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Unbekümmerten Tennisspaß – wie einst in Forstern – wünschen sich alle Vereine im Landkreis.    

Neue Regelungen im Tennisspielbetrieb

So sehen Erdings Tennisclubs die neuen Altersklassen

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Die Neuregelung in den Altersklassen ist gut für kleine Vereine,  aber schlecht für Zwölfjährige, die gegen 15-Jährige ran müssen. 

Erding– Es wird sich einiges verändern im Tennisbetrieb. Und zwei Dinge haben dabei nichts mit Corona zu tun. Wie berichtet, hat der Bayerische Tennis-Verband (BTV) den Auftakt der Sommerrunde für 1. Juni terminiert. Von da an gilt deutschlandweit ein neues System, das die individuelle Leistungsklasse (LK) der Aktiven anzeigt. Daran tüftelt der Verband schon seit drei Jahren (Bericht folgt).Noch mehr Konsequenzen für die Vereine hat aber die geänderte Einteilung der Altersklassen im Mannschaftsspielbetrieb: Bislang waren pro Altersklasse zwei Jahrgänge zusammengefasst, künftig sind es drei: U 12, U 15 und U 18. Der Verband begründet dies mit einer „Anpassung an die demografische Entwicklung in den Mitgliedsvereinen“.

„Im Endeffekt ist es wurscht. In der Wintersaison läuft’s sowieso schon länger so. Und früher hatten wir ja auch eine andere Altersaufteilung“, sagt Attila Babos vom TC Erding und erinnert an die Zeiten, als noch die 15- bis 18-Jährigen in einer Klasse gespielt haben. Dann sei die U 16 eingeführt worden. „Die wurde aber nicht besonders gut angenommen, und jetzt gibt es eben die U 15.“

Für die älteren Spieler sieht Babos wenig Probleme, „aber wenn eine komplette Mannschaft gerade aus dem Bambini-Bereich kommt, in dem noch mit den weichen Bällen gespielt wird, und dann auf eine Mannschaft mit lauter 15-Jährigen trifft, dann haben die Kinder nach ein paar Klatschen keine Lust mehr. Das ist schon sehr gewagt. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.“ Babos setzt auf den Ehrgeiz der älteren Spieler, die solche ungleichen Duelle gar nicht wollen. Und er baut auf die Vernunft der Vereine. Für seinen TCE sei die neue Altersstruktur ohnehin kein großes Problem, „weil wir sehr viele Jugendliche haben und Mannschaften in jeder Altersklasse stellen können“.

Für kleinere Vereine sei die die Neuregelung eher vorteilhaft, meint Walter Thiess vom TC Finsing, da sei er sich auch mit dem Jugend- und dem Sportwart einig. „Dadurch könnten einfacher Mannschaften gebildet werden und den Kindern und Jugendlichen ein Wettkampfangebot mit Punktspielen gemacht werden. Ähnlich sieht es auch Isens Jugendwartin Birgit Anzenberger: „Für kleinere Vereine wie uns bringt die neue Regel eigentlich nur Vorteile, da wir jetzt die Möglichkeit haben, mehr Kinder in einer Altersklasse zusammenzufassen. Das erleichtert uns die Mannschaftsbildung. Insgesamt ist das also für uns nur positiv.“

Keine großen Veränderungen sieht Alexander Dittrich (FC Forstern). Bereits in den vergangenen Jahren sei es schwierig gewesen, fünf bis sechs Kinder männlich und weiblich getrennt für eine Mannschaft zusammen zu bekommen. „Das wird sich nun auch nicht ändern. Speziell in den weiblichen Altersklassen ist das eine Schwierigkeit. Wir haben für den Sommer 2021 fünf Jugendmannschaften gemeldet. Für die Kids, für die wir keine passende Mannschaft finden, versuchen wir dann immer, uns mit einer Spielgemeinschaft mit einem Nachbarverein zusammenzuschließen, was auch für 2021 gut geklappt hat.“

Auch Christian Gärtner (SpVgg Altenerding) sieht den Vorteil, „dass man bei der Mannschaftsmeldung deutlich flexibler ist als vorher“. Allerdings sieht auch er das Problem, dass man gegen etwas ältere Gegner spielen muss. Gärtner: „Ich bin mir noch nicht sicher, wie gut das dann bei den Jugendlichen wirklich ankommt.“ Eine abschließende Bemerkung sei deshalb jetzt – also lange vor den ersten Ballwechseln – „eher schwierig“.

Klaus Huber (TC Dorfen) erinnert an die Begründung des BTV, wonach die Umstrukturierung der Jugendaltersklassen einer Vereinheitlichung in den 17 deutschen Tennis-Landesverbänden geschuldet sei. Das Problem anderer Vereine, nicht mehr genügend Kinder und Jugendliche zur Bildung von Mannschaften zusammenbekommen zu haben, gebe es beim TC Dorfen „aufgrund der jahrelangen, erfolgreichen Kinder- und Jugendarbeit nicht“, betont Huber. „Von 19 Mannschaften haben wir für 2021, mit zehn Kinder- und Jugendmannschaften, sogar einen neuen Rekord aufgestellt.“ Allerdings befürchtet auch Huber „frustrierende Ergebnisse“, wenn zum Beispiel bei U 15-Spielen die Altersunterschiede zu groß sind.

Dann fügt Dorfens Tennischef noch an, was wohl alle denken: „Egal, in welchem Modus gespielt wird – unsere Kinder- und Jugendlichen freuen sich auf die anstehende Saison.“

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