+
Die Unterstützung an der Vils war groß: Dicht gedrängt standen und fieberten die Taufkirchener Fans mit. Am Ende ohne Erfolgserlebnis.

Das Starke Stück vom Wochenende

Taufkirchener Handballmänner: Sauer auf Verband, Schiri und Schicksal

  • schließen

Die Taufkirchener Handballmänner stehen nach einer tollen Saison in der Bezirksklasse Mitte als Vizemeister mit leeren Händen da. In der Endabrechnung fehlte ein Treffer zur Krönung. Das war die eigene Schuld. Aber auch der Verband und der Schiedsrichter trugen ihre Scherflein dazu bei.

Taufkirchen– Am Tag nach dem unglücklichen 29:29 (15:15) im Topspiel gegen den TSV Rottenburg und dem geplatzten Meisterschaftstraum blickte Taufkirchens Handballtrainer Maximilian Josef perplex auf sein Handy-Display: „Ich konnte es nicht glauben. Das Ergebnis war noch unwahrscheinlicher als unseres.“ Weil Titelkandidat TG Landshut 3 die Steilvorlage nicht nutzte und sich gegen den Vorletzten Waldkraiburg 2 ein 19:19-Remis leistete, wurde Rivale Rottenburg, wie berichtet, nachträglich noch Meister.

Umso tragischer ist dieser Ausgang des Titelrennens mit drei punktgleichen Teams für die Vilstaler. „Das ist schon extrem bitter. Wir haben insgesamt eine super Saison gespielt, auf die wir stolz sein können. Aber uns hat in der Endabrechnung ein Tor gefehlt“, bedauerte Josef. Und damit meinte er nicht nur das Rottenburg-Finale. Zwei Ausrutscher (26:27 in Erding, 27:28 in letzter Sekunde in Landshut) habe man sich geleistet, „die nicht hätten sein dürfen“.

Dabei war am Samstag alles für den großen Streich gerichtet: Die Kulisse passte, denn gut 200 Zuschauer verfolgten den Krimi in der Taufkirchener Realschulhalle. Auch das Spiel passte, weil es jede Menge Spannung, Leidenschaft und Emotionen bot. Nur eins passte an diesem Tag nicht, und das war der Schiedsrichter, der mit der Leitung dieses Duells sichtlich überfordert war.

Betroffen von den Fehlentscheidungen waren zwar davon beide Teams, doch in der Schlussphase vor allem die Hausherren. Die Stimmung schien in der Schlussminute zu eskalieren, als Thomas Anhoffer für Taufkirchen zum 29:29 ausglich und im Gegenzug Torwart Florian Lehner den Rottenburger Wurf entschärfte. Im Gegenzug parierte der Gästekeeper einen Wurf Dion Heydemanns, wehrte den Ball ins Seiten-Aus ab – der Schiri gab dennoch Einwurf für Rottenburg. Der Spitzenreiter scheiterte sechs Sekunden vor dem Ende am Pfosten, so dass Lehner den Abpraller blitzschnell in einen Konter verwandelte. Anhoffer fing den Ball und sprang ab zum Wurf. Ein Rottenburger foulte ihn – laut Regelwerk ein Strafwurf. Pascal Demny wollte schnell einwerfen und wurde an die Wand gecheckt – ohne Folge, denn der Unparteiische pfiff das Spiel ab.

Beide Seiten wollten sich direkt zur Leistung des Unparteiischen („Der BHV liest mit“) nicht äußern, aber attestierten dem Verband fehlendes Fingerspitzengefühl bei der Einteilung. Auch die nicht zeitgleiche Ansetzung der entscheidenden Partien sowie die Einteilung eines Taufkirchener Schiedsrichters (Dominik König) fürs Landshut-Spiel sei gelinde gesagt, „eine Katastrophe“, urteilte TSV-Handball-Chef Gerhard Mühlenbeck. Alles Faktoren, die dem bitteren Ergebnis noch Würze zufügten: „Bitterer geht es nicht. Aber letztlich sind wir selber schuld.“ Es fehlte halt nur ein Tor. Der Zuruf von der Tribüne nach Abpfiff traf aber ins Schwarze: „Ihr seid unsere Meister der Herzen.“ Da verkniff sich selbst Trainer Josef sein Lächeln nicht mehr.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Altenerdinger Blitzstart: C-Jugend gewinnt gegen Wartenberg
Freude herrschte bei den Altenerdinger C 1-Handballerinnen, nachdem sie das Bezirksoberliga-Derby gegen den TSV Wartenberg mit 25:21 (10:10) Toren gewonnen hatten.
Altenerdinger Blitzstart: C-Jugend gewinnt gegen Wartenberg
Istenal und Klettham räumen ab: Bastion der Jung-Schachspieler
Die besonders guten Jung-Schachspieler kommen aus dem Landkreis. Alle drei Podestplätze bei den Kreismannschaftsmeisterschaften der Zwölfjährigen in Ebersberg gingen …
Istenal und Klettham räumen ab: Bastion der Jung-Schachspieler
Langengeislinger Valentin Busch spielt sich fest
Als er von Nick Latta in der neutralen Zone den Puck zugespielt bekam, hatte Valentin Busch nur noch das Tor im Visier.
Langengeislinger Valentin Busch spielt sich fest
SpVgg geht in der zweiten Welle unter
Zu Beginn passte es noch bei den Handballmännern der SpVgg Altenerding 2 beim Auswärtsspiel in Schleißheim. Am Ende setzte es für den Bezirksligisten aber die nächste …
SpVgg geht in der zweiten Welle unter

Kommentare