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Skeptischer Blick: Maxi Dallinger war mit seinen Leistungen in Györ aber halbwegs zufrieden.

Sportschütze Maxi Dallinger bei der Europameisterschaft

Schwerer Stand gegen die russische Übermacht

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Maxi Dallinger ist zurück von der Luftgewehr-EM in Ungarn. Mit seinen Ergebnissen ist er halbwegs zufrieden. Vor allem die Russen waren allerdings zu stark. Ausruhen ist jetzt nicht: Das Lengdorfer Schützen-Ass hat bereits die nächsten Höhepunkte im Visier.

Lengdorf – Stabil: Mit diesem Wort lassen sich die Leistungen von Maximilian Dallinger bei den Luftgewehr-Europameisterschaften im ungarischen Györ am besten zusammenfassen. Stabil auf hohem Niveau wohlgemerkt. Aber leider eben auch nicht gut genug für die absolute europäische Spitze. Im Herren-Einzel verpasste der Lengdorfer wie berichtet als 23. das Finale der besten Acht. Näher dran war er im Mixed mit Isabella Straub aus Kirchseeon, mit der es auf Rang neun nur haarscharf nicht reichte für den Endkampf. Und im Teamwettbewerb schaffte er es mit Andre Link und Julian Justus bis ins Viertelfinale. „Naja, so richtig zufrieden bin ich nicht“, meinte Dallinger am Montagnachmittag nach seiner Ankunft in Lengdorf. Mit dem Flieger war es von Györ eineinhalb Stunden im Bus nach Wien gegangen und von dort dann mit dem Flugzeug nach München.

„Es waren stabile Leistungen, die man immer schießt“, befand Dallinger. „Aber wenn man vorne mitmischen will, braucht man das obere Limit, fürs Finale in der Regel im Schnitt eine 10,43.“ Dazu sollte es in Györ am Ende nicht reichen. Diesmal zumindest: Vor zwei Jahren hatte Dallinger dort Einzel-Gold geholt – allerdings noch bei der EM der Junioren.

Im Einzel beendete Dallinger seine sechs Serien mit 623,8 Ringen (104.4, 105.9, 101.5, 104.7, 103.5, 103.8), was Platz 23 unter 68 Teilnehmern bedeutete. Wieder Platz 23 – wie schon vor einem Jahr bei seiner EM-Premiere beiden Herren. Für einen jungen Mann, der es gerade mal auf 21 Lenze bringt, ist das doch schon ordentlich, oder? „Die, die regelmäßig vorne mitmischen, sind zwischen 26 und 33 Jahre alt“, sagt Dallinger. Darauf, dass er in der Schützen-Elite momentan noch eher zu den Jüngeren gehört, will er sich aber nicht ausruhen. „Zeit lassen brauche ich mir nicht unbedingt“, sagt er bestimmt. „Auch für einen jungen Schützen ist einiges möglich. Ich verlasse mich jetzt nicht einfach darauf, dass ich in drei Jahren so weit bin. Wenn’s geht, dann geht’s.“

Zwei Ringe fehlen zum Mixed-Finale

Im Mixed wäre es diesmal ja fast schon gegangen – und zwar ins Finale. Um ein Plätzchen reichte es im Team mit Isabella Straub am Ende aber nicht. „Jeder hatte 40 Schuss, wir hatten beide im Schnitt 10,4 und mehr“, berichtet Dallinger. Am Ende kamen 833,2 Ringe (Dallingers Anteil: 416,4) zusammen – zwei zu wenig für den Endkampf. „Ich hatte erwartet, dass wir mit dem Ergebnis zwar nicht ganz vorne mitmischen werden, aber dass es Richtung Finale gehen könnte. Dass wir knapp nicht reingekommen sind, müssen wir hinnehmen. Ein bisserl schade ist das schon“, resümiert Dallinger.

„Wieder ganz stabil“, wie er es formuliert, war dann auch die Leistung im Mannschaftswettbewerb mit Andre Link und Julian Justus. Und diesmal reichte es haarscharf für die besten Acht. Nun wartete die K.o.-Runde. Als Achtplatzierter musste das deutsche Trio gegen die zuvor alles überragende russische Auswahl ran. Da war dann Endstation. Am Ende stand es 625,3:628,0. Dallinger hatte es auf 208,4 Ringe gebracht – das zweitbeste Ergebnis seines Teams. „Unser Gesamtergebnis war nicht schlecht. Die Russen waren sehr gut. Gegen jeden anderen wären wir locker weitergekommen. Das ist also nicht so tragisch“, findet Dallinger, der mit seiner Mannschaft als bester ausgeschiedener Viertelfinalist am Ende auf Rang fünf landete. Und die Russen, die musste die Konkurrenz in Györ ohnehin ziehen lassen – nicht nur Dallinger und seine deutschen Kameraden. Sowohl im Einzel als auch im Mixed und Mannschaftswettbewerb siegten Athleten aus dem Land.

Von Györ und der ungarischen Kultur hat Dallinger, obwohl er nun schon das zweite Mal dort war, bei all dem Wettkampftrubel wieder nicht viel mitbekommen. So recht weiß er ohnehin nicht, was er sich alles hätte anschauen können. „Ich weiß nur, dass da ein Audi-Werk ist“, gesteht er.

Keine Zeit für Sightseeing

Aber egal: „Für Sightseeing war eh keine Chance. Am Vormittag macht man nicht viel, schläft länger. Die Wettkämpfe beginnen immer mittags und dauern bis zum Abend. Dann gibt’s noch Essen. Das war’s.“

Viel Zeit hat Dallinger allerdings dafür, weiter an seiner Schützen-Karriere zu feilen. Er profitiert nämlich von einem Förderprogramm bei der Polizeiausbildungskaserne in Dachau. Dallinger ist dort bei der Bereitschaftspolizei. Seit einem Monat ist er nun schon für sein Training in München freigestellt, erst im Oktober geht es wieder nach Dachau.

Eine intensive Vorbereitung braucht es auch, denn es stehen wichtige Wettkämpfe an. Im April zum Beispiel der Weltcup im südkoreanischen Changwon, wo im September dann die WM steigt. Nicht zu vergessen der Weltcup in München im Mai. Im Auge hat Dallinger freilich die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Durchaus ein realistisches Fernziel, oder? „Ich werde es versuchen. Einfach wird’s mit Sicherheit nicht. Heuer ist jetzt erst mal die WM. Ausruhen braucht man sich jetzt nicht.“

Alle EM-Ergebnisse

gibt’s im Internet unter unter www.results.sius.com/championships.aspx.

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