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Vertrag unterzeichnet! Der neue Coach Stefan Huber (r.) und SVE-Chef, der ebenfalls Stefan Huber heißt.  

Interview mit Eichenrieds neuem Coach

Stefan Huber: Wir wollen mit unserem Fußball die Leute hier begeistern

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Wir sprachen mit dem 29-jährigen Daglfinger, der ab sofort den SV Eichenried trainiert.

In zwei Monaten wird er seinen 30. Geburtstag feiern. Schon zuvor beginnt für Stefan Huber rein fußballerisch ein neuer Lebensabschnitt: vom Spieler zum Trainer. Wir sprachen mit dem Daglfinger,der ab sofort den SV Eichenried trainiert.

Herr Huber, welche Art von Fußball bevorzugen Sie?

Bei Fußball spielen liegt bei mir die Betonung auf „spielen“. Ich bin kein Freund vom Hauruck. Natürlich muss man flexibel sein und – wenn es mal nicht so läuft – auch über den Kampf kommen. Aber mein Augenmerk liegt schon auf Passpiel und Ballbehandlung.

Was sind Ihre kurz- und mittelfristige Ziele mit dem SVE?

Ich habe schon zwei, drei Spiele gesehen und mich mit den Jungs via Skype unterhalten. Auffällig ist, dass wir viele Tore geschossen, aber auch sehr viele kassiert haben. Drei Gegentore im Schnitt – das ist zu viel. Wir müssen kompakter auftreten – und da meine ich nicht nur die Viererkette, sondern den Komplettverbund.

Der SVE ist Tabellenachter der Kreisklasse, hat fünf Punkte Vorsprung zum Relegationsplatz.

Natürlich geht es erst mal darum, die nötigen Punkten einzufahren, um in ein ruhiges Fahrwasser zu kommen.

Gibt’s für die neue Saison eine Ansage der Vereinsführung, wo die Mannschaft in der Tabelle stehen sollte?

Nein. Man muss ja auch erst mal fünf bis sechs Spiele abwarten, um zu wissen, in welche Richtung es geht. Sehr wichtig ist mir aber, dass die Mannschaft ihre Identität behält und eine Einheit ist. Das erwarte ich auch von den neuen Spielern.

Fünf Neuzugänge hat der Vorstand angekündigt, ist das nicht etwas viel?

Wir brauchen diese Quantität im Kader, um die Qualität und den Konkurrenzkampf zu steigern. Aber das kann ich jetzt schon sagen: Diese Jungs sind charakterlich super und – was mir sehr wichtig ist – als Spieler nahbar. Ich habe immer sehr viel Wert auf das Vereinsleben gelegt. Und das wird natürlich auch in Eichenried so sein.

Fünf Neue, vier Jugendspieler, zwei Routiniers hören auf – das klingt nach einem kompletten Umbruch. Ist es ein Vorteil oder Nachteil, wenn das ein neuer Trainer macht?

Naja, kompletter Umbruch... Es stimmt, dass Wolfi Föhringer, Daniel Böck und Andi Fischer aufhören wollen. Aber ich hoffe, dass da noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Zwei der Neuen haben schon Bezirksliga gespielt, einer in der Landesliga. die anderen Kreisliga. Was ich damit sagen will: Ja, sie haben Potenzial. Wichtig ist aber, dass wir mit unserem Fußball die Leute hier begeistern – mit den Neuen, mit dem bisherigen Stammspielern und mit den A-Jugendlichen. Ein großer Vorteil ist, dass ich einen hochklassigen Mann als spielenden Co-Trainer habe.

Sie reden von Daniel Daffner.

Mit dem habe ich in der Jugend heiße Derbys ausgefochten: ich bei den Löwen, er bei Bayern. Zwischendurch hat er Profiluft in der Schweiz gesammelt. Seine Erfahrung werden wir gut brauchen kennen.

Besteht die Chance, dass wir Sie trotz Ihres Kreuzbandrisses selbst wieder auf dem Platz sehen?

Also offiziell habe ich meine Karriere ja noch nicht beendet. Aber erstmal liegt das Hauptaugenmerk darauf, hier in Eichenried eine Mannschaft zu formen.

Und wann geht’s los?

Sobald wir von der Gemeinde das Go bekommen. Natürlich brennen wir alle, aber wir wissen auch, wie in Corona-Zeiten die Prioritäten sind. Meine Jungs sind schon sehr fleißig. Wir sind keine Leichtathleten und wollen wieder den Ball vor den Füßen haben. Aber für die Verletzungsprophylaxe ist das sehr wichtig. Wir haben nur drei bis vier Wochen Vorbereitungszeit. Da besteht schon die Gefahr von Faser- und Bänderrissen.

Das Gespräch führte Dieter Priglmeir.

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