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Theresa Faltermaier ist Deutschlands beste elfjährige Tischtennisspielerin.

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Sportlerwahl: Platz 5 für Theresa Faltermaier, die Erding Bulls und Benedikt Bauer

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Der große Ehrungsabend zur Sportlerwahl des Erdinger/Dorfener Anzeiger kann  heuer nicht stattfinden kann. Hier stellen wir die Sieger in einem Countdown vor. Heute sind die Fünftplatzierten dran.

ErdingDer beste Fußballer der Welt? Benedikt Bauer hat sofort eine Antwort darauf: „Marcelo von Real Madrid.“ Klingt ungewöhnlich, aber der 16-jährige Erdinger kann das begründen: „Es ist unglaublich, was der defensiv und offensiv drauf hat.“ Der 31-jährige Real-Star ist Außenverteidiger – genau wie Benedikt Bauer, U17-Bundesliga-Spieler der SpVgg Unterhaching.

Benedikt Bauer beackert in der U 17-Bundesliga die linke Seite für die SpVgg Unterhaching.

Die Gymnasiast macht das richtig gut. Sonst wäre er nicht Stammspieler in einem ambitionierten 21-Mann-Kader. „Und dass ich es jetzt auch noch in die Top Fünf eurer Sportlerwahl geschafft habe, freut mich sehr“, sagt Bauer und dankt insbesondere der SpVgg Altenerding. „Ich weiß, dass da fleißig für mich gestimmt wurde.“

Vom TSV 1860 zurück nach Altenerding

Bei der SpVgg habe er noch immer viele Freunde. Benedikt Bauer war noch keine vier Jahre alt, als er als Knirps bei Rot-Weiß Klettham begann. In der E-Jugend wechselte er nach Altenerding, ein Jahr später zu den Münchner Löwen. „Da habe ich vier Jahre gespielt, und wurde dann aussortiert“, erzählt der FC-Bayern-Fan ohne große Bitterkeit, „denn im Nachhinein war das gut für mich“. Seine Rückkehr nach Altenerding habe ihm gut getan, und ein Jahr später meldete sich Haching.

Dort spielt Bauer auf höchstem nationalen Niveau. Die SpVgg steht im gesicherten Mittelfeld. Spiele in Mainz oder Frankfurt, vier- bis fünfmal Training pro Woche – zeitintensiv sei das schon, sagt er, „aber nicht stressig, denn es macht ja Spaß“. Das liege auch an seiner Mannschaft. „Haching hat in seinem Kader generell offenere Charaktere, die nicht so verbissen wie bei anderen Vereinen sind“, erklärt Bauer, fügt aber hinzu: „Die Leistung muss natürlich trotzdem stimmen.“

Linksverteidiger in der B-Jugend-Bundesliga

Und nicht nur auf dem Platz. Der Erdinger besucht die 11. Klasse des Anne-Frank-Gymnasiums. Die schulischen Leistungen (Lieblingsfächer Sport und Biologie) passen, sagt er. Die Hausaufgaben erledige er meist nach dem Nachmittagsunterricht, bevor ihn seine Mutter Doris ins Training fährt.

Nach dem Abi will Bauer Physiotherapie studieren. Plan A sei aber schon eine Profikarriere in der ersten bis dritten Liga. Dafür beackert er weiterhin die linke Hachinger Seite. Früher sei er Stürmer oder Zehner gewesen, „jetzt finde ich es als linker Verteidiger richtig gut. Eine schöne Grätsche im Regen – das ist schöner als ein Tor“.

Deutschlands beste Tischtennisspielerin

Angriff oder Verteidigung – auch Theresa Faltermaier muss beides beherrschen. Die Elfjährige ist Deutschlands beste Tischtennisspielerin ihres Alters, und bei den Bayerischen hat sie 2019 auch noch das Turnier der höheren Jahrgangsstufe gewonnen. Nicht schlecht für die Erdingerin, die erst seit drei Jahren im Verein trainiert.

Theresa Faltermaier ist Deutschlands beste elfjährige Tischtennisspielerin.

