Ausgepowert: Mona Mayer nach dem 400-Meter-Endlauf in Braunschweig.
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Ausgepowert: Mona Mayer nach dem 400-Meter-Endlauf in Braunschweig.

Leichtathlet

Mona Mayer ist bei historischem DM-Lauf dabei

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Die Hörlkofenerin pulverisiert ihre persönliche Bestzeit bei der schnellsten Stadionrunde seit 19 Jahren bei einer deutschen Meisterschaft.

Braunschweig/Hörlkofen –Platz sieben bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften über 400 Meter – jetzt hat Mona Mayer auch bei den Erwachsenen ein Ausrufezeichen gesetzt. Die 18-Jährige unterbot in 53,43 Sekunden erneut ihre persönliche Bestleistung. Das gelang übrigens auch vier weiteren Läuferinnen bei diesem Finale von Braunschweig. Es war die schnellste Stadionrunde, die bei einer deutschen Meisterschaft seit 2001 gelaufen wurde.

„Das hat auf der Bahn heute richtig geknallt“, meinte auch Corinna Schwab gegenüber dem Internetportal leichtathletik.de. Sie ist Mayers Teamkollegin bei der LG Telis Regensburg und war in 51,72 Sekunden ins Ziel gestürmt, die schnellste Zeit seit Grit Breuers Triumph vor 19 Jahren (49,78 sec).

Mona Mayer war mit einer persönlichen Bestzeit von 53,98 Sekunden, die sie im Juni 2019 in Rehlingen aufgestellt hatte, mit etwas gemischten Gefühlen nach Braunschweig gefahren. Sie hatte gerade ihre Abiturprüfungen erfolgreich abgeschlossen, weshalb der Sport erst einmal zweitrangig war. „Ich bin da schon ein bisschen in ein Loch gefallen“, erzählt sie. Dann kam auch noch eine Zerrung hinzu.

Vor der DM in Braunschweig habe sie lediglich zwei 400-Meter-Rennen bestritten, sagt die Hörlkofenerin. Bei einem Meeting in Wetzlar und der Sparkassen-Gala in Regensburg hatte sie zwar auf Anhieb gute Zeiten (54,01 und 54,04), „aber die letzten Meter waren schon sehr hart“, erzählt sie.

Sie revidierte ein wenig ihr Ziel. „Natürlich wollte ich gern in den Endlauf kommen, aber wichtiger war mir eine gute Zeit. Dass mir dann beides gelungen ist, hat mich schon sehr gefreut.“

Bereits im Halbfinale hatte Mayer nämlich ihre bisherige Bestzeit um eine halbe Sekunde auf 53,45 sec gesteigert. Dann allerdings hatte sie vor dem Endlauf ein wenig Pech.

Sie bekam die Innenbahn zugelost. „Das ist ungünstig. Außen geht die Post ab. Aber auf der Bahn eins kannst du dich nur an der einen Läuferin vor dir orientieren.“ Und da dies auch noch die Zeitschwächste war, „war ich mir relativ unsicher, ob mein Anlauftempo so passt“, sagt die Deutsche U 20-Hallenmeisterin.

Und dann war das ja auch ein Geisterlauf. „Es ist komisch ohne Zuschauer, denn die pushen einen schon noch ein bisschen nach vorne. Bis auf die Trainer durfte ja überhaupt niemand im Stadion sein – nicht einmal andere Athleten.“

Also gingen Mona Mayer und die anderen sieben Läuferinnen auf die Runde – und das bei 37 Grad. „Bei Kurzstrecken sind solche Temperaturen vielleicht kein Problem, aber über 400 Meter ist das schon hart“, gesteht Mayer. „Das Sterben auf den letzten Metern“, wie sie es schon mal bezeichnet hat, sei aber nicht so schlimm gewesen, wie bei den beiden Vorbereitungsrennen in diesem Jahr.

Platz sieben und eine 53,43 – Mona Mayer ist wieder da. Das ist auch eine Botschaft für die Konkurrenz in ihrer Altersklasse. Im September finden in Heilbronn die nationalen Jugendmeisterschaften statt. Die Hörlkofenerin ist über 200 und 400 Meter gemeldet. Das Ziel: „eine Medaille.“ Danach will sie noch in Dachau über die Kurzstrecken an den Start gehen.

Und im Oktober beginnt dann ein ganz neuer Abschnitt in ihrem Leben: das Studium an der LMU München. Chemie und Biochemie – es war die klare Absicht, etwas außerhalb des Sports zu machen. Sportlich klingt aber ihre künftige Bleibe. Die Leichtathletin hat eine Wohnung im Olympischen Dorf gefunden.

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