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Volle Power: Simon Zachenhuber (r.) beim Training mit Coach Conny Mittermeier.

Profi-Boxkampf in Schwäbisch-Gmünd

Zachenhuber holt sich den letzten Schliff daheim

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„I hob trainiert wia d’Sau und bin richtig hoaß“, sagt Simon Zachenhuber und strahlt übers ganze Gesicht.

Reisen– Der 21-jährige Profi-Boxer aus Reisen steigt an diesem Wochenende wieder in den Ring. Gegner am Samstag in der Großsporthalle in Schwäbisch-Gmünd ist in der Klasse bis 76 Kilo der Bosnier Davor Matic.

Es war eine sehr lange Vorbereitung. „Ich habe quasi eine Woche nach meinem letzten Kampf schon wieder angefangen zu trainieren, also vor rund zehn Wochen“, erzählt Zachenhuber. „Alle Phasen: Grundlagen, Kraft, Schnelligkeit und so weiter.“ Und das Erfreulichste aus seiner Sicht: „Ich war immer gesund und bin topfit.“ Was ihn besonders freut, war, dass sich die Möglichkeit für ein einwöchiges Trainingslager in seiner Heimatstadt Erding ergeben hatte. Da absolvierte er auch einige Sparringseinheiten – und da ging es voll zur Sache. Einer der Leidtragenden war Simon Müller, der sich ein dickes Veilchen einfing, es aber gelassen nahm. Dass er seinem Erdinger Kameraden ein blaues Auge verpasst hat, tue ihm leid, bekennt Zachenhuber. „Als ich beim Herbstfest war, haben mich einige Kumpels schon gefragt, was ich mit dem Simon angestellt habe“, erzählt er lachend. Auch eine Mass habe er da getrunken, sagt er, schränkt aber ein: „Eine Mass Wasser natürlich, denn so kurz vor dem Kampf ist Zurückhaltung angesagt.“

Muss man beim Sparring eigentlich so zur Sache gehen? „Das habe ich schnell gemerkt, wie groß der Unterschied beim Sparring ist zwischen Amateur und Profi“, erzählt Zachenhuber. „Da ist immer vollgas, und da wird ganz schön hingelangt. Das musste ich erstmal lernen.“ Was noch dazu kommt: „Bei den Profis sind die Handschuhe etwas kleiner als bei den Amateuren und weniger gepolstert.“ Warum es wichtig ist, beim Sparring mit voller Härte ranzugehen: „Wenn ein Gegner auch technisch nicht so stark ist, hauen können sie alle, und da ist es wichtig, dass man das vorher übt und sich darauf einstellt.“

Einer dieser Boxer, die technisch nicht so stark sind, aber fest hauen können, ist der Bosnier Matic. Doch das schreckt den Reisener nicht. Bei dem auf sechs Runden angesetzten Kampf lautet sein Plan – wie immer – vorwärts marschieren und Druck aufbauen. „Meine große Stärke ist meine Physis“, weiß der 21-Jährige. „Und das werde ich versuchen, auch am Samstag auszunutzen.“

Sein Trainer Conny Mittermeier, der den jungen Reisener normalerweise in Stuttgart unter seinen Fittichen hat, war insgesamt zufrieden mit der Vorbereitung. Davon geht Zachenhuber zumindest aus, „denn der Conny hat nicht geschimpft, und das ist dann genug gelobt“. Gut möglich, dass der 21-Jährige schon Mitte Oktober wieder in den Ring steigt. Aber damit will er sich noch nicht befassen. Seine ganze Konzentration gilt jetzt dem Kampf am Samstagabend, zu dem er auch wieder seinen Fanclub erwartet.

Acht Vorkämpfe stehen in der Großsporthalle in Schwäbisch-Gmünd auf dem Programm. Den Hauptkampf bestreitet Lokalmatador Kasim Gashi, der gegen Pavel Semjonov antritt. Dabei geht es um den Interims-Weltmeistertitel der GBU (Global Boxing Union). Eine Fernsehübertragung wird es nicht geben, aber im Internet auf www.fight24.tv ist die Veranstaltung zu verfolgen. „Mein Kampf wird auf alle Fälle live auf meinem Instagram-Kanal zu sehen sein“, kündigt Zachenhuber an. „Und ich hoffe, die Fans bekommen was G’scheids zu sehen.“

wk

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