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Sportaerobic – offene bayerische Meisterschaften in Pastetten

Im Spagat zum Edelmetall

Jedes Feuerwerk dauert 85 Sekunden. So lange zaubern die Athletinnen und Athleten einen Mix aus Liegestütz, Sprung, Spagat und eigens konzipierten Schrittfolgen auf den Hallenboden. Die bayerischen Meisterschaften der Sportaerobic erlebten so manche Leistungsexplosion.

Pastetten – Für die TSG Pastetten war es einer der Höhepunkte des Jahres: Zum vierten Mal durfte der Verein die offenen bayerischen Meisterschaften in Sportaerobic ausrichten. Vor dem achtköpfigen Wertungsrichterteam lieferten sich die Sportlerinnen und die wenigen Sportler einen zum Teil beinharten Kampf: Zehntelpunkte entschieden hier immer wieder über die Platzierungen.

TSG-Vorsitzender Jürgen Amann führte durch das Programm, gut gefüllte Zuschauerränge sorgten für großartige Stimmung: „Bayern, des samma mia!“ wurde gerufen, Kuhglocken kamen zum Einsatz. Eine Mannschaft hatte ihrem Maskottchen einem riesigen Teddybären, einen prominenten Platz gegeben und ihn in einen Basketball-Korb gesetzt.

Wertungen wie beim Eiskunstlauf

In der Halle vor dem Kampfgericht aber herrschte unbedingte Konzentration. Ramona Hartinger wurde so Bayerische Meisterin im „Duo 18 Plus“ zusammen mit ihrer Schwester Alicia. Sie ist zugleich Trainerin und bekam im zweiten Durchgang für den „Level 2“ auch noch als Kampfrichterin zum Einsatz. Sie erläuterte, dass je nach Altersgruppe in der Choreographie, die es vorzustellen gibt, Pflichtelemente wie Liegestütz, Sprung oder Spagat zu zeigen seien. Einen Vergleich mit Showtanz ließ sie dabei durchaus zu, bezeichnete Sportaerobic allerdings als viel dichter vom Programm her: „Eine Choreographie hat eine Minute und 25 Sekunden.“

In der Tat: In diese kurze Zeitspanne musste alles eingebaut werden. Ansage des Moderators: Startnummer, Wettkampfklasse, Verein, Namen, und die Sportlerinnen nehmen Aufstellung vor dem Kampfgericht. Eine halbe Sporthalle haben sie Platz für ihr Programm. Jede Nummer beginnt mit einem klaren akustischen Signal, nämlich einem lauten Piep-Ton, auf den unmittelbar die Musik einsetzt, das Programm also anläuft. Die Kampfrichter bewerten Artistik, Technik und Schwierigkeit, vergeben Punkte, vielleicht ähnlich dem Eiskunstlauf, nur dass es hier keine Kür gibt. Zwei Level wurden in Pastetten unterschieden, wobei Level 1 die höhere Klasse darstellt.

Perfekte Organisation war mit dafür verantwortlich, dass die Ausrichter nach dem ersten Durchgang allen eine ausgiebige Pause gönnen konnten: Man lag volle 40 Minuten vor dem Zeitplan, und Sportleiterin Manuela Hartinger machte ein zufriedenes Gesicht.

Seit 20 Jahren ist sie auf Wettkämpfen unterwegs – ein kleines Jubiläum, das es noch zu feiern gebe, und zwar beim Sommerfest am 14. Juli ab 14 Uhr, wo der 900 Mitglieder starke Verein sein ganzes Leistungsspektrum zu zeigen gedenke. Nächstes Jahr wird die bayerische Meisterschaft beim Landesturnfest in Schweinfurt ausgetragen, erzählte sie in der Pause weiter.

Der süße Auftritt der Dreijährigen

Zuvor hatte die jüngste Nachwuchsmannschaft der Kinder ab drei Jahren unter der Leitung von Ramona Hartinger ihr Können gezeigt und viel Beifall eingefahren. Sie fühlten sich so wohl auf der Bühne, dass sie ihre Ausmarschmusik gar nicht als solche erkannten.

Die Stimmung unter den Sportlerinnen war großartig: Man umarmte sich, bevor man das Siegertreppchen in unterschiedlichen Positionen bestieg, wohl wissend, dass beim nächsten Mal, vielleicht schon in Schweinfurt, die Positionen genau darauf vertauscht sein könnten.

Wie hart die Plätze auf besagtem Treppchen erarbeitet sind, verriet Ramona Hartinger der Heimatzeitung: Drei bis vier Mal trainiert sie pro Woche zwei Stunden lang. Das hat sich gelohnt: Die TSG gewann zehn Medaillen.

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