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Sportler des Jahres: Oliver Zeidler (l.) freut sich über den Pokal, den EA-Sportchef Dieter Priglmeir überreicht. 

Sportler des Jahres 2019 - Die Pokalübergabe

Oliver Zeidler: Keine Zeit für ein Motivationsloch

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    Wolfgang Krzizok
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Der Ruder-Weltmeister  trainiert nach der Olympia-Verlegung zäh wie eh und je. Und er freute sich riesig über seine Auszeichnung zum „Sportler des Jahres“. Dazu haben ihn unsere Leser gekürt.

Oberschleißheim/Schwaig –Einmal lässig über die Olympiastrecke rudern – „das könnt Ihr gern mal machen“, sagt Oliver Zeidler den beiden Journalisten, „Aber da müsst ihr unbedingt Sportklamotten tragen.“ Und Badehosen. Denn diese schmalen Boote, naja, kentern kann man schon mal schnell. „Ist mir erst letzten Monat passiert“, erzählt er. Und wir staunen.

Der Ruder-Weltmeister  trainiert nach der Olympia-Verlegung zäh wie eh und je. Und er freute sich riesig über seine Auszeichnung zum „Sportler des Jahres“. Dazu haben ihn unsere Leser gekürt. der im Jahr 2019 alles gewonnen hat, was es nur zu holen gibt. Inklusive die Wahl der Heimatzeitung. 676 Leser des Erdinger/Dorfener Anzeiger kürten ihn zum „Sportler des Jahres 2019“,

Viele hatten wohl auch noch dieses mitreißende WM-Finale im September vergangenen Jahres im Kopf, als Zeidler auf Platz vier liegend zu seinem Endspurt ansetzte. Das Zielfoto musste am Ende entscheiden. Aber er selbst war sofort zuversichtlich, erzählt der 24-Jährige. „Wenn man Head to Head ist, dann sieht man das“, sagt er und meint seinen Drei-Hundertstel-Vorsprung auf dem Dänen Sverri Nielsen. „Ich war mir nur nicht sicher, ob es auch gegen den Norweger gereicht hat.“ Weil aber auch Kjetil Borch hinter ihm lag, hatte der Schwaiger tatsächlich nach der EM noch die WM gewonnen.

Und damit war er natürlich auch der Top-Favorit für die Sommerspiele in Tokio. Er könnte seinem Großvater Hans-Johann Färber nachfolgen, der 1972 im so genannten „Bullen-Vierer“ in Oberschleißheim Gold gewonnen hat. Der Gedanke, aus dem Schatten des – ihn stets fördernden – Opas zu treten, gefällt Zeider. Und überhaupt: „Olympionike zu werden, das war immer mein Traum.“

Die Nachricht, dass die Spiele in Tokio wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verlegt werden, hat der Weltmeister längst verdaut. Er habe es damals sofort erfahren, als es beschlossen wurde, erinnert sich Zeidler. Letztlich sei er froh gewesen, dass sich das IOC auf eine Verschiebung eingelassen hat. Damit sei wenigstens die Gefahr gebannt gewesen, dass Deutschland die Spiele boykottiert hätte (was tatsächlich im Raum stand) und er bis 2024 um seine Möglichkeit gebracht worden wäre, um Medaillen mitzukämpfen.

Zeidler verschob sein geplantes Auslandsjahr und das Master-Studium, das er eigentlich nach Olympia beginnen wollte. Motivationsprobleme? Habe er nie gehabt. Als im Frühjahr die Absage der Weltcups kam, telefonierte er sich mit den anderen europäischen Spitzenathleten zusammen, um private Rennen zu organisieren („auf einem See irgendwo in Europa“), was letztlich aber damals an den Einreisebeschränkungen scheiterte.

„Ich versuche einfach weiter zu trainieren, um im Rhythmus zu bleiben“, sagt der 2,03 Meter große Hüne. Zwischen 31. Juli und 2. August werde er eine Rennsimulation durchführen – das sind jene Tage, an denen eigentlich die Olympia-Finalläufe in Tokio hätten steigen sollen.

Ansonsten scullt er in Oberschleißheim seine Kilometer runter. Nimmt klaglos hin, wenn seine Trainingszeit – wie jüngst geschehen – wegen eines Schwimmevents verlegt werden muss. Dann ist er eben schon um sieben Uhr morgens auf dem Wasser. Mit Vater Heino und Opa Hans-Johann, die ihn und seine Schwester Marie-Sophie, ebenfalls eine Top-Ruderin (Platz vier bei der Sportlerwahl )trainieren und betreuen. Und mit zwei Journalisten, die eben keine Badehose dabei hatten. Aber den Pokal für unseren „Sportler des Jahres 2019“.

Unsere Sportlerwahl 2019: Weil wir wegen der Corona-Pandemie auf unsere Sportler-Gala verzichten mussten, haben wir uns heuer dafür entschieden: Wenn die Sportler nicht zu den Pokalen kommen können, kommen die Pokale eben zu den Sportlern. Deshalb besuchen wir sie in den kommenden Wochen an ihren Trainingsstätten.

 

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