Ein Bild aus fröhlichen Tagen: Auf solche Abschlussbilder wie etwa im Januar 2018 muss der Skiclub Dorfen diesmal verzichten. Das verbieten schon die Abstandsregeln. Kurse soll es aber sehr wohl geben.
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Ein Bild aus fröhlichen Tagen: Auf solche Abschlussbilder wie etwa im Januar 2018 muss der Skiclub Dorfen diesmal verzichten. Das verbieten schon die Abstandsregeln. Kurse soll es aber sehr wohl geben.

„Absagen geht schneller als kurzfristig organisieren“

Skikurs im Januar: SC Dorfen arbeitet daran

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Der Skiclub Dorfen plant weiterhin seine Skikurse im Januar. Absagen könne man auch spontan, organisieren aber nicht. Dafür gibt es ein strenges Hygienekonzept.

Dorfen – Der wichtigste Sport während der Weihnachtsferien wird heuer nur sporadisch stattfinden. Die meisten Wintersportvereine im Landkreis Erding haben bereits ihre Skikurse abgesagt (siehe Kasten). Der Skiclub Dorfen kämpft noch darum. Vier Stunden habe man in der Abteilungsleitung darüber diskutiert und beraten, erzählt Pressesprecherin Gitte Widl.

Am Ende habe sich der Verein bei einer Gegenstimme für die Durchführung der Kurse entschieden und ein Konzept erarbeitet, das es dem Verein ermöglicht, auch unter diesen erschwerten Bedingungen Kindern ab fünf Jahren das Ski fahren beizubringen. „Wir wissen, dass die Chancen nicht so gut stehen. Aber das Ganze doch noch abzusagen, geht schneller, als es kurzfristig auf die Beine zu stellen.“

Vier Stunden lang brütete der Vorstand des Skiclub Dorfen über das Ob und Wie der Januar-Kurse (v. l.): Rudi Braun, Linda Grundner, Henriette Langer, Kilian Weilnhammer,Michael Amann, Eva-Maria Finger, Ben Grundner. Auf dem Bild fehlt Gitte Widl.

Die wichtigsten Entscheidungen: Es werden keine Skibusse eingesetzt, die Lerngruppen werden sehr klein sein (fünf bis acht Schüler), Anmeldungen sind nur online möglich, der Zwergerlkurs für Vierjährige entfällt. „Und die Skikurse finden natürlich nur statt, wenn Tirol kein Corona-Risikogebiet ist“, erklärt Widl. Auch die aktuelle Corona-Situation im Landkreis Erding werde bei der endgültigen Entscheidung über die Durchführung eine Rolle spielen. Bei Schneemangel in St. Jakob würden die Kurse ohnehin ausfallen. Terminiert sind sie diesmal auf 6./9./10. und 16. Januar. Die Kursgebühr beläuft sich auf 70 Euro, die aber erst nach dem Kurs abgebucht werden. Widl geht davon aus, dass heuer höchstens 100 Kinder, Jugendliche und Erwachsene teilnehmen werden. In den vergangenen Jahres seien es stets um die 240 gewesen.

Haben die Kurse in dieser Saison tatsächlich eine Chance? Eine Antwort darauf gibt Eva-Maria Finger, Corona-Beauftragte des Skiclub Dorfens eingangs des erarbeiteten Hygienekonzepts: „Als Individual- und Outdoorsportart hat der Ski- und Snowboardsport im Vergleich zu anderen Disziplinen günstige Voraussetzungen, um trotz Corona ausgeführt werden zu können. Diese Chance wollen wir gemeinsam mit der gebotenen Weitsicht und dem notwendigen Verantwortungsbewusstsein nutzen.“ Natürlich habe aber die Gesundheit aller Teilnehmer oberste Priorität, betont sie. Das von den Dorfenern erarbeitete Hygienekonzept für die Skikurse 2021 sei angelehnt an die Richtlinien des nationalen und bayerischen Skiverbands. Alle Kursteilnehmer und deren Begleitpersonen seien verpflichtet, sich an das Hygienekonzept zu halten. Es gelten zusätzlich die Corona-Regeln der Bergbahn Pillersee. Die wichtigsten Punkte:

Der Skiclub informiert 

...über die bei der Anmeldung hinterlegten Mail-Adressen, durch Aushänge im Schaukasten an der Geschäftsstelle (St. Hubertus-Apotheke, Dorfen) sowie über ihre Homepage. Vor Beginn der Skikurse werden alle Teilnehmer über die entsprechenden Regelungen informiert und geschult. Wer sich nicht an die Regeln hält, kann vom Kurs ausgeschlossen werden.

Die Anmeldung 

...zu den Ski- und Snowboardkursen ist vom 8. November bis 6. Dezember möglich -– und zwar ausschließlich online über www.skiclub-dorfen.de. „Das ist eine Premiere für uns“, berichtet Widl. Die Mindestteilnehmerzahl pro Kurs sind fünf Skischüler. Die Einteilung der Skikurse wird auf der Homepage beziehungsweise im Aushang an der St. Hubertus-Apotheke in Dorfen Ende Dezember bekannt gegeben. Dort ist auch der Liftkartenverkauf am 2. Januar (10 bis 15 Uhr).

