Vom Tänzeln zum Tanzen: Profiboxer Simon Zachenhuber.
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Vom Tänzeln zum Tanzen: Profiboxer Simon Zachenhuber.

Interview mit Simon Zachenhuber

Kandidat bei „Let‘s Dance“: Vom Boxring aufs Tanzparkett

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Profiboxer Simon Zachenhuber muss sich in einer ganz anderen Sportart bewähren.

Erding – „Let’s Dance“ ist eines der erfolgreichsten Formate des TV-Privatsenders RTL. In der Live-Tanzshow treten 14 Prominente mit jeweils einem Partner – professionellen oder erfolgreichen Turniertänzern und -tänzerinnen – gegeneinander in Standard- und Lateintänzen an. Am Ende jeder Darbietung gibt die Jury eine Wertung zwischen Eins und Zehn ab. Welches Paar an der darauf folgenden Sendung von „Let’s Dance“ teilnimmt und welches rausfliegt, wird durch das Publikum bestimmt, das am Ende der Sendung für seinen Favoriten telefonisch abstimmen kann.

Mit dabei ist bei der 14. Staffel, die am 26. Februar beginnt, auch der Eittinger Profiboxer Simon Zachenhuber. Der 22-Jährige misst sich mit Sängerin Ilse DeLange, Ex-ARD-Nachrichtensprecher Jan Hofer, Schauspieler Erol Sander, RTL-Moderator Kai Ebel, Ex-Fußballprofi Rurik Gislason, Model Kim Riekenberg, Barack Obamas Schwester Auma, Sängerin Senna Gamour, Schauspielerin Valentina Pahde (GZSZ), Sängerin Vanessa Neigert, Model Lola Weippert, Schlager-Star Mickie Krause und dem ehemaligen „Prince-Charming“-Kandidaten Nicolas Puschmann, der als bekennender Homosexueller mit einem Mann tanzt.

Herr Zachenhuber, wie sind Sie Kandidat bei „Let’s Dance“ geworden?

Das war ein Clou meiner Agentur. Mein Manager Klaus Kärcher hat mich angerufen und gefragt: „Zache, hast Lust?“ Ich habe es erst für einen schlechten Scherz gehalten und gesagt: „Du spinnst doch!“ Natürlich habe ich dann aber gleich zugesagt. Das ist eine coole Sache, und es passt jetzt grade, denn im Sportlichen ist zur Zeit eh wenig los.

Außer Training geht ja im Moment gar nichts, oder?

Genau. Ich bin immer im Training, abwechselnd in Stuttgart und Erding. Es liegt in meiner Verantwortung, mich fit zu halten und bereit zu sein, wenn es mit den Kämpfen wieder losgeht.

Tanzen, so wie es bei „Let’s Dance“ praktiziert wird, sieht ja auch ziemlich anstrengend aus.

Also ich habe aus vielen Richtungen gehört, dass es kein Zuckerschlecken ist. Da braucht man schon Kondition – und die habe ich. Ich denke aber, dass ich durch meine gute Koordination als Boxer sogar einen leichten Vorteil habe.

Gibt es Ihrer Meinung nach Gemeinsamkeiten zwischen Boxen und Tanzen?

So viel ich weiß, hat Muhammad Ali zwischendurch auch Ballettunterricht genommen, und er war ja bekannt für sein unnachahmliches Tänzeln im Ring. Und man sagt ja auch, dass man als Boxer den Gegner austänzelt.

Und dann gibt es ja noch einen berühmten Boxer, der Tanzunterricht hatte.

Ja, den Ukrainer Wassyl Lomachenko. Den hat sein Vater als Dreijähriger zum Boxen geschickt, und in der Grundschule hat er dann immer seine Klassenkameraden vermöbelt. Daraufhin hat ihn der Vater zum ukrainischen Volkstanz geschickt, und erst mit 13 durfte er wieder boxen. Er wurde dann zweimal Olympiasieger, außerdem Welt- und Europameister.

Was sagt eigentlich Ihr Trainer Conny Mittermeier dazu? Er ist ja ein Coach der alten Schule, der von Ablenkungen grundsätzlich nicht begeistert ist.

Der Conny ist durch und durch Trainer und will auch immer trainieren. Aber er freut sich mit mir und hat gemeint, das ist eine Wahnsinns-Erfahrung, die ich da machen werde. So eine Chance kriegt man nicht oft. Aber ich werde, so lange ich bei „Let’s Dance“ dabei bin, neben dem Tanztraining auch immer wieder ein paar Box-Einheiten absolvieren. Das muss einfach sein.

