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Schneepflugeltern: Wenn die Dusche zu hart strahlt

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Spielerfrauen liefern schon gute Geschichten. Noch viel besser sind  jene von den Spielermamas und -papas.

Helikoptermütter war gestern.Rainier Sabus hat bei der Versammlung der Erdinger Eishockeyabteilung am Donnerstag   einen neuen Begriff gefunden: „Schneepflugeltern, die alles zur Seite räumen, was ihren Kinder nicht passt.“ Und dann erzählte er von der Mutter, die ihr Kind nicht mehr duschen ließ, weil der Wasserstrahl zu hart sei. Dabei dachten wir, dass Puckjäger von kleinauf schon unter Eiswürfeln duschen.

Sabus berichtete vom Wunsch,das Training von dreimal auf einmal wöchentlich zu reduzieren. Der Grund: Weil der eigene Bub aus schulischen oder sonstigen Gründen nicht so oft trainieren kann, sollen die anderen auch weniger üben, damit er nicht im Nachteil ist. Zu wenig Medaillen würde der Verein bei Turnieren sowieso zur Verfügung stellen. Und da wäre noch der Beschwerdebrief an die Stadtwerke, weil während der Volksfestzeit die Parkplätze an der Halle vermietet seien. Deshalb müssten die schweren Taschen vom vorderen Eingang bis zur Kabine – also geschätzt 60 strapazenreiche Meter – geschleppt werden. Er hat schon sein Packerl zu tragen, der Erdinger Eishockeychef.

Aber zum Trost sei ihm gesagt: Er ist da nicht allein –und das Spielermama- oder -papa-Syndrom gibt’s auch im Fußball. Walter Pelzl, jahrzehntelang Jugendleiter des SC Kirchasch, musste sich erst eine Antwort überlegen, als ihn eine Mutter eines F-Jugend-Spielers direkt vor der Schuhwaschanlage fragte. „Warum sollen die Kinder eigentlich ihre Schuhe selber sauber machen?“ Pelzl fragte nach: „Meines Sie das ernst?“ Sie meinte es todernst. Worauf der Jugendleiter auf die Bürsten deutete: „Die stehen zur freien Verfügung. Sie können gern helfen.“ Das hat sie natürlich nicht getan.

Andi Heilmaier, Fußballchef in Altenerding, muss immer etwas über die Eltern schmunzeln, die ihre Kinder schon einige Meter vor dem Treffpunkt aussteigen lassen. „Die wollen halt nicht riskieren, dass sie doch noch spontan zum Auswärtsspiel als Fahrer eingeteilt werden“, erzählt er. Und da fällt ihm noch die Geschichte von einem Jugendtrainer ein, der während der Winterferien im Urlaub war und deshalb kein Training machen konnte. Heilmaier: „Eine Mutter hat sich darüber beschwert: ,Das geht nicht, ich habe mit meinem Freund schon so viel geplant.‘“ Heilmaier: „Die hat einfach ihren Sohn daheim nicht brauchen können.“

Ganz neu ist die Taktik einer Mutter,die ihren Buben einfach zum Schnuppertraining geschickt hat und dann abgedampft ist. Sie ließ den Kleinen da und ward stundenlang nicht mehr gesehen.

Auch Ernst Halir, von 1998 bis 2003 Jugendleiter in Wartenberg,kennt die Kinder-Abstell-Geschichten. Er erinnert aber auch daran, wie viel Hilfe er regelmäßig bei Turnieren bekam – zum Beispiel beim Merkur CUP. Das bestätigte auch Heilmaier: „Wahnsinn, wie viel Unterstützung uns beim Großen Finale vergangenes Jahr angeboten wurde. Die meisten Eltern sind eine große Hilfe. Es sind halt die Einzelfälle, die einem in Erinnerung bleiben.“ Künftig bei jeder Dusche.

 

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