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Ins Goldene Landkreis-Buch trug sich Adi Maier ein. Ministerin Ulrike Scharf, Ex-Landrat Xaver Bauer, Landrat Martin Bayerstorfer, BLSV-Kreischef Martin Weber, der ehemalige BLSV-Präsident Prof. Dr, Peter Kapustin und Ex-Staatsminister Prof. Dr, Hans Zehetmair (v. l.) gratulierten.  

Ehrung für Ex-BLSV-CHEF Adi Maier

„Seit 50 Jahren ein Unterstützer des Sports“

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Adi Maier fühlt sich am wohlsten im Trainingsanzug. Diesmal zog er gern den feinen Zwirn an. Schließlich warteten viele Weggefährten auf ihn, um ihm für seine vielen Dienstjahre zu danken.

Erding – Das so genannte Eichenauer Urteil hat die kommunale Sportförderung in Frage gestellt. Viele Landkreise stiegen damals aus der Bezuschussung aus. Als das Anfang der 1990er-Jahre auch ein Mitglied des Erdinger Sportbeirats vorschlug, antwortete der damalige Landrat Xaver Bauer: „Das können wir gerne tun. Stellen Sie einen Antrag!“ Diesen Schuh wollte sich der Mann offensichtlich nicht anziehen. „Wir haben von ihm nie mehr etwas dazu gehört.“ Diese Anekdote erzählte Bauer lachend am Mittwochabend im Gasthaus Schwaiger in Manhartsdorf. Es ist die Lieblingsgeschichte von Adi Maier. Und für ihn war dieser Ehrenabend auch gedacht.

40 Jahre lang war der Eittinger beim Kreisverband des Bayerischen Landessportverbands tätig, allein 30 Jahre als Vorsitzender, ehe er im November vergangenen Jahres das Amt an Martin Weber abgab(wir berichteten). Der Landkreis dankte dem 74-Jährigen für seine Verdienste mit einem Ehrenabend.

Über 40 treue Wegbegleiter hatte Landrat Martin Bayerstorfer eingeladen, darunter die amtierenden und ehemaligen Mitglieder aus dem BLSV-Vorstand, aber auch viele Bürgermeister und Entscheidungsträger, die mit Maier zusammengearbeitet hatten. Und alle waren voll des Lobes .

„Seit 50 Jahren ist Adi Maier ein Unterstützer des Sports“, erinnerte Bayerstorfer daran, dass der Geehrte bereits 1965 als Trainer einer Schülermannschaft mit seinem ehrenamtlichen Engagement begonnen hatte. Als Fußballcoach war er in Altenerding, Neufahrn, Pulling, Klettham, Eitting und Langengeisling viele Jahre erfolgreich. „Aber schon seit 1971 hat er sich auch als Übungsleiter in anderen Bereichen fortgebildet – von Elementar- über Herz- bis Seniorensport.“

Beim BLSV hatte Maier seine Karriere als stellvertretender Jugendleiter begonnen. Besonders dankbar zeigte sich Bayerstorfer darüber, dass Maier mit seinem BLSV-Team 1994 die Organisation der Landkreis-Sportlerehrung übernommen hatte. Vorher habe sich die Verwaltung darum gekümmert. Mit der Kompetenz Maiers habe sich der Ehrungsabend zu einer ganz besonderen Veranstaltung entwickelt.

„Seitdem, lieber Adi, hast du über 8000 Sportler geehrt“, sagte Bayerstorfer und hatte dann noch eine gute Nachricht: „Wir freuen uns, dass du dich bereit erklärt hast, dies auch weiterhin zu tun.“ Maier, der sich später noch ins Goldene Buch des Landkreises eintragen durfte, musste an diesem Abend mehrmals vor Rührung ein wenig schlucken. Er genoss den Abend mit seinen Weggefährten. Und Bauers Geschichte fand er nicht nur amüsant. Immer wieder betonte er, wie dankbar er der Erdinger Politik ist, dass sie auch weiterhin den Sport, und dabei insbesondere die Jugendarbeit fördere, indem sie Investitionen im Sportstättenbau und Übungsleiter bezuschusse.

Und das sagen prominente Weggefährten über Maier:

Umweltministerin Ulrike Scharf: „So lange ich in der Politik bin, und das ist seit 1995, ist Adi Maier gleichbedeutend mit BLSV. Mein Tipp für seinen Nachfolger? Er sollte klare Vorstellungen von dem haben, was er für den Sport erreichen will und das mit Strenge, Stringenz, aber gleichzeitig mit Güte verfolgen – so wie Adi Maier eben.“

 Staatsminister a. D. Prof. Dr. Hans Zehetmair: „Er hatte die kluge Mitte zwischen der Verbindlichkeit im Ton und der Zielstrebigkeit in der Sache. Das ist der Typus von Mensch, der bei mir immer am meisten erreicht hat. Hart in der Sache, sanft im Ton. Sport ist eine Macht wie die Feuerwehr oder die Musik. Es ist die Aufgabe der Hauptverantwortlichen, dass sie nicht – wie etwa die Gewerkschaften – stets das Extreme fordern. Deshalb und aus Respekt vor seiner Person bin ich heute gekommen.“

 Prof. Dr. Peter Kapustin, ehemaliger Präsident des Bayerischen Landessportverbandes: „Adi Maier gehörte zu den ersten Übungsleitern in Bayern, die eine ambulante Herzsportgruppe aufgebaut hat. Das war eine Riesenleistung, weil in den 1970ern noch die Meinung bestand, dass man den Menschen nach einem Herzinfarkt in Ruhe lassen sollte. Wir sind der Idee eines israelischen Arztes gefolgt, die Kapillaren des Herzmuskels durch dosierten Sport zu beleben. Die Vereine wollten lange damit nichts zu tun haben, weil ihnen das zu riskant war. Adi hat sich aber durchgesetzt. Ihm ging es nie um den Sport als Sache, sondern um den Menschen. Um die Kinder, Senioren und chronisch Kranken. Für mich zählt er zu den herausragenden Persönlichkeiten Bayerns.“

 Landrat Martin Bayerstorfer: „Egal, bei welchem Sportverein ich gerade war. Adi Maier hatte immer einen Zettel dabei, auf dem für mich die wichtigsten Dinge zusammengefasst waren. Ich konnte noch so unvorbereitet sein. Adi Maier hat bereits auf mich gewartet und mir den Zettel zugesteckt. Danach war alles perfekt.“ 

Ex-Landrat Xaver Bauer: „Er war nicht der typische Funktionär, wie man ihn allgemein darstellt. Adi Maier hatte nicht nur den Blick für den Sport gehabt, sondern auch für alles, was dazugehört.“

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