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Von der Dressur zum Westernreiten

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Von: Bernd Heinzinger

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Am langen Zügel: Theresia Eiglsperger, hier mit ihrer Stute Wallas Wonderwoman.
Am langen Zügel: Theresia Eiglsperger, hier mit ihrer Stute Wallas Wonderwoman. © CORRIE FUHR/Art & Light

Mit ihrer großen Leidenschaft hat die 37-jährige Theresia Eiglsperger aus Aich bei Taufkirchen zuletzt schöne Erfolge erzielt.

Aich – Im hierzulande noch wenig bekannten Westernreiten holte sie sich gleich zwei bayerische Meistertitel auf dem Gut Matheshof in Kreuth, vor kurzem gewann sie dazu die Silbermedaille in der hochkarätig besetzten Golden Series an gleicher Stelle.

Eigelsperger begeisterte sich seit ihrer Kindheit bereits für Pferde, begann mit dem Reiten bereits im zarten Alter von sechs Jahren. Ihre Hauptdisziplin war zunächst die klassische Dressur, doch das änderte sich nach einem Trip in die USA.

Die Diplom-Biologin arbeitete im Jahr 2009 einige Zeit in der Nähe von New Orleans und machte sich im Anschluss noch auf zu einem Besuch bei Verwandten in Kanada. Dort traf sie einen Trainer im Westernreitern, und dieser brachte ihr die Begeisterung für diese Art des Pferdesports nahe. „Mir hat sofort gefallen, dass es dabei nicht so streng zugeht, wie bei der Dressur“, betont Eiglsperger. Der Umgang mit den Pferden sei dazu lockerer, das Reiten deutlich „cooler“. Außerdem wäre die Stimmung bei den Wettbewerben ganz anders: „Beim Westernreiten wird gejubelt, angefeuert und geschrien. Da ist immer eine ganze Menge los.“

Die ursprünglich aus den Vereinigten Staaten kommende Disziplin ähnelt zwar der Dressur. Allerdings ist vieles anders, wie die 37-Jährige erklärt: „Es fängt von einer anderen Ausrüstung an und geht mit dem Reitstil weiter. Beim Westernreitern führen wir die Pferde mit langen, durchhängenden Zügeln. Damit können sie mehr selbst bestimmen.“ Höhere Power und Geschwindigkeit kommen hinzu.

Für ihre große Leidenschaft nimmt Theresia Eiglsperger neben den hohen Kosten auch ziemlich großen Zeitaufwand in Kauf. In normalen Wochen fährt sie fünfmal von Aich zu ihrer siebenjährigen Stute Wallas Wonderwoman in die Reitsportanlage nach Vaterstetten, die ihr dort von Besitzerin Sophie Raml zur Verfügung gestellt wird. 30 bis 60 Minuten dauert an diesen Tagen das Training mit der Stute. Die neuesten Choreografien und Schrittfolgen einzustudieren, das brauche einfach seine Zeit, betont die 37-Jährige: „Das Reiten ist aber meine Lebenseinstellung und meine große Leidenschaft. Daher nehme ich das sehr gerne in Kauf.“

Dass sich der Aufwand lohnt, zeigte sich zunächst bei den bayerischen Meisterschaften. In der Einsteiger-Klasse hatte Eiglsperger keine Probleme mit ihrer Konkurrenz, und auch eine Stufe höher, bei den Amateuren, war sie an diesem Wochenende nicht zu schlagen. Dabei ließ sie gleich 70 Kontrahenten hinter sich.

Zwei Wochen später gab es dann das große Finale der Golden Series. Die Westernreiterin aus Aich hatte sich dafür mit guten Ergebnissen bei den Vorwettbewerben qualifiziert und startete mit großen Ambitionen gegen die nationale und sogar internationale Konkurrenz. Am Ende sprang der starke zweite Platz heraus.

Eiglsperger zeigte sich aber nicht vollkommen zufrieden: „Natürlich ist das ein gutes Ergebnis. Aber der Zweite ist ja auch der erste Verlierer.“ Ein Reitfehler habe ihr den Sprung ganz nach oben aufs Podest gekostet, bedauerte sie im Anschluss.

Sich mit anderen zu messen, das steht auch in Zukunft auf dem Programm der 37-Jährigen. Sie ist bereits wieder für die Golden Series 2023 angemeldet und will auch beim „Breeders Derby“ in Kreuth an den Start gehen. Bei diesem Großturnier treffen sich Teilnehmer aus ganz Europa, betont Eiglsperger: „Da ist das Leistungsniveau daher ziemlich hoch.“

Sie liebt aber die Herausforderung und besucht daher auch regelmäßig Turniere in Österreich und Italien. Ob es einmal zu einem Wettbewerb ins Heimatland des Westernreitens, die USA, geht, das weiß die Aicherin aber noch nicht: „Natürlich möchte ich da gerne einmal hin. Eine direkte Planung dafür gibt es aktuell jedoch noch nicht.“

Ihre Liebe zu den Pferden hat Theresia Eiglsperger bereits seit längerer Zeit zum Beruf gemacht. Anstatt als Biologin in Laboren tätig zu sein, eröffnete sie 2017 ihren eigenen, idyllische Pferdehof in Aich. Dort können Sportpferde auf saftigen Koppeln nach anstrengenden Wettbewerben ihre verdiente Erholung finden.

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