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Turnen in Vollendung: Die kleinsten Turnerinnen hatten den größten Spaß. Vor allem am Kasten zeigten die Nachwuchssportlerinnen ihr Können und ihr unglaubliches Bewegungstalent.

TSV Dorfen bewältigt beim Turnerjugendtreffen eine organisatorische Mammutaufgabe

1300 Teilnehmer aus 111 Vereinen

Das Jugendturnfest in Dorfen am Wochenende war der Höhepunkt der Saison – und gleichzeitig ein Wettbewerb der Superlative. Noch nie waren so viele Mannschaften aus so vielen Städten – weit über den Bereich Oberbayern hinaus – bei den Turnerjugendwettkämpfen dabei: 1300 Teilnehmer aus 111 Vereinen waren in die Isenstadt gekommen. Eine organisatorische Meisterleistung, aber auch ein Event mit vollendeter akrobatischer Performance sowie höchstem Spaßfaktor.

VON MICHAELE HESKE

Dorfen – Im Mittelpunkt ein Kasten. Drumherum tanzten die Turnerinnen. Gleichzeitig schwangen die Mädchen die Beine in die Luft, drehten Räder oder schlugen Salti. Und sie sprangen über oder auf den Kasten – alle Choreografien waren selbst einstudiert, die Lieder wurden a cappella vorgetragen. Der Turnerjugendwettkampf war indes kein Wettbewerb im herkömmlichen Sinne. Es ging dabei nicht primär um Leistung und ums Weiterkommen in höhere Ligen, sondern vor allem um Spaß und Gemeinschaft.

„Der Fokus liegt primär auf den nicht messbaren Disziplinen“, erklärte Katrin Engelniederhammer vom Organisationskomitee der Bezirksjugend Oberbayern. Dazu gehörten Tanz, Gesang und Gymnastik. Alles im Team – und natürlich synchron. Die Teilnehmer waren im Schnitt zwischen sechs und 16 Jahren, fast ausschließlich Mädchen. Doch Ausnahmen bestätigten die Regel: „Die ältesten Teilnehmer sind knapp 40 Jahre alt – und tanzen ist eben nicht so Jungs-Sache“, erklärte Engelniederhammer.

Aber auch Leichtathletik und Schwimmen standen auf dem Programm: „Das sind Staffelwettkämpfe“, erklärte Kerstin Hertel, stellvertretende Vorsitzende des Turnbezirks Oberbayern. Am Samstagvormittag fand, parallel zu den Wettbewerben in der Turnhalle im Dorfener Gymnasium, auch der Schwimmwettbewerb im Freibad statt, bei strömendem Regen – was allerdings die Begeisterung der Schwimmerinnen nicht minderte. Hertel: „Den Mädels macht Regen nichts aus, sie sind es gewohnt, bei jedem Wetter zu trainieren.“

Klaus Kellner, in seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Turnbezirks Oberbayern sowie Trainer des TSV Dorfen, hatte das Turnerjugendtreffen anlässlich des 150. TSV-Jubiläums in die Stadt an der Isen geholt. Wohl auch, weil Sigrid Wiedenhofer als Garant für optimale Organisation gilt. Schließlich ging die Sportveranstaltung von Freitag bis Sonntag, und neben den 1300 Teilnehmer waren auch noch 200 Trainer zu versorgen. „Die Turnerinnen haben in den Klassenzimmern geschlafen – Essen gab es in der Mensa“, berichtete Wiedenhofer.

Lange Diskussionen gingen dem Event voraus, denn die Schüler mussten vorab die Unterrichtsräume räumen: „Wir haben extra eine Versicherung abgeschlossen, die Klassenzimmer sind mittlerweile mit hoher Technik ausgestattet. Die Angst, dass was kaputtgeht, schwang mit.“ Doch alle Bedenken waren umsonst, die Übernachtungen, sowie die gesamte Veranstaltung, verliefen ohne Probleme.

Für Dorfen seien die Turnerjugendwettkämpfe immens wichtig gewesen, sagte 2. Bürgermeister Günter Drobilitsch: „Durch solche Veranstaltungen wird die Stadt Dorfen überregional bekannt. Und Sport ist elementar für die Kinder, Bewegung hält fit und gesund.“ Auch Drobilitsch lobte die organisatorische Meisterleistung der Veranstalter. Und Sergio Ribeiro vom Veranstaltungskomitee Bezirksjugend Oberbayern ergänzte: „Dorfen, ihr wart’s der Hammer. So eine Dimension wie beim diesjährigen oberbayerischen Jugendturnertreff gab es noch nie. Erstmals wurde die 100er-Marke geknackt.“ 111 teilnehmende Vereine, das sei Wahnsinn – vor allem, weil diese nahezu aus ganz Bayern nach Dorfen gekommen waren.

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