Die EM kann kommen: Maxi Dallinger qualifizierte sich im Weltklasse-Feld zweimal für das Finale.
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Die EM kann kommen: Maxi Dallinger qualifizierte sich im Weltklasse-Feld zweimal für das Finale.

Das starke Stück vom Wochenende

Ein Weltklasse-Ergebnis

  • Dieter Priglmeir
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Maxi Dallinger ist bereit für die Europameisterschaft. Der Lengdorfer musste sich beim Internationalen Wettkampf in München lediglich dem Russen Sergey Kamenski beugen.

von Dieter Priglmeir und Peter Stadler

Lengdorf – Maximilian Dallinger hat beim Internationalen Wettkampf in München-Hochbrück seine Weltklasse bewiesen. Der 21-jährige Luftgewehr-Schütze qualifizierte sich bei seinen beiden Wettkämpfen jeweils als einziger Deutscher fürs Finale. Spannend bis zum Schluss war insbesondere der zweite Turniertag, als er sich lediglich Sergey Kamenski, Silbermedaillengewinner von Rio, geschlagen geben musste.

Gegen so ein Kaliber dürfe man schon mal verlieren, meinte Dallinger. „Vergangenes Jahr habe ich gesiegt. Diesmal war er ein bisserl besser.“ Er war hochzufrieden mit seinen Leistungen.

Rund 700 Spitzenschützen aus 51 Ländern waren mit Luftgewehr und Luftpistole auf der Olympiaschießanlage von 1972 vertreten. Das hochkarätige Starterfeld überraschte den Lengdorfer nicht. So sei das eben in einem WM-Jahr. Die meisten Spitzenschützen wollten ihre Form testen, zumal bereits Ende Februar im ungarischen Györ die Europameisterschaft steigt.

Rund 90 Luftgewehrschützen waren am ersten Wettkampftag am Start. Dallinger kam in der Qualifikation auf 628,3 Ringe. Das reichte, um sich als Achter gerade noch für das Finale qualifizieren. Eine 9,8 zu Beginn im Endkampf und weitere mittelmäßige Zehner brachten ihn nicht nach vorne, und so schloss er seinen ersten Start auch als Achter ab. Zufrieden war er dennoch. „Ich konnte meine Trainingsergebnisse auf den Wettkampf übertragen. Im Finale geht es sehr eng zu. Da entscheidet auf diesem Niveau die Tagesform.“

Am Tag darauf stand der Lengdorfer mit 628,9 Ringen – wieder als Achter – erneut im Finale. Dort sei der Druck und Puls nochmal höher. „Man darf aber auch nicht zu locker rangehen, nicht zu entspannt sein.“ Der Unterschied zum Vortag? „Mehr Biss. Ich habe das Gewehr fester gehalten und war risikobereiter“, erklärt Dallinger. „Da musst du auf deine Abläufe vertrauen, auch wenn es vielleicht etwas unrund ausschaut.“

Tatsächlich lief es diesmal richtig gut. Schon nach der ersten Zehnerserie setzte er sich mit 104,9 Ringen an die Spitze. Richtig eng wurde es wieder, als im Ausscheidungskampf nur noch ein Quartett übrig war. Punktgleich mit dem Ungarn Istvan Peni, seinem alten EM-Rivalen, musste ein Stechschuss entscheiden, wer unter die besten Drei kommt. Auch danach waren die beiden gleichauf. Ein zweiter Stechschuss brachte Dallinger in die Medaillenränge. Peni war raus.

Im nun folgenden Dreikampf trennten nur 0,4 Ringe die letzten drei Schützen. Für den Weißrussen Vitali Bubnovich blieb nach einer 9,1 mit 228,8 Ringe die Bronzemedaille. Dallinger lag kurzzeitig auf Goldkurs, schoss dann aber zweimal 10,0 und damit 249,5 Ringen. „Ein dicker Zehner“, so Dallinger, bescherte schließlich seinem russischen Kontrahenten Gold (249,8).

Dallinger scheint aber gerüstet für die EM in Györ, wo er vor zwei Jahren den Juniorentitel holte. Im September steigt dann die WM in Südkorea. Ab dann rückt bereits Olympia 2020 in den Fokus.

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