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Die weibliche A-Jugend des TSV EBE Forst United tritt erstmals in der Bundesliga an (vorne, v. l.): Nina Allombert, Maria Hartmann, Anna Meixelsberger, Vanda Angyal, Finia Bayer, Hannah Dürr, Muriel Henrich, Anna Kaspar sowie (hinten, v.l.) Trainer Julius Veihelmann, Carolin Walden, Judith Fröhlich, Pauline Bayer, Steffi Pollak, Jasmin Alnajjar, Chiara Czeslik, Sophia Ewald und Trainer Felix Mäsel. Im Mannschaftsbild fehlen: Charly Paulus und ihre Zwillingsschwester Conny Paulus. foto: verein

Sieben Erdingerinnen in der Handball-Bundesliga

Bei der SpVgg Altenerding ausgebildet, in Ebersberg auf Top-Niveau.

Erding – Mit jeder Menge Erdinger Talent startet am Samstag (15 Uhr, Dr.-Wintrich-Halle Ebersberg) für die weibliche A-Jugend der Handballerinnen vom TSV EBE Forst United das Abenteuer Bundesliga. Gleich sechs Spielerinnen aus Erding stehen bei der ersten Heimpartie gegen die JSG Neckar-Kocher im Kader. Mit Julius Veihelmann kommt zudem einer der beiden Trainer aus der Herzogstadt.

Die sechs Nachwuchstalente – wie auch die aktuell verletzte Hannah Schrögmeier als siebte – haben mit dem Handballsport bei der SpVgg Altenerding begonnen. Der Coach: „Beim TSV EBE steckt allerdings im Gegensatz zu anderen Vereinen der Hauptfokus im weiblichen Bereich. Wenn man sich also auf Spitzenniveau im Handball entwickeln will, dann kommt man zu uns.“

Charlotte Paulus (Jahrgang 2003) ist aktuell bereits ein fester Bestandteil der Stamm-Sechs in Ebersberg. „Sie spielt im linken Rückraum und verfügt neben starken Zweikampfwerten auch über einen sehr guten Wurf und Ballsicherheit“, lobt Veihelmann. Cornelia Paulus (03) ist als Linkshänderin wie gemacht für die Rechtsaußen-Position und verstärkt dort den Bundesligisten.

Ein Jahr jünger sind Anna Kaspar und Hannah Dürr und ebenfalls schon etabliert in der Ebersberger A-Jugend. Dürr ist ebenfalls Linkshänderin und auf der rechten Außenposition zu Hause – als kleine und wieselflinke Akteurin sorgt sie von dort für Gefahr. Kaspar spielt im rechten Rückraum und überzeuge vor allem durch ihre Zweikampfstärke, so der Trainer. Für Kaspar geht mit der Bundesliga ein Traum in Erfüllung: „Es ist ein großer Erfolg, mit dem ich nie gerechnet hatte. Es war schon immer mein Wunsch, in einer höheren Liga zu spielen. Dass wir das als Mannschaft nach der harten Arbeit geschafft haben, bedeutet mir viel.“ Sie zeigt sich sehr gespannt, wie die kommenden Spiele laufen werden: „Ich bin auf alle Fälle sehr aufgeregt, aber ich weiß, dass mein Team immer zusammenhält und wir uns gegenseitig unterstützen.“

Sophia Ewald (Jahrgang 05) war bereits auf Lehrgängen des Deutschen Handballbundes (DHB) und gehört zu einem der großen deutschen Handballtalente in ihrem Alter. Sie spielt aktuell noch am Kreis. Veihelmann: „Mit ihrem Ehrgeiz und Können wird sie später aber sicher in den Rückraum wechseln.“

Muriel Henrich (05) hat ihre größten Erfolge im Beachhandball, ist dort im DHB-Kader. Aber auch in der Halle macht das Nachwuchstalent auf sich aufmerksam und bringt auf Linksaußen enorme Sprungkraft und Schnelligkeit mit aufs Feld.

Bei Forst United hat man sich vor kurzem auf den Bundesligakader festgelegt. Dieser umfasst 17 Mädels, von denen 16 für eine Partie gemeldet werden dürfen. Die Sechs aus Erding werden also im Normalfall quer durchs Bundesgebiet reisen. Bei Hannah Schrögmeier (2003) ist aufgrund ihrer Armverletzung noch nicht klar, wann sie ihr Comeback starten kann. Falls es diese Saison noch klappt, wird sie die Truppe auf der Mittelposition verstärken.

Was sind die Ziele in der Jugend-Bundesliga? Veihelmann: „Wir wollen primär Erfahrungen sammeln. Die Mädels sind ja alle noch sehr jung, haben aber auch ein großes Können.“ Für die nationale Liga haben sie sich immerhin durch den Bayerischen Meistertitel in der B-Jugend qualifiziert. Trotzdem erwartet beim TSV keiner eine Siegesserie: „Sie sollen sich voll reinhängen, dann sind wir bereits zufrieden.“

Neben der Bundesliga spielen die Mädels übrigens auch noch in der Bayernliga – im Gegensatz zu den Jungs gibt es bei ihnen einen Parallelspielbetrieb. Also sollen sie vorrangig in der A-Jugend zum Einsatz kommen, nicht zusätzlich bei den Damen oder wie bei einigen Mädels noch möglich in der B-Jugend. Der Coach: „Dann würde die Belastung einfach zu hoch.“ Die Weiterentwicklung ist das große Ziel. Möglichst viele Nachwuchstalente sollen später auch im Erwachsenenhandball Erfolge feiern – das Zeug dazu haben die Mädels aus Erding auf alle Fälle, sofern sie ihren Ehrgeiz behalten.

VON BERND HEINZINGER

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