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Der Streif-Sieger lässt die kleinen Clubs hoffen

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Dorfener TrainingstageEin voller Erfolg waren die Kurse des Skiclub Dorfen. Bei guten Schneeverhältnissen unterrichteten  an vier Tagen über 50 Übungsleiter und Helfer 178 Alpinskifahrer, aber auch 21 Snowboard-Freunde aller Altersklassen von Anfängern bis hin zu Fortgeschrittenen. Das junge Rennteam des Clubs mit Fahrern im Alter von sieben bis 20 Jahren brachte sich zudem in Form. Großen Ehrgeiz auf der Piste zeigten die kleinen Anfänger der Einserkurse beim Abschlussrennen, dem sich eine Siegerehrung mit Urkunden- und Medaillenübergabe anschloss. Unser Bild zeigt die Teilnehmer mit Moderator Martin Bachmaier (r.)
Dorfener TrainingstageEin voller Erfolg waren die Kurse des Skiclub Dorfen. Bei guten Schneeverhältnissen unterrichteten  an vier Tagen über 50 Übungsleiter und Helfer 178 Alpinskifahrer, aber auch 21 Snowboard-Freunde aller Altersklassen von Anfängern bis hin zu Fortgeschrittenen. Das junge Rennteam des Clubs mit Fahrern im Alter von sieben bis 20 Jahren brachte sich zudem in Form. Großen Ehrgeiz auf der Piste zeigten die kleinen Anfänger der Einserkurse beim Abschlussrennen, dem sich eine Siegerehrung mit Urkunden- und Medaillenübergabe anschloss. Unser Bild zeigt die Teilnehmer mit Moderator Martin Bachmaier (r.) © Manuela Braun

Alpin-Rennfahrer Thomas Dreßen ist ein Kunststück gelungen: Der 24-Jährige hat als erster Deutscher seit 39 Jahren die Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel gewonnen. Die Skiclubs im Landkreis hoffen, dass ihnen der Erfolg des Profis einen Schwung gibt.

von Franziska Böhm und Sandra Danner

Landkreis Nach dem ersten Erfolg eines Deutschen bei der Abfahrt in Kitzbühel seit fast 40 Jahren ist nicht nur Sieger Thomas Dreßen in aller Munde, sondern auch der Skisport im Allgemeinen. Die Heimatzeitung hat sich bei Clubs im Landkreis umgehört, was sie sich davon versprechen.

Auswirkungen dürfte das Ganze schon haben. Davon ist Emanuel Michler, Jugendleiter der Abteilung Ski des SV Hörlkofen, überzeugt. Nur: Profitieren auch die kleinen, lokalen Clubs von Dreßens Erfolg? „Das Interesse am Skisport steigt natürlich“, ist sich Michler sicher. „Den Eindruck hatte ich auch schon in den vergangenen Jahren, weil die Deutschen immer besser geworden sind. Inwiefern sich das allerdings auf die kleinen Vereine auswirkt, bleibt die Frage.“

Die Antwort von Martin Walter, Jugendleiter des SC Erding, fällt eher negativ aus. Er bezweifelt, dass dadurch ein Mitgliederzuwachs entstehen wird. „Über den Sieg haben wir uns natürlich trotzdem alle gefreut“, sagt Walter.

„Es war schön zu sehen, wie das Team von Thomas Dreßen gekämpft hat“, findet auch Rudi Braun, Vorsitzender des SC Dorfen. Im Sieg des Mittenwalders sieht er im Gegensatz zu Walter durchaus Potenzial für neue Sportler in seinem Verein. „Ich hoffe, dass das jetzt mehr Leute motiviert, wieder zum Skifahren zu kommen.“

Keine Chance gegen die Vereine aus den Bergen

Auch Stefan Gruber, Vorsitzender des SC Wasentegerbach, schöpft neuen Mut: „Es läuft einfach nicht mehr so wie vor 20 Jahren. Vielleicht kommt dadurch, dass Thomas Dreßen jetzt in der Öffentlichkeit steht, mehr Aufmerksamkeit zu der Sportart – und neue Mitglieder zu den Vereinen“. Dass mal ein eigener Rennfahrer so erfolgreich wird wie Dreßen, das ist für die kleinen Skiclubs im Landkreis fast unmöglich.

Das findet auch Walter vom SC Erding: „Wir fahren jedes zweite Wochenende in die Berge. Bis zu einem bestimmten Leistungsgrad können wir schon mithalten, aber wenn’s überregional wird, hat man keine Chance mehr“, sagt er. Ein höheres Trainingspensum wäre dafür notwendig. Aber da fängt es schon an: Viel öfter können die Clubs nicht in die Alpen fahren.

„Es ist mit sehr hohen Kosten und viel Aufwand verbunden“, erklärt Braun vom SC Dorfen. An den Wochenenden Ski fahren und ansonsten einmal in der Woche in der Halle Ausdauer trainieren oder Skigymnastik machen. Das reiche nicht, um mit Skivereinen, die in den Bergen beheimatet sind, mitzuhalten.

Oft hätten diese Klubs Vereinbarungen mit Schulen, dass im Unterricht Ski gefahren wird oder es danach noch schnell zwei Stunden auf die Piste geht, erklärt Walter. „So viele Skistunden bringen wir hier natürlich nicht zusammen.“ Wer es vor Ort professionell angehen lassen würde, müsste zusätzlich in einem anderen Verein trainieren, um dann beispielsweise bei deutschen Schülermeisterschaften mitzufahren.

„Wir arbeiten auch stark mit anderen Vereinen zusammen. Dann müssen die Eltern halt ihre Kinder unterstützen und da hinfahren, aber es funktioniert“, berichtet Walter vom SC Erding. Familien würden mit ihrem Skinachwuchs dann für zusätzliches Training beispielsweise zum WSV nach Glonn fahren.

„Der ist ein größerer und leistungsstärkerer Verein, der in allen Altersklassen trainiert, wofür wir einfach zu wenige Schüler haben“, erklärt der Jugendleiter des SC Erding. „Eine unserer Schülerinnen, die das erfolgreich so macht, ist Marina Greimel, die beim SC Lengdorf anfing. Inzwischen fährt sie jetzt in der Gaumannschaft des SV München.“

Der SC Lengdorf und der SC Erding unterstützen sich gegenseitig bei Alpin-Veranstaltungen. So half der SC Erding dem SCL bei der Ausrichtung der Münchner Meisterschaften am Sudelfeld. Im Gegenzug arbeitete Lengdorf beim bekannten Weißbräucup der Erdinger mit. „Es ist schön, dass sich die Vereine gegenseitig so unter die Arme greifen und aushelfen“, sagt Dietmar Fischer, Sportwart des SCL. Er findet, dass solch große Veranstaltungen nicht ohne gegenseitige Unterstützung möglich sind.

Dann macht das alles auch mehr Spaß – eine wichtige Komponente für die Landkreis-Clubs. Das Profidasein ist nicht ihr vorrangiges Ziel. „Bei uns steht der Spaß im Vordergrund. Deshalb fahren wir Rennen auf Landkreisebene. Das reicht“, erklärt Michler vom SV Hörlkofen.

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