Hart im Nehmen: die Alpencrosser des Korbinian-Aigner-Gymnasiums, die vor dem Lockdown vier Touren im Freistaat absolvierten. Foto: (KAG)

Schulsport

Trans Alp wird zur Trans Bavaria

Ein Traum ist geplatzt, doch die KAG-Mountainbiker hatten ihren Spaß mit Ein-Tages-Touren

Erding – Die Covid-19-Pandemie hat auch bei der in diesem Jahr zum fünften Mal geplanten Alpenüberquerung des Korbinian-Aigner-Gymnasiums (KAG) seine Spuren hinterlassen. Gemäß kultusministerieller Anordnung durften ab April mehrtägige Schulfahrten nicht stattfinden. Dies bedeutete für die Alpencrosser des KAG die Absage der Tour über den Alpenhauptkamm an den Gardasee. Die einzig mögliche Alternative, wenigstens abschnittsweise outdoor unterwegs zu sein, war eine abgespeckte Version mit vier klassischen Ein-Tages-Touren in Bayern. So wurde aus der Trans Alp eine Trans Bavaria.

Vier Regionen in den bayerischen Bergen wurden angesteuert: das Mangfallgebirge, der Chiemgau, das Karwendel und das Wettersteingebirge mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze.

„Die Enttäuschung war bei allen Teilnehmern groß, als die endgültig e Nachricht eintraf, alle mehrtägigen Schulfahrten seien bis auf Weiteres nicht möglich“, erzählte KAG-Schulleiterin Andrea Hafner. „Zum einen war zu diesem Zeitpunkt nicht gewiss, ob überhaupt eine Alternative möglich sein würde, zum anderen war von da an jegliche Planung und Vorbereitung, die schon teilweise in der zehnten Klasse begonnen hatte, überflüssig geworden. Als dann bei der ersten Tour die Gestalt der herbstlichen Berge über dem Tegernsee zum ersten Mal auftauchte, lag jedwede anfängliche Enttäuschung über die notwendig gewordene Planänderung weit zurück.“

Spätestens mit dem ersten längeren Anstieg ins Langenautal hinter Kreuth habe sich auch das ersehnte Gemeinschaftsgefühl eingestellt, das auch für die Seminarleiter Moni Friedrich und Flori von den Stemmen so wichtig sei.

Im Chiemgau wurde auf herrlicher Tour und über versteckte Schmugglerwege der Geigelstein umrundet und im Karwendel über das Johannes- und Laliderertal die nach dreijähriger Sanierung wieder eröffnete Falkenhütte erklommen. Die Tour im Karwendel war etwas für härtere Naturen, denn die ersten drei Stunden regnete es durchgehend, „was aber auf Seiten der Kursteilnehmer nicht groß zur Kenntnis genommen wurde“, wie Hafner erzählt. „Im Gegenteil, die Erfahrung, auch bei sogenanntem „schlechten Wetter Teil eines beeindruckenden Bergerlebnisses zu sein, wollte im Nachhinein keiner missen“.

Letztlich seien sich alle einig gewesen, dass Regen, gerade in den Bergen, etwas sehr Schönes sein kann. Neben der imponierenden „landschaftlichen Umgebung“, wie sie Quirin Lerch, einer der Kursteilnehmer zu nennen pflegte, war es laut Hafner auch die Geselligkeit, die jegliche Anstrengung und auch manchen Schmerz entlohnte. „Dies galt besonders während der letzten Tour um das Wettersteinmassiv, die mit zunehmenden Höhenmetern – beinahe 1900 Meter waren es am Ende – fur Einige zäher und schmerzhafter wurde als gedacht. Dafür waren das Abschlussessen in Mittenwald und die gemeinsame Rückreise im Bus umso lustiger.“ Hafners Bilanz: „Die KAG-Mountainbiker und ihre Coaches hatten trotz aller widrigen Umstände eine wundervolle Zeit, an die sie sich noch in einigen Jahren mit viel Freude zurückerinnern werden.“ red

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