Florian Riepl ist Obmann der Schiedsrichtergruppe Erding.

Nach dem Bundesliga-Eklat

Riepl: „Jetzt wird alles auf den Schiri abgewälzt“

  • Markus Schwarzkugler
    VonMarkus Schwarzkugler
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Erding - Der Respekt zwischen Referees und Vereinen hat nach dem Bundesliga-Eklat am Sonntag weiter abgenommen. Das findet der Obmann der Schirigruppe Erding.

Leverkusens Trainer Roger Schmidt wollte einfach nicht auf die Tribüne. Da dachte sich Schiri Felix Zwayer eben: „Gut, dann gehen wir in die Kabine“ - und unterbrach die Partie zwischen Leverkusen und Dortmund für neun Minuten. Alles richtig gemacht, findet Florian Riepl, Obmann der Schirigruppe Erding. „Schmidt war uneinsichtig, seine Körperhaltung machte klar, dass er sich nicht beraten lassen würde“, sagt der 31-Jährige. „Es gab fast keine andere Möglichkeit als eine Unterbrechung.“ Zumal Zwayer Bayer-Kapitän Stefan Kießling schon zu Schmidt geschickt hatte, um auf diesen beruhigend einzureden.

Aber warum ist der Schiri nicht selber zu dem Trainer an die Seitenlinie gegangen? Riepl pfeift Spiele bis zur Regionalliga. Dort würde er den Trainer persönlich auf die Tribüne schicken. Aber in der Bundesliga, da habe man es am Spielfeldrand nicht nur mit dem Übungsleiter zu tun. Da springe die ganze Bank auf. „Bei großen Ansammlungen sollte man es so wie Zwayer über den Spielführer regeln“, sagt der Erdinger. „Wenn der Schiri danach nochmal hingehen würde, hätte er eh schon verloren.“

Die Szenen vor dem entscheidenden Dortmunder 1:0 hatten bei Schmidt das Fass zum Überlaufen gebracht. Ihn störte, dass der dem BVB-Konter vorangegangene Freistoß nicht an der richtigen Stelle ausgeführt worden sei. Riepl findet jedoch: „Die Entscheidung war im Grünen Bereich“.

Worüber er sich dagegen aufregt, ist die seiner Meinung nach einzige Fehlentscheidung Zwayers: Er hätte Bayer in der 71. Minute einen Handelfmeter zusprechen müssen. „Auch wenn Schmidt der Verursacher gewesen ist, wird so nun wieder alles auf den Schiri abgewälzt. So hat Zwayer den Schwarzen Peter“, sagt Riepl. Sein bitteres Fazit: „Der Respekt geht weiter verloren.“

Im Amateurbereich kämen ähnliche Vorfälle immer seltener vor. Das habe zwei Gründe. Erstens, dass die Partie gegen den Verein, dessen Trainer sich nicht beruhigen lassen will, gewertet würde. Und zweitens, dass empfindliche finanzielle Strafen drohen. Was den Landkreis Erding angeht, kann sich Riepl an ein Lipp-Cup-Finale zwischen den Moosinninger und Altenerdinger B-Junioren vor wenigen Jahren erinnern. Damals wollte der Trainer der SpVgg partout nicht den Spielfeldrand verlassen.

Markus Schwarzkugler

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