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Der Taufkirchener Handball-Funktionär Armin Weinzierl (57) ist unerwartet verstorben.

Nachruf auf Handballtrainer TSV Taufkirchen/Vils

Ein Leben für Familie, Handball und Münchner Löwen

  • vonOlaf Heid
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Die Handballabteilung des TSV Taufkirchen trauert um einen langjährigen Weggefährten. Armin Weinzierl starb unerwartet im Alter von 57 Jahren.

Taufkirchen – Im Turn- und Sportverein ist die Bestürzung immer noch groß. Denn Armin Weinzierl war ein prägendes Mitglied, das sich ehrenamtlich als Trainer, Schiedsrichter und häufig auch als „Schattenkabinett“ engagierte, aber nicht unbedingt einen Posten brauchte, um zu helfen. Zuletzt war er als Schiedsrichterwart aktiv. „Ich habe so viel Spaß beim Sport und vor allem auch persönlich mit ihm erlebt, dass es für mich ein totaler Schock war und immer noch ist“, bekennt Gerhard Mühlenbeck, Handballchef und 2. Vorsitzender des Hauptvereins. Weinzierl hinterlässt seine Frau Elke und drei Kinder.

Zu Beginn der 1990er-Jahre war der gebürtige Münchner mit seiner Familie nach Taufkirchen gezogen und sofort in den TSV eingetreten. Das Handballspielen hatte er bei der SG Pasing/Untermenzing lieben gelernt, an der Vils wurde der Kreisspieler, mit der „5“ auf dem Rücken, sogleich heimisch. Jahrelang prägte er die Sparte mit, sei es als Aktiver bei den Herren, mit denen er den Höhenflug aus der damaligen C- in die A-Klasse mitmachte. Oder als Trainer im Jugend- und Seniorenbereich (17 Jahre) und bis zuletzt als aktiver Schiedsrichter der Vilstaler. Er war durch seine lockere, lustige, impulsive, ehrliche, kommunikative Art ein gern gesehener Gast an jeder „Platte“ im Handball-Bezirk Altbayern, es brachte ihm Respekt und Anerkennung bei allen Mannschaften und Offiziellen ein.

Wichtig waren Armin Weinzierl vor allem seine drei Kinder Michael (28), Sandra (26) und Lisa (14), die er allesamt ebenfalls zum Handball brachte und als Trainer, Betreuer oder Fan auf der Tribüne immer begleitete. Und wenn sein Trio nicht im Einsatz war, dann wurde er mit seinen Lieben trotzdem immer an den Heimspieltagen der Vilstaler in der Turnhalle gesichtet.

Sein persönlicher Höhepunkt war Anfang 2010 sein auserkorenes, besonderes Abschiedspunktspiel: Als 46-Jähriger schnürte er noch einmal die Schuhe, stand gemeinsam mit seinem Sohn Michael (damals 17) auf dem Feld, und half auch mit Toren mit, das Bezirksklasse-Derby gegen den TSV Erding 30:5 zu gewinnen – die Vater-Sohn-Kombination war und ist einmalig in der Abteilungsgeschichte des TSV.

Armin Weinzierl war ein eingefleischter „Blauer“, ein Fußballfan des TSV 1860 München – und darüber konnte man mit ihm herrlich philosophieren. Weinzierl war stets mittendrin und immer dabei, sowohl in der Handballsparte als auch außerhalb, wie beim alljährlichen Kinderfasching des Vereins, war sich für nichts zu schade und packte an.

Und Weinzierl, ein Angestellter im öffentlichen Dienst, war auch ein leidenschaftlicher Tänzer in der Disco-Fox-Abteilung des TSV. Selten ließen seine Frau Elke und er eine Stunde sausen.

Die WhatsApp-Gruppen und Telefone glühten in der Abteilung und unter seinen Wegbegleitern, als die traurige Nachricht die Runde machte. Corona-bedingt durften die Vilstaler ihrem Armin jedoch nicht das letzte Geleit geben. Die Beerdigung fand nur im engsten Familienkreis auf dem Gemeindefriedhof statt. In den Tagen danach vermehrte sich am Grab aber die Zahl der Blumen und Gebinde rasant. Auch ein Trikot sowie Schals seines TSV 1893 Taufkirchen und natürlich der Münchner Löwen bewiesen die große Anteilnahme, die dem Handballer, Familienmenschen und Freund zuteil wurde.

„Es freut uns unglaublich zu sehen, dass so viele ihre Wertschätzung, Respekt und Sympathie für unseren Papa zeigen wollten“, ist Tochter Sandra Weinzierl, stellvertretend für die ganze Familie, sehr dankbar über die ungeheure Verbundenheit, die Zuneigung und den Zuspruch, die sie hinterher erfahren haben. „Wie vielen er wichtig war, und wie viele noch Abschied genommen haben, das bedeutet uns einiges. Wir fühlen uns von den Handballern sehr aufgefangen.“ Und die Familie Weinzierl ist sich sicher: „Das alles hätte unserem Papa ein Lächeln der Zufriedenheit aufs Gesicht gezaubert.“ OLAF HEID

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