Einen Raupenschritt präsentierten die Cowboys in ihrer Amerika-Vorführung (v. l.): Lara Biener, Theresa Oberleitner, Lucia Schwarz und Annalena Hennig. Im Hintergrund springt Paula Kohlmüller auf den Kasten. foto: bauersachs

Showturnen – TSV Erding

Ein Salto rund um den Erdball

Erding – Egal ob Indianer, Shakira, Schlägertrupps oder feurige Spanierinnen: Die Turner des TSV Erding ließen bei ihrer Weltumrundung zum Jahresabschluss kaum etwas aus.

„Turnen around the world“ lautete das Motto der Turnshow des TSV Erding in der Semptsporthalle. Die Reise um die Welt starteten die 118 Akteure im Alter von drei bis 24 Jahren mit Gymnastik in Deutschland. Danach ging es auf der Arche Noah zusammen mit den wilden Tieren weiter. Das Schiff, gestaltet aus Bänken und Kästen, diente den Kleinsten der Eltern-Kind-Gruppe zum Balancieren und Springen. Schließlich strandete man in Kenia, wo sich die Löwen in großen Sprüngen auf dem Trampolin versuchten. Die Kleinkindergruppe von Cornelia Schadt und Patricia Reinsch präsentierten ein Medley aus dem König der Löwen.

Dann kam der Nikolaus. Für alle kleinen Akteure hatte er was dabei. Und für die noch kommenden Größeren ließ er einen Sack mit Überraschungen da. Schließlich ging die Reise in China weiter. Die Nachwuchs-Wettkampfgruppe der Mädchen im Alter von sechs bis acht Jahren trat als Reisbäuerinnen auf und präsentierte eine Bodenübung mit kleinen Kästen. Handstände, Rad und Rolle konnten einige schon perfekt. Von den voll besetzten Rängen gab es viel Applaus. Die feurigen Spanierinnen, die Mädchen des allgemeinen Turnens ab acht Jahren, zeigten ihre Freude an Bewegung – mit Band am Schwebebalken und mit Akrobatik am Boden. Die Choreographien haben die Mädchen fast alleine ausgetüftelt.

Es ging weiter nach Amerika. Im Wilden Westen schlichen sich die Indianer an. Die Cowboys waren ihnen mit fetziger Country-Musik dicht auf den Fersen. Nach einem kurzen Angriff folgte die Versöhnung, und gemeinsam ging es ans Trampolin. Gewagte Sprünge und einige Überraschungen später gab es sogar Standing Ovations für die schwungvolle und lustige Einlage. Veronika Stricker hatte mit ihren Anfängerinnen einen orientalischen Bauchtanz einstudiert. Kräftig wurden die Hüften geschwungen, so dass die lilafarbenen Hüfttücher mit den Silbermünzen klimperten. Den Schlusspunkt vor der Pause setzte ein weiterer Teil der Wettkampfgruppe Mädchen mit ihrer Bodenkür. Sie repräsentierten Russland und setzten das Lied Kalinka auf.

Die alten Hasen zeigen’s der Jugend

Mit „Waka Waka“ von Shakira ging es in Südafrika weiter. Unter der Leitung von Doris Corsten zeigten die Wettkampfmädchen eine kunterbunte Tanzeinlage. Ein ganz besonderes Highlight gab es in Bayern. Nina Schels, Carina Meilinger und Florian Schulte – drei Eigengewächse des TSV und heutige Trainer – wollten es gar nicht langsam, sondern schnell. Sie beeindruckten sitzend im Bob, und mit ihren Flick-Flacks und Salti. Das hätten die Jungen den Alten in ihren schicken Lederhosen gar nicht mehr zugetraut.

In Deutschland stellten die fortgeschrittenen Mädchen das nationale Turnen vor. Von Gymnastik zu Musik, über Rhythmische Sportgymnastik bis hin zu klassischem Bodenturnen. Weiter ging es in Indien Bollywood wurde mit einem indischen Tanz und einer Stufenbarren-Übung von den großen Mädchen der Wettkampfgruppe repräsentiert. Das Lied des Sängers Abhijeet sorgte für besonders gute Stimmung: Die ganze Halle tanzte mit.

Auf Hawaii wurde die Schriftsprache erst im 19. Jahrhundert eingeführt. Daher hatte Gesang und Tanz – der Hula – eine besondere Bedeutung für Überlieferungen. Mit ihren Bändern erzählte eine weitere Gruppe der Wettkampfmädchen vom Regenboden und der Welt darüber. Nicht fehlen durfte in der Show eine Power-Turnen-Einlage. Mit Masken und Mänteln wie im Karneval in Venedig gab es Synchronturnen mit Handstand, Rad und Überschlag sowie Flick-Flacks und Salti auf der provisorischen Tumbling-Bahn.

Mit Stöcken bewaffnet gingen die fünf Buben von Trainer Andreas Knauer aufeinander los. Den Schlägen ausgewichen wurde mit Flick-Flacks am Boden oder Salti übers Trampolin. Die letzten beiden Stationen übernahmen wieder die Wettkampf-Mädchen. Zuerst im Regen in England – mit Schirm auf dem Schwebebalken, Handstand und Rad sowie Salti und freies Rad als Abgang. Und zu guter Letzt ein Abstecher nach Frankreich – dem Land der Liebe und der Liebenden. Ein Thema, das die Mädchen Lucia Schwarz, Lara Biener, Theresa Oberleitner und Lisa Römer mit einer kleinen Liebesgeschichte zweier Pärchen turnerisch darstellten. Der Heiratsantrag am Ende war der romantische Schlusspunkt der Show.

Brigitte Biener

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