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Bodenständige Burschen: Joshua und Neal Samanski (v. l.) verbringen ihren Urlaub derzeit bei den Eltern in Kirchasch.

Zwei große Talente gehen ihren Weg

Der Traum der Eishockey-Brüder Samanski

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Ob in der DEL oder in Kanada – Neal und Joshua Samanski arbeiten hart für eine Profi-Karriere. Jetzt machen sie gerade Urlaub daheim in Kirchasch.

Erding – Sie sind zwei waschechte Erdinger: Neal (21) und Joshua Samanski (18). Die Brüder wollen ihrem Vater John, einer Erdinger Eishockey-Legende, nacheifern und Profis werden. Neal hat mittlerweile auch schon 51 DEL-Spiele bei den Iserlohn Roosters absolviert, Joshua jagt in der kanadischen OHL (Ontario Hockey League) im Team von Owen Sound Attack dem Puck nach. Derzeit machen sie Urlaub – daheim in Kirchasch.

Neal Samanski wechselte von den Knaben des TSV Erding zum EV Landshut. Später besuchte er einige Jahre die Red Bull Hockey Academy in Salzburg und war dann vier Jahre in der kanadischen CCHL (Central Canada Hockey League) aktiv – zuletzt bei den Powell River Kings in British Columbia. Vergangene Saison stand der Erdinger im Kader des Erstligisten Iserlohn Roosters.

„Es ist ganz gut gelaufen“, erzählt er. „Als Junger hast du es halt schwer und musst immer ein bisschen mehr machen als die anderen. Wenn du da nach dem Training nicht ständig noch eine halbe Stunde auf dem Eis bleibst, gibt’s gleich einen Anschiss vom Coach.“ Da werden dann noch zusätzlich Schussübungen gemacht oder auch das Abfälschen von Pucks geübt. Mit seiner ersten Saison sei er sehr zufrieden. Normalerweise stehen nur drei U 23-Spieler im Kader, Neal Samanski war einer von ihnen. Eigentlich hatte er damit gerechnet, regelmäßig beim Förderlizenzpartner eingesetzt zu werden, dem Zweitligisten Bietigheim Steelers, aber letztlich habe er dort nur ein Testspiel bestritten.

Die Roosters hatten viel Verletzungspech, was sich für den Erdinger als Glück herausstellte, da er im DEL-Kader blieb, und auch nur für eine Partie auf die Tribüne musste. Zwei Tore hat der 21-Jährige geschossen, das erste gegen Krefeld, das zweite gegen Ingolstadt. „Den Puck von meinem ersten Tor hat jetzt die Oma“, erzählt er schmunzelnd. Er hat noch einen Zwei-Jahres-Vertrag, „und mein Plan ist es natürlich, in der DEL zu bleiben“, sagt Neal Samanski. Er weiß: „Das ist jetzt mein letztes Jahr als U 23-Spieler, nächstes Jahr wird’s richtig schwierig.“

Wenn er an sein schönstes Eishockey-Erlebnis denkt, dann fällt ihm der Gewinn der Deutschen Schüler-Meisterschaft ein. Das schlimmste sei für ihn eine Gehirnerschütterung gewesen, als er noch in Kanada gespielt hatte. „Das war ein Check, da war der Puck überhaupt nicht in der Nähe.“

Als sein Bruder Joshua das hört, meint er lachend: „Solche Checks gibt’s bei uns in jedem Spiel.“ Der 18-Jährige lebt in Owen Sound, einer 20 000-Einwohner-Stadt in Ontario, bei einer Gastfamilie und spielt für das örtliche Team. Er kam über Erding und Mannheim nach Kanada und erzählt: „Die OHL ist eine sehr starke Liga und überhaupt nicht vergleichbar mit der DNL. Aus der OHL gehen viele Profis in die AHL , wer in der ersten Reihe spielt, hat sogar die Perspektive NHL.“ Der Erdinger ist überzeugt: „Das ist die stärkste Juniorenliga der Welt.“

Dabei war der Start wenig verheißungsvoll, nach einem Schuss aufs Sprunggelenk war er einen Monat verletzt: „Das war mein bisher schlimmstes Erlebnis.“ Danach war er erst einmal raus, fand sich auf der Tribüne wieder und kam nur sporadisch zum Einsatz. Schließlich sei es aber immer besser gelaufen, „und mir wurde gesagt, sie hätten große Pläne mit mir“. Hat man überhaupt Freunde im Team, wenn die Konkurrenz so groß ist? „Natürlich gibt es immer einen Konkurrenzkampf. Aber ich habe mich mit allen gut verstanden, denn wir gehen ja auch gemeinsam in die Schule und verbringen viel Zeit miteinander“, sagt der 18-Jährige. „Klar, jeder will spielen, aber ich hatte nie das Gefühl, mich mit jemandem battlen zu müssen.“ Zwei Jahre läuft Joshua Samanskis Vertrag noch. „Mein Ziel ist es natürlich, so hoch wie möglich zu spielen“, erklärt der 18-Jährige. „Meine erste Option ist Nordamerika, aber die DEL ist auch eine gute Liga.“

Während des Urlaubs hält er sich daheim fit, war aber auch schon mit seinem Bruder Neal beim Sommertraining der Iserlohn Roosters in Dortmund. „Wenn die Schule im September beginnt, muss ich wieder rüber“, sagt Joshua Samanski, „aber der Saisonstart ist noch ungewiss.“ Sein schönstes Eishockey-Erlebnis: „Als wir mit den Erdinger Knaben zu einem Turnier nach Schweden geflogen sind. Die TSV-Zeit war schon super.“

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