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Der neue TSV-Vorstand (vorne, v. l.) Rosi Reich, BLSV-Kreischef Martin Weber, Andrea Reiter, Helmut Brandl, Richard Staab: (Mitte, v. l.) Albert Föstl, Klaus Brandlhuber, Hans Schwimmer, Franz Hinterwimmer; (hinten, v. l.) Anton Schwimmer, Thomas Linner, Thomas Alsters, Rudolf Müller-Brunnhuber und Heinz Westenberger. 

TSV Sankt Wolfgang

Sportler, Sparer, Dorfhelfer

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Der TSV Sankt Wolfgang ist nicht nur der größte Verein in der Gemeinde, er beweist sich auch als großer Rückhalt. Das Darlehen wird heuer zurückgezahlt. Nun setzte der wiedergewählte Vereinschef ein Zeichen in Sachen Dorffest.

Sankt Wolfgang – Ullrich Gaigl kam neulich in jene Bank, für die Franz Hinterwimmer arbeitet. Und dieser fragte den Bürgermeister dann auch gleich: „Brauchst a Geld?“

„Danke, habe ich gerade abgehoben.“

„Nicht du“, sagte Hinterwimmer, „die Gemeinde“.

Seit diesem Gespräch mit dem Kassier des TSV St. Wolfgang weiß Gaigl, dass die Kommune heuer noch 100 000 Euro überwiesen bekommt. Das erzählte der Bürgermeister am Sonntag im Gasthaus Faltermaier in der Jahreshauptversammlung des TSV St. Wolfgang, die man mit einem Satz zusammenfassen könnte: Ein rundum gesunder Verein zahlt zurück – und zwar nicht nur mit Geld.

Da war zum einen eben die Rückzahlung des zinslosen Darlehens (übrigens zwei Jahre vor Fälligkeit), das der Verein für den Bau des Kunstrasenplatzes bekommen hatte. Aber der Club sagte auch seine Hilfe beim Dorffest zu, obwohl dies heuer nicht von ihm, sondern von einem noch zu gründenden Verein veranstaltet wird (wir berichteten).

Hier hatte TSV-Vorsitzender Rudolf Müller-Brunnhuber ein deutliches Signal gesetzt. Bevor die Mitglieder über seine Wiederwahl entschieden, hatte er klar Stellung bezogen: „Wer für mich stimmt, der stimmt auch dafür, dass der TSV das Dorffest nach besten Kräften unterstützt.“

Das Ergebnis: Der 57-Jährige wurde von den 80 anwesenden Mitgliedern einstimmig im Amt bestätigt. Ebenso wie alle weiteren Vorstandsmitglieder und Abteilungsleiter(siehe Auflistung unten). Lediglich Andrea Lindner gab nach zwölf Jahren als Chefin der Turnabteilung den Stab an die neue Schriftführerin Andrea Reiter, die sich bisher um die Skigymnastik gekümmert und dabei den Vorsitzenden Müller-Brunnhuber schon so manchen Muskelkater beschert hat, wie dieser grinsend bemerkte.

100 000 Euro für die Gemeinde

Ansonsten hatte der Vereinschef keinen Grund zur Klage, im Gegenteil. „Ihr seid ein wahnsinnig agiler Haufen“, lobte Müller-Brunnhuber, der Inhaber der Firma Silex Medizintechnik ist. Die Sportanlagen seien in einem Top-Zustand. „Als Zuagroaster habe ich lange Zeit hier sehr viel verschlafen“, sagte der Mann aus Treuchtlingen. Das habe sich seit seiner zweijährigen Amtszeit völlig verändert. Die Arbeit mit den elf Abteilungen habe ihm sehr viel Spaß gemacht. Und vermutlich diesen auch, denn der Vereinschef bilanzierte: „Keine der Abteilungen hat auf etwas Großartiges verzichten müssen. Ich habe eigentlich nichts abgelehnt.“

Das ging auch, weil die Kasse stimmt. Bei Umsätzen von rund 650 000 Euro habe der Verein im Jahr 2017 rund 30 000 Euro Gerwinn gemacht, wie Kassier Hinterwimmer erläuterte. Insbesondere das Dorffest, die Bandenwerbung und Faschingsveranstaltungen hätten zu diesem Kassenplus beigetragen. Auf dem TSV-Konto liegen derzeit rund 145 000 Euro. „Wir mussten in den vergangenen Jahren diese Rücklagen bilden, damit wir das Darlehen an die Gemeinde zurückzahlen können“, erklärte Hinterwimmer. Am 15. April erfolge nun die 100 000-Euro-Überweisung, An Verbindlichleiten blieben demnach noch rund 88 000 Euro bei der Genossenschaftsbank DG Hyp beziehungsweise dem BLSV. 42 000 Euro zahlte der Verein übrigens an Steuern.

Hinterwimmer, dem Revisor Simon Döllel eine ordnungsgemäße Kassenführung bescheinigte („Super sauber! Bassd ois!“), hatte allerdings auch eine schlechte Nachricht: „Das wird meine letzte Amtsperiode sein.“ Bürgermeister Gaigl, der als Wahlleiter fungierte hat, nahm dies sofort auf und appellierte: „Ihr habt’s das gehört. Richtet euch darauf ein!“

Mit Goethe zum Ehrenamt

Schon zuvor hatte Müller-Brunnhuber für das Ehrenamt geworben, und zwar mit einem Goethe-Zitat: „Der eine wartet, dass sich die Zeit wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.“ Fußballchef Klaus Brandlhuber schlug in die gleiche Kerbe. Allerdings etwas aktualisierter: „Keine Zeit? Gibt’s nicht. Jeder hat genügend Zeit, die er dann eben nicht am Fernseher oder Handy vergeudet.“

Die Fußballer sind derzeit die Sorgenkinder des Vereins, denn alle drei Herrenteams sind abgestiegen, aber das Damenteam (Aufstieg in die Bezirksliga) und die U 15-Meisterelf hellten auch die Bilanz dieser Sparte etwas auf. Die anderen Abteilungsleiter hatten ausnahmslos gute Nachrichten parat (Bericht folgt).

Der TSV St. Wolfgang:

Mitglieder: 1392 –Vorsitzender: Rudolf Müller-Brunnhuber –Stellvertreter: Thomas Linner, Rosi Reich –Kassier:Franz Hinterwimmer – Schriftführerin: Andrea Reiter – Frauenvertreterin:Gabi Gauster – Jugendvertreter: Markus Thalmaier, Lukas Loidl – Abteilungsleiter: Andrea Reiter (Turnen), Helmut Brandl (Tischtennis), Richard Staab (Taekwondo), Albert Föstl, Klaus Brandlhuber (Fußball), Hans Schwimmer (Fasching), Anton Schwimmer (Stockschützen), Thomas Alsters (Tennis), Heinz Westenberger (Volleyball).

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