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Der Fokus bleibt auf Olympia: Oliver Zeidler sowie sein Vater und Trainer Heino Zeidler vor der Regattastrecke in Oberschleißheim. Noch kann der Schwaiger dort trainieren. 

Rudern

Oliver Zeidler: Noch lebt der Olympia-Traum

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Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler hält sich an seinen Trainingsplan.  Aber auf die motivierenden Regatten als Saisonhighlights muss er verzichten.

Schwaig– Oliver Zeidler ist Welt- und Europameister im Einer-Rudern und eine der Gold-Hoffnungen für Olympia. Aber finden Ende Juli/Anfang August die Sommerspiele in Tokio überhaupt statt? Der 23-jährige Schwaiger glaubt noch fest daran. Aber er gibt auch zu: Einfach ist die Situation gerade nicht.

Herr Zeidler, der Deutsche Ruderverband hat die Qualifikationsrennen zu Olympia abgesagt.

Ja, aber das ist nicht das Problem. Ich bin ja schon für Tokio qualifiziert. Leider sind jetzt aber auch fast alle Vorbereitungsregatten abgesagt: die deutsche Meisterschaft und die Weltcup-Rennen. Nur die EM Anfang Juni in Polen steht noch im Kalender.

Inwiefern hat die Corona-Pandemie Ihren Trainingsplan bereits geändert?

Aufgrund der abgesagten Regatten fehlen die ruhigen Phasen vor den Rennen. Ich werde einfach durchtrainieren, damit ich Ende Juli fit bin. Denn noch ist fest geplant, dass die Olympischen Spiele stattfinden. Ich war am Montagvormittag noch im Fitnessstudio schwimmen. Nachmittags wurde das dann geschlossen. Ich hätte auch gern noch länger den Olympiastützpunkt in München und die Regattastrecke in Oberschleißheim genutzt. Zum Krafttraining und dann auf dem Wasser. Ich rudere im Einer, neben mir ist weit und breit keiner. Da ist die Ansteckungsgefahr relativ gering. Aber nun wurde auch die Regattastrecke inklusive der Gebäude geschlossen. Drum geht’s jetzt nur noch daheim in den Keller. Da steht unser Ruder-Ergometer.

Gemeinsames Training mit Kollegen aus dem Nationalkader ist aber schwierig, oder?

Nach und nach wurde immer mehr abgesagt. Der Deutschland-Achter durfte zum Beispiel in Dortmund nicht mehr trainieren. Jetzt wurden die Norweger für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt, weil sie aus Portugal zurückkamen.

Haben Sie Kontakt zur internationalen Konkurrenz?

Klar, als die Absage der Weltcups kam, haben wir uns zusammentelefoniert. Wir wollten private Rennen organisieren – auf einem See irgendwo in Europa. Das ist aber leider an den Einreisebeschränkungen gescheitert.

Nervt Euch Athleten diese Situation nicht enorm?

Wir sehen das relativ entspannt. Wir können die Entscheidungen ohnehin nicht beeinflussen.

Eine Olympia-Absage hätte wohl auch Auswirkungen auf die finanzielle Situation. Brechen da nicht auch Sponsoren weg?

Sponsoring ist sowieso eine schwierige Sache. Vergangenes Jahr zum Beispiel hatten potenzielle Sponsoren ihre Planungen schon abgeschlossen, bevor ich die WM gewonnen habe. Aber klar, wir werden gegebenenfalls die Verträge durchschauen wegen irgendwelcher Klauseln im Falle der Olympia-Absage. Wie das mit der Deutschen Sporthilfe weiterlaufen würde, dazu gibt’s ja leider auch noch keine Aussagen.

Ist diese ungewisse Zukunft nicht Gift für die Motivation, sich täglich zu quälen?

Natürlich ist das keine einfache Situation. Aber nochmal: Olympia ist noch nicht abgesagt. Deshalb habe ich überhaupt keine Motivationsprobleme, was die unmittelbare Vorbereitung auf Tokio betrifft. Anders ist das natürlich mit den abgesagten Regatten. Solche Rennen sind ja schließlich auch Saisonhöhepunkte, für die ich trainiere und auf die ich mich gefreut habe.

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