Andererseits hat sie auch beste Gene. Ihre Mutter ist die mehrfache Europapokalsiegerin Conny Faltermaier, eine perfekte Lehrmeisterin, die allerdings auch weiß: „Ohne Spaß ginge das gar nicht.“ Viermal die Woche trainiert Theresa Faltermaier inzwischen – betreut von der Mutter, aber auch vom Bezirks- und Verbandstrainer.

Jedes Training dauert über zwei Stunden

Keine Einheit ist kürzer als zwei Stunden. Schließlich wird nicht nur immer und immer wieder an der Technik gefeilt. Die Beinarbeit sei wichtig, so die Trainerin, aber auch die Gewichtsverlagerung in der Bewegung und natürlich die Koordination, was für Sportler, die sich im Wachstum befinden, stets eine Herausforderung sei.

Herausforderungen liebt die junge Erdingerin, „aber wenn es nicht läuft, kann Theresa schon ganz schön angefressen sein“, erzählt ihr Vater Günther Mittermeier. „Aber so muss das wohl sein, sonst erreichst du im Sport nichts. Du musst einerseits locker sein und Spaß am Spiel haben, aber andererseits auch konsequent deinen Weg gehen. Die anderen sind ja auch ehrgeizig.“

Wer die anderen sind, hat Theresa Faltermaier vergangenes Jahr auf ganz großer Bühne erlebt. Sie schnupperte beim Euro-Top 16-Turnier internationale Wettkampfluft und schaffte Platz sieben – ihr bisher größter Erfolg. Theresa Faltermaiers nächstes Ziel „die U 15-Nationalmannschaft“. Da will sie hin, möglich bald – Geduld ist nichts für eine Elfjährige.

Über 500 Zuschauer im Erdinger Stadion

Mit dem Aufstieg in die Regionalliga haben die Erdings Bulls für eine Riesensensation gesorgt. „Wir wollten in der Liga oben mitspielen und waren dann viel besser als erwartet“, sagt Pressesprecherin Eva Lütcke. „Die neuen Spieler haben sich super integriert und dem Spiel mehr Tiefe und mehr Möglichkeiten gegeben. Spiele, die wir in 2018 noch in den letzten Sekunden knapp verloren haben, konnten wir diesmal zum Schluss drehen.“

Die Erding Bulls hatten 2019 allen Grund zum Jubel.

Die Väter des Erfolgs? Lütcke verweist darauf, dass American Football „der Teamsport schlechthin“ sei. Der Erfolg beruhe auf der tollen Leistung der Spieler und Coaches, aber auch aller Helfer, Physios, Teammanager und dem Verein mit seiner Hintergrundarbeit. Ein paar Namen nennt sie dann doch: „Tight End Thomas Hausler war absolut zuverlässig und präsent in der Offense, Dominik Finck, unser Middle Linebacker, war an fast allen Tackles beteiligt und hat die Mitte dicht gemacht.“ Und Alexander Stacke habe als Rookie jede Position in der Offense Line übernommen, wenn Not am Mann war. Aber eigentlich haben alle Spieler ihre Leistung mehr als erfüllt.“

Ziel der Bulls: Oberes Mittelfeld

In der kommenden Saison – wann auch immer sie beginnt – wollen die Bulls im oberen Mittelfeld der neuen Liga mitspielen. „Anders als im Fußball gibt es im Football nicht so viele Ligen, daher ist ein Aufstieg immer ein großer Schritt“, erklärt Lütcke. „Wir wollen uns etablieren und zeigen, dass wir in diese Liga gehören.“

Das Ergebnis der Sportlerwahl sei eine große Ehre. „Sie zeigt die Anerkennung, die uns unsere Fans entgegenbringen. Football wird in Erding wahrgenommen, und die Zuschauer respektieren unsere Leistung“, freut sich Lütcke und verweist auf die über 500 Zuschauer, die regelmäßig zu den Heimspielen kommen. „Für Erding gilt, dass nicht nur die NFL spannend ist, sondern auch das Team vor Ort.“ Für diese Anerkennung, so verspricht Lütcke, „wollen wir uns mit weiterhin tollen Events im Stadion bei allen bedanken“. Wir freuen uns darauf.

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