Anreise

Aufgrund der Corona-Situation setzt der Skiclub keine Busse ein. Alle Teilnehmer müssen privat anreisen. Wer Fahrgemeinschaften bildet, muss sich an die hierfür geltenden Richtlinien des Freistaats Bayern halten. „Aktuell müssen dort Masken getragen werden“, so Finger, die rät: „Generell sollen nicht mehr Begleitpersonen als notwendig zu den Skikursen anreisen.“

 

Am Treffpunkt, in den Liftanlagen, beim Anstehen, in der Gastronomie sowie in allen geschlossenen Räumen, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Skischüler und Skilehrer sind dazu angehalten, immer einen Mund-Nasenschutz zu tragen, wenn ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht garantiert werden kann. Der Skiclub rät daher, durchgängig ein Buff oder eine Maske zu tragen. Skischüler und -lehrer sollen bei Kontakt immer Handschuhe tragen. Eltern und sonstige Begleitpersonen müssen einen Mund-Nasenschutz tragen, sobald sie sich der Kursgruppe nähern, und stets einen Abstand von 1,5 Metern wahren.

Verhalten am Lift und auf der Piste

Beim Anstellen an den Liftanlagen gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern. Die Skischüler dürfen nicht mit anderen Skifahrern gemeinsam Lift fahren. Die Kursgruppen bleiben unter sich und fahren nicht mit anderen Kursen gemeinsam. Ein Wechsel von Kursteilnehmern und Skilehrern soll möglichst vermieden werden. Alle genutzten Materialien sind regelmäßig mit Flüssigseife bzw. Desinfektionsmittel zu reinigen. Während des Kurses sind die Abstandsregeln einzuhalten. „Nichtsdestotrotz gilt, dass Hilfeleistungen und gegenseitige Unterstützung, zum Beispiel nach einem Sturz, weiterhin eine Selbstverständlichkeit sind“, erklärt Finger. Unnötiger Körperkontakt (z.B. bei Begrüßung und Verabschiedung) soll vermieden werden.

Covid-19-Fragebogen

Skischüler und -lehrer müssen an jedem Kurstag einen ausgefüllten Covid-19-Fragebogen (Vorlage auf der Homepage) abgeben. Darin erklärt er u. a., die letzten 14 Tage keine Erkältungssymptome und keinen Kontakt zu einem Corona positiv Getesteten gehabt zu haben.

Die Mittagpause

...wird gestaffelt durchgeführt. Die erste Gruppe macht von 11.30-12.30 Uhr Pause, die zweite Gruppe danach. Aufgrund der eingeschränkten Restaurant-Kapazitäten empfiehlt der Skiclub, sich mittags am Auto selbst zu versorgen.

Beim Abholen der Kinder sollen die Eltern auf die Abstandsregeln achten und einen Mund-Nasenschutz tragen. Und dann folgt noch ein Satz, den der Skifahrer wirklich nur im Corona-Jahr hören möchte (und auch einhalten wird): „Vermeiden Sie geselliges Beisammensein nach Kursende!“

So läuft es bei den anderen Wintersportvereinen

Skiclub Erding: Der erste Skikurs, der Anfang Januar stattfinden sollte, ist abgesagt. „Der zweite soll durchgeführt werden“, sagt Martin Walter. Dieser soll in den Faschingsferien stattfinden. Busse sollen nicht eingesetzt werden. 

Skiclub Auerbach: Die Ski- und Snowboardkurse für Januar sind abgeblasen. „So schwer es uns auch fällt, es wäre zu riskant und unter den aktuell geltenden Regeln kaum durchführbar“, sagt Vorsitzender Jakob Hübl und fügt hinzu: „Unsere Skikursleitung arbeitet momentan an einem Konzept für ein Alternativprogramm. Wie alle müssen wir die Entwicklung abwarten.“ Sobald feststeht, ob und was der SCA anbieten könne, gebe der Verein dies bekannt. 

Skiclub Buch: „Wegen der aktuellen, sehr kritischen Situation haben wir uns dieses Jahr gegen Kinderskikurse entschieden“, teilt Sabrina Pfab Esteves mit. „Wir haben den Auftrag, die Kinder, unsere Skilehrer und alle Helfer zu schützen. Wir freuen uns natürlich schon wieder auf die übernächste Saison.“ 

FC Lengdorf: „Da es die aktuelle Situation für uns sehr schwierig macht, unsere traditionellen Weihnachtsskikurse zu planen, haben wir uns entschieden, die Kurse auf die Faschingsferien zu verschieben“ teilt die Lengdorfer Skiabteilung den Mitgliedern mit. Die Entscheidung werde Mitte Januar fallen. Kurse werden ohne Busfahrt angeboten. 

WSV Langenpreising: Alle Skikurse sind ebenso abgesagt wie Vereinsfahrten – ausgenommen einer Tour am 27. Februar und der Abschlussfahrt. Der WSV behält sich aber vor, bei Besserung der Lage spontan Fahrten zu organisieren. 

Hörlkofener SV: „Trotz Corona haben wir uns entschlossen, einen normalen Saisonverlauf zu planen. Ob wir dann wirklich in die Berge fahren oder nicht, machen wir abhängig von gesetzlichen Vorgaben und dem Infektionsgeschehen“, heißt es auf der Homepage.

Dieter Priglmeir

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