Christopher Zobel.

Fußball – Aspis Taufkirchen

Trainerwechsel beim Tabellenführer

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Der TSV Aspis Taufkirchen gewinnt 9:0 – und tauscht den Trainer aus. Aber alles halb so wild, erklärt Abteilungsleiter Karl Valentin.

Taufkirchen – Was war das für ein traumhafter Sonntag für die Fußballer des TSV Aspis Taufkirchen: Mit 9:0 Toren hätten sie es beim momentan etwas orientierungslosen FC Hohenpolding beinahe zweistellig gemacht. Vom Sechsfach-Torschützen Julian Schaumaier redet kurz nach dem Torfestival des Tabellenführers der A-Klasse 8 aber kaum jemand. Im Fokus steht vielmehr der bisherige Spielertrainer Andreas Kasten, der von seinem Posten zurückgetreten ist.

„Unser Trainer hat sein Amt aus beruflichen und privaten Gründen niedergelegt“, teilt Abteilungsleiter Karl Valentin mit. Kasten, der den TSV nun schon in seiner dritten Saison betreut hat, arbeitet als Versicherungskaufmann in Landshut. „Er hat jetzt noch ein zweites Büro aufgemacht. Das bringt er alles nicht mehr unter einen Hut“, sagt Valentin. Auch wenn Kasten im Training selten gefehlt habe, sei ihm die Belastung mit der sportlichen Verantwortung für seine Aspis-Mannen dann doch zu viel geworden.

Valentin sieht Kastens Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit einem lachenden, weil Kasten dem Team als Spieler erhalten bleibt. Mit einem weinenden, weil sich die Mannschaft unter ihm den vergangenen gut zwei Jahren positiv entwickelt hat. „Er hat viel aus der Mannschaft gemacht. Zuerst sind wir souverän nicht abgestiegen, dann wären wir fast Zweiter geworden, und jetzt sind wir Tabellenführer“, sagt Valentin.

Andreas Kasten.

Dass vielleicht auch intern Dinge vorgefallen sind, die Kasten zum Rücktritt bewogen haben, verneint der Abteilungsleiter. Kastens Entscheidung, aufgrund seiner zeitlichen Belastung abzutreten, „spricht für seinen Charakter. Wenn was gewesen wäre, würde er jetzt nicht als Spieler weitermachen.“

Die Nachfolge-Lösung ist eine interne. Und es ist wieder ein Spielertrainer: Christopher Zobel, bislang Kastens Co-Trainer, steht nun in der Verantwortung. Er hat dem Verein bereits am Freitag vor der Hohenpolding-Partie zugesagt, erst mal bis zur Winterpause in die Bresche zu springen. „Dann setzen wir uns in aller Ruhe zusammen und schauen, wie’s weitergeht“, sagt Valentin. Er könne sich aber durchaus vorstellen, dass Zobel dann auch im neuen Jahr auf der Aspis-Kommandobrücke stehen wird.

Konfliktpotenzial sieht der Fußballchef des TSV nicht. Es wäre ja schließlich denkbar, dass ein Spieler, der früher mal als Trainer die Entscheidungsgewalt hatte, in kritischen Situationen aufbegehren und für Unruhe sorgen könnte. „Andreas hat offen und ehrlich gesagt, dass er jetzt Spaß haben und nicht mehr das Sagen haben will. Und so schätze ich ihn auch ein“, betont Valentin. „Er und Zobel verstehen sich gut. Da habe ich keine Bauchschmerzen.“

Cheftrainer-Erfahrung hat Zobel bereits. Da schließt sich übrigens der Kreis zum FC Hohenpolding. Den hat er nämlich vor seinem Wechsel zu Aspis gecoacht.

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