Zwischen dem Volksfestplatz im Westen, dem Freibad im Norden, der ESC-Eishalle im Osten und der Grundschule Nord im Süden steht die Sportanlage des TC Dorfen. Dass dort weiter Tennis gespielt wird, dafür wollen auch Jürgen Zellner und Klaus Buber (Bild oben, v. l.) sorgen. 
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Zwischen dem Volksfestplatz im Westen, dem Freibad im Norden, der ESC-Eishalle im Osten und der Grundschule Nord im Süden steht die Sportanlage des TC Dorfen. Dass dort weiter Tennis gespielt wird, dafür wollen auch Jürgen Zellner und Klaus Buber (Bild oben, v. l.) sorgen. 
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TC Dorfen

Der Poker mit dem Pächter

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Haben Dorfens Tennisler Plätze und Vereinsheim auf Sand gebaut? Zumindest haben sie es auf fremdem Grund. Jetzt laufen die Verhandlungnen um einen neuen Pachtvertrag. Kurzfristig drohte sogar der Umzug.

Dorfen– 362 Mitglieder, davon 121 Jugendliche, zwölf Mannschaften, fünf Courts und ein Vereinsheim – der TC Dorfen steht gut da. Aber vielleicht ist er schon bald heimatlos. „Die wildesten Gerüchte gehen seit Wochen in der Stadt rum“, sagt 2. Vorsitzender Klaus Huber. Am morgigen Donnerstag findet die Jahreshauptversammlung (19.30 Uhr, Tennisheim) statt. Doch Huber wollte noch vorher Klarheit schaffen und suchte gemeinsam mit Jürgen Zellner das Gespräch mit der Heimatzeitung.

Beide machten deutlich: Die Ängste sind weg, sie hätten sich aber sehr wohl Sorgen um die Zukunft gemacht. Der Grund: Der Pachtvertrag für das 6000 Quadratmeter große Areal läuft im Jahr 2020 aus. Und die Eigentümer des Grundstücks kündigten an, den Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen.

„Das hätte für uns bedeuten, dass wir die komplette Anlage rückbauen müssen. Alle fünf Plätze und das Vereinsheim – alles wäre futsch gewesen“, sagt Zellner, der selbst zwölf Jahre Vorsitzender war und als Revisor noch immer für den Verein tätig ist.

Aber der Reihe nach: 1928 wurde der TCD gegründet. In Hausmehring entstanden zwei Tennisplätze, die auch lange ausreichten. „Dann aber kam in den frühen 1970ern der erste Tennisboom“, erzählt Huber. „150 Interessierte waren auf der Warteliste, ich übrigens auch.“ Der Verein platzte aus allen Nähten. Eine Lösung musste her, und die machte ein Dorfener Ehepaar möglich.“ Die beiden haben dem Verein damals sehr geholfen“, sagt Huber.

Jährliche Pacht: „faire 5800 Mark“

Die Eigentümer verpachteten 1976 ihr Grundstück an den Tennisclub, der daraufhin kräftig in die Hände spuckte, fünf Plätze sowie das Vereinsheim errichte. Pachtdauer: 25 Jahre, Kosten: jährlich 5800 Mark. „Ein sehr fairer Preis“, sagt Huber, der klar stellte. „Wir hatten nie Probleme mit den Eigentümern. Der Ehemann war selbst bei uns aktiv und ist noch immer Mitglied.“ 1995 sei der Vertrag vorzeitig um weitere 25 Jahre verlängert worden. Maßgeblichen Anteil habe der damalige Sportreferent Gisbert Becker gehabt, der seinerzeit das Konzept Dorfen 2020 vorantrieb. Bekanntlich bremste der Stadtrat den Visionär, der die Dorfener Sportanlagen im Westen der Stadt ansiedeln wollte, aus. Drei Jahre vor Vertragsende seien nun die Pächter auf den TCD mit ihrem Ansinnen zugegangen, den Kontrakt über 2020 nicht zu verlängern. Die Folge wäre der Rückbau der Sportanlage gewesen – was auch laut Pachtvertrag geregelt war, wie Huber bestätigt. „Pachten und auf das Grundstück bauen – heutzutage würde man so etwas wohl nicht mehr machen, denn das bringt die Nachfolger im Vorstand in eine Zwickmühle“, sagt Huber. Aber das waren halt auch noch andere Zeiten“.

Der TC-Vorstand schaltete Bürgermeister Heinz Grundner ein. Gemeinsam suchten sie das Gespräch mit den beiden inzwischen über 80-Jährigen. Der Gemeindechef habe auch schon durchblicken, dass dieses Areal auf Jahrzehnte hinaus nicht für Wohnbebauung freigegeben werde, sagte Huber. Die Eigentümer wollten sich nicht äußern. Nur so viel sagte die Ehefrau: „Wir lassen hier jetzt schon seit 40 Jahren Tennis spielen. Und das werden wir sie auch weiterhin lassen.“ Soll heißen: Es sieht nun doch sehr nach einer gütlichen Einigung aus.

Eigentümer kommt zur Versammlung

Das bestätigte auch Huber. „Die Familie hat uns ihre Einigungsvorschläge mitgeteilt. Wir werden jetzt darüber im Vorstand und mit der Stadt sprechen.“ Laut dem Vorsitzenden soll der Pachtzins „mehr als verdoppelt werden“ und die Vertragsdauer bis zum Jahr 2030 beschränkt. „Man muss das schon verstehen, schließlich haben sich die Miet- und Grundstückspreise entwickelt“, meint Huber. Derzeit stünden auch keine größeren Investitionen an. „Ansonsten müssen wir nachverhandeln.“ Schließlich koste die Sanierung eines einzigen Platzes locker 50 000 Euro. Und allein in den vergangenen zehn Jahren habe der TC für Kabinen. Duschen, Solaranlagen etc. 50 000 Euro ausgegeben. Am morgigen Donnerstag wird der Vorstand in der Jahreshauptversammlung mit seinen Mitgliedern reden. „Und die Eigentümer werden auch da“, sagt Huber. Die beiden Vertragspartner machen es wie in den vergangenen 40 Jahren: Sie reden es miteinander aus.

von Dieter Priglmeir

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