Eine schöne Überraschung flatterte den Turnerinnen der Senioren-Gymnastikgruppe des TSV Taufkirchen ins Haus. Die Übungsleiterin hatte ihnen eine sportliche Anordnung geschickt
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Täglich zehn Minuten sollen sich die TSV-Senioren Zeit für Übungen nehmen.

Gymnastik dahoam

Taufkirchens Senioren bleiben fleißig zu Hause

Eine schöne Überraschung flatterte den Turnerinnen der Senioren-Gymnastikgruppe des TSV Taufkirchen ins Haus. Die Übungsleiterin hatte ihnen eine sportliche Anordnung geschickt

Taufkirchen – Eine schöne Überraschung flatterte den zehn aktiven Turnerinnen der Senioren-Gymnastikgruppe des TSV Taufkirchen ins Haus. Übungsleiterin Elfriede Streinz hatte ihren „lieben Sportlerinnen“ persönlich eine „sportliche Anordnung“ geschickt: „Eine schreckliche Zeit ist das jetzt für uns alle.“

Da sich die Gruppe nicht mehr zum Sport treffen dürfe, habe Streinz sich mit Co-Trainerin Gabi Hoijtink entschieden, dass es „ab sofort Sportstunden für zuhause“ gebe. „Mit den anderen Gruppen haben wir ja Whatsapp-Kontakt und schicken ihnen Übungen für Yoga, Faszien oder Smovey, damit sie weiter trainieren und in kein Loch reinfallen“, erklärt sie. Kaum war die Idee geboren, setzte sich Streinz schon hin und arbeitete in eineinhalb Tagen das Programm aus.

Übungen für Beine, Schultern, Arme, Hände, Rücken und mehr

Fürs Training daheim hat sie ihnen sieben reich bebilderte Seiten mit unterschiedlichsten Übungen für eine effektive Sturzprophylaxe geschickt. Diese beinhalten die Kräftigung der Beine, Schultern, Arme, Hände und Rücken ebenso wie deren Dehnung, die Verbesserung des Gleichgewichtssinns und die Koordination. Ein separates Blatt steuert Entspannungs- und Atemübungen bei. Und damit hat sie die zehn Frauen im Alter von 65 bis 86 Jahren nicht nur überrascht, sondern geradezu begeistert.

„Sie hat sich so viel Arbeit gemacht“, sagt Erna Lang, die sich mit ihren Mitturnerinnen am Telefon schon ausgetauscht hat. Normal versäumt die 83-jährige keine Sportstunde. Seit über 30 Jahren turnt sie schon beim TSV, zuletzt bei Heidi Bachmaier, die aus Gesundheitsgründen mit 84 Jahren als Übungsleiterin schweren Herzens aufgegeben hat.

Zehn Minuten jeden Tag

Das neue Trainer-Duo Streinz und Hoijtink versteht es aber auch, die Mitglieder mit neuen Übungen zu motivieren. „Bitte macht jeden Tag zehn Minuten und bewegt, dehnt und kräftigt euch, bis wir uns wiedersehen“, fordert die Übungsleiterin die Senioren in ihrem Schreiben auf. „Wenn ihr keinen Ball habt zum Abrollen der Faszien, geht jeder runde Gegenstand, den ihr zu Hause habt“, erklärt sie und fügt als Beispiele Apfel, Orange oder Nudelholz an. Ideal wären kleine kreisende Bewegungen über Haut und Muskulatur. „Habt ihr keinen Rodendoball, dann nehmt ein Kissen.“ Wichtig sei, die Auf- und Zu-Bewegung damit machen zu können.

Keine Ausrede zum täglichen Trainingsprogramm sei auch ein fehlendes Theraband. Die Übungsleiterin aus Hohenpolding hat nämlich selber eins genäht und in die Post mit reingegeben. Und zur Not habe jede Turnerin bestimmt eine Strumpfhose daheim, die elastisch und für Zugübungen geeignet ist. Fehlende Gewichte könnten durch kleine, halb volle Wasserflaschen ersetzt werden und als ideale Hanteln für das Fitness-Training daheim dienen, so ein weiterer Tipp. Außerdem hat sie fünf Luftballons beigefügt, die die Frauen täglich fünfmal aufblasen sollen, als „wichtiges Training für die Lunge“, was in Corona-Zeiten ganz besonders wichtig sei. Denn der Virus „liebt schwache Lungen“, so Streinz Erklärung. Und „wenn ihr keinen Luftballon habt, dann Tüten aufblasen, bis sie platzen!“

Aus den Übungen dahoam wurde ein Schneeballsystem

Lang ist ganz gerührt, dass es gerade in der Krise so liebe Menschen gibt, die an die Senioren denken, die gerade jetzt an ihre Wohnung gefesselt sind: „Das hat mich narrisch gefreut.“

Auch das restliche TSV-Trainer-Team macht aktiv beim Training daheim mit. Etwa Gerti Bart, die ihre verschiedenen Gruppen mit Tanzvideos versorgt, oder Gisela Glied, die ihren Gymnastikdamen ebenfalls das Programm von Streinz geschickt hat. „Es ist schon ein Schneeballsystem geworden“, sagt Streinz. „Viele bedanken sich bei uns und freuen sich, dass wir so bei ihnen sind.“ 

Birgit Lang

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