In Ihren Profi-Anfangszeiten war Conny Mittermeier mit Ihrer Beinarbeit ja ganz und gar nicht zufrieden.

Das stimmt. Aber mittlerweile geht’s. Vielleicht ist das ja dann nach „Let’s Dance“ meine große Stärke. Ich möchte meine Kondition und Koordination vom Boxen ins Tanzen mitnehmen und später die Beinarbeit vom Tanzen ins Boxen.

Haben Sie schon eine gewisse Tanz-Erfahrung?

Meine Erfahrung beschränkt sich darauf, dass ist erst vor kurzem zum ersten Mal den Film „Dirty Dancing“ gesehen habe (lacht). Natürlich war ich auch schon öfter in der Disco, und da bin ich nicht nur am Rand der Tanzfläche gestanden.

In Ihrem Vorstellungsvideo, das auf www.rtl.de zu sehen ist, sagen Sie, dass „Let’s Dance“ von klein auf zu Ihrem Fernseh-Standardprogramm gehört hat.

Ich bin mehr oder weniger ein aufgezwungener Fan. Wir hatten daheim nur einen Fernseher, und da ist halt „Let’s Dance“ immer gelaufen. Als Kinder hatten wir beim TV-Programm nichts zu melden. Dann habe ich es halt angeschaut – und lieben gelernt.

Und jetzt sind Sie plötzlich mitten drin.

Ja, und ich empfinde es als Riesenehre. Wenn man sieht, wer da alles mitmacht, da bin ich nur eine Wurscht dagegen – noch (lacht). Ich freue mich auf alle Fälle total drauf.

Apropos Familie: Wie haben Ihre Schwestern und die Mama auf die Nachricht reagiert?

Für mich war es anfangs schwierig, denn es musste ja zunächst geheim bleiben, und ich durfte nichts sagen. Als es dann bekanntgemacht wurde, ist die Mama komplett ausgeflippt. Die hat sich total gefreut. Auf alle Fälle fiebern jetzt schon alle hin, und die Mama ist viel nervöser als ich. Und auch meine Schwestern stehen voll dahinter. Amelie hat mir aber gleich eine verpasst, weil ich in den sozialen Medien plötzlich mehr Aufmerksamkeit bekommen habe. „Du brauchst nicht meinen, dass du jetzt was Besseres bist“, hat sie gesagt. Also, die holen mich dann schon wieder auf den Boden zurück.

Was ist Ihnen bisher von „Let’s Dance“ im Gedächtnis geblieben?

Was ich ganz toll gefunden habe, wie sich letztes Jahr Moritz Hans bis ins Finale getanzt hat. Das war beeindruckend. Und auch Sarah Lombardi hat mich 2016 wahnsinnig überzeugt. Da hat man gesehen, dass Sängerinnen nicht weit weg vom Tanzen sind. Das war schon oberstes Profi-Niveau.

Wissen Sie denn schon, wer Ihre Tanzpartnerin sein wird?

Das weiß ich noch nicht. Das erfahren wir erst bei der ersten Live-Show am 26. Februar.

Gibt es eine Wunschpartnerin?

Nein, die Mädels sind alle toll. Und ich weiß ja auch noch gar nicht, wer alles dabei ist.

Noch ein Wort zur Jury, mit Motsi Mabuse, Joachim Llambi und Jorge Gonzalez.

Alle drei haben einen besonderen Charakter. Ich hoffe natürlich, dass ich sie überzeugen kann.

Außerdem müssen Sie ja die Fernsehzuschauer überzeugen, die ja bei der Telefon-Abstimmung das letzte Wort haben.

Ja, klar. Und ich hoffe natürlich, dass viele aus dem Landkreis Erding für mich anrufen.

Trainieren Sie neben dem Boxen denn jetzt auch schon das Tanzen?

Ich habe schon meine Tanzschuhe angehabt und richtig Bock drauf gekriegt. Im Moment übe ich daheim in meinem Zimmer mithilfe von Youtube-Videos.

Noch eine andere Frage: Sie sind als Profi noch ungeschlagen und haben über die Hälfte Ihrer Kämpfe durch K.o. gewonnen. Müssen Sie da nicht aufpassen, beim Tanzen zu fest zuzupacken?

Man glaubt es vielleicht nicht, aber ich habe auch eine zärtliche Seite, die ich im Ring aber eigentlich nie zeige (lacht). Aber bei „Let’s Dance“ muss und werde ich meine zärtliche Seite natürlich auspacken.

Das Interview führte Wolfgang Krzizok.

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