflikte entstehen“, sagt er. Allerdings sei es auch nicht ganz richtig gewesen, dass Sander und seine Mutter gehört hatten, dass Nicht-Kader-Athleten seit Mai in München hätten trainieren dürfen. Es bestehe zwar noch Kontakt zu ehemaligen Schwimmkameraden, aber künftig wolle man sich aus diesem Konflikt raushalten.

Die Trainer des Stützpunktes hätten sich allerdings auch gesprächsbereit gezeigt. So hätten sie in den vergangenen Monaten mehrfach um Gespräche mit den beteiligten Eltern gebeten, auch einige Schwimmer des Landkreises Erding betreffend, um die Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. Bei einem dieser Treffen wurde auch das Trainingskonzept, weswegen Liebig gegangen ist, diskutiert und zum Teil hinterfragt. Die klare Aussage der Stützpunkttrainer: Schüler der „Eliteschule des Sports“ dürfen ab der 8. Klasse ausschließlich am Training des Stützpunktes teilnehmen und nicht mehr beim Heimverein.

Für viele Heranwachsende eine schwierige Entscheidung. Eine ehemalige Trainingskollegin von Amelie Zachenhuber beim SC Prinz Eugen München, Rabea Bremer-Möller, hatte sich entschieden, weiterhin bei ihrem Heimverein zu trainieren und darf deswegen aktuell nicht am Frühtraining des Stützpunktes teilnehmen – trotz Kaderstatus. Ihr Vater beklagt die mangelnde Kommunikation der Verantwortlichen mit den Athleten selbst, welche gerade in der Pubertät ein gutes Gefühl bräuchten. Es müsse zwischenmenschlich ebenso wie sportlich passen.

Fazit: Es zeigt sich, dass die älteren Sportler scheinbar besser mit der Situation in München umgehen können als die jüngeren. Doch genau diese Gruppe ist es, die durch viel Zuspruch und Begeisterung für den Sport motiviert werden müsse, heißt es aus Elternkreisen. Sie und ihre Kinder hoffen, dass sich die Wogen bald glätten – im Sinne und zu Gunsten der jungen Schwimmer.

Aleks Scharfe

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