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Wann darf wieder gemeinsam geblockt werden? Derzeit ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb bei allen Landkreis-Volleyballern.

Volleyball

Skepsis und Fragezeichen

Der Bayerische Volleyballverband hat seine Planungen für den weiteren Verlauf der aktuell unterbrochenen Saison vorgestellt. Die Landkreisvereine sehen es kritisch.

VON BERND HEINZINGER UND OLAF HEID

Landkreis – Der Bayerische Volleyballverband hat seine Planungen für den weiteren Verlauf der aktuell unterbrochenen Saison vorgestellt. Als „,minimales Ziel“ formulierte man darin den Abschluss der Hinrunde im kommenden Frühjahr. Bei kleineren Ligen sei eventuell auch noch eine komplette Runde möglich, eine grundsätzliche Verlängerung der Saison bis Anfang Mai 2021 ist nicht ausgeschlossen. Nach Abschluss (der Hinrunde) könnte die Tabelle dann Grundlage für einen Qualifikationsmodus sein, Playoffs/Playdowns in einer noch nicht genau definierten Form wären Möglichkeiten, Auf- und Absteiger zu finden. Wie findet man bei den Landkreisvereinen dieses Vorgehen?

Christian Sieracki vom TuS Oberding prognostiziert zuallererst, dass es seiner Meinung nach frühestens im Februar weitergehen kann: „Ich glaube nicht, dass wir im Januar schon wieder in die Hallen dürfen.“ Dann müsse man zumindest ein paar Wochen vor dem Re-Start trainieren, sonst wäre die Verletzungsgefahr zu groß, betont der Trainer. In drei Monaten sei eine Halbserie durchaus möglich: „Wir beim TuS nehmen es aber, wie es kommt.“ Wichtig sei einfach, so Sieracki, dass der Spielbetrieb in welcher Form auch immer wieder zum Laufen kommt: „Vielleicht kommt es auch zur Entscheidung, dass die Saison ganz abgebrochen wird und wir noch ein paar Freundschaftsspiele ohne Auf- und Abstiege haben.“ Wer wisse das derzeit schon.

Dieses Szenario käme den Oberdingern nicht einmal ungelegen, könnten sie damit ohne den großen Punktedruck ihre Nachwuchsspieler integrieren. Falls es aber wie aktuell geplant mit einer halben Serie weitergeht, dann könne es im Anschluss für Sieracki gerne ein Turnier der Top-Vier-Mannschaften um den Aufstieg geben: „Das wäre sicherlich eine interessante Geschichte.“ Ob man selbst dabei wäre, das sei nicht ganz so wichtig: „Wir sind ja schließlich keine sehr junge Truppe mehr, die in fünf Jahren dreimal aufsteigen muss.“

Seitens des TSV Isen lobte Abteilungsleiterin Annegret Wilke den Bayerischen Verband: „Ich finde die Planungen total klasse. Auch davor hat uns der Verband mit seiner Informationspolitik, den Überlegungen oder Materialien für Hygienekonzept immer bestens unterstützt.“ Natürlich wären besonders die jungen Frauen der Damenmannschaft sehr traurig, dass sie derzeit nicht in die Halle dürften: „Die sozialen Kontakte fehlen ihnen sehr, aber sie verstehen die Maßnahmen schon.“

Eine komplette Saison sei für Wilke in den meisten Fällen nicht machbar: „Dafür fehlen alleine schon die Hallenkapazitäten.“ In der eigenen Sechser-Liga könnte es noch funktionieren, aber auch nur unter großen Kraftanstrengungen: „Ich denke, dass die jetzt vorgelegten Regeln für den weiteren Verlauf machbar und praktikabel sind.“ Das Wichtigste überhaupt wäre, endlich wieder spielen zu können. Wilke schwant allerdings: „Wenn die Zahlen nach Weihnachten nicht sinken, dann denke ich nicht, dass wir vor Februar starten können.“ Auch wenn man in Isen für eine Verlängerung bis in den Mai offen ist, so setzt man sich auch schon mit dem Szenario eines Saisonabbruchs auseinander: „Dann wäre es schön, wenn wir zumindest einige Freundschaftsspiele noch absolvieren könnten.“

Es könnte auf eine Turnierrunde hinauslaufen, „in der es definitiv nicht um Auf- und Abstieg geht“, meint hingegen Danny Spielberg, der Abteilungsleiter des TSV Wartenberg. Frühestens Ende Januar rechnet er, wenn überhaupt, mit einer Fortführung der Saison, dann in abgewandelter Form. Wenn nicht, befürchtet er sogar einen Abbruch. Zwar begrüßt er es, dass der BVV für mehr Spielraum gesorgt habe und die Saison vorzeitig bis Anfang Mai verlängert hat, doch es gäbe für ihn zu viele Fragezeichen, die derzeit noch nicht zu beantworten sind: „Wann erlaubt es die Gemeinde, dass wir als Mannschaft wieder trainieren dürfen? Was willst Du machen, wenn du am Spieltag in die Hallen nicht reinkommst, egal ob bei uns oder auswärts?“

Besonders bitter: Die Damenmannschaft hat im Herbst noch kein einziges Punktspiel in der Bezirksklasse bestritten, weil beide Spieltag coronabedingt abgesagt wurden. Im Augenblick müssten sie sich und beide Mixedteams individuell mit Sport im Freien wie Joggen fit halten. Ein Online-Training ist in Vorbereitung. „Bis es wieder los geht, haben wir dann mindestens zwei Monate lang keinen Ball in der Hand gehabt“, betont Spielberg. Und das sei die Crux an den zeitlichen Szenarien des BVV. „Diese Vorbereitung ist nicht mit der im Sommer zu vergleichen, in dem wir quasi aus dem Sand direkt in die Halle gehen“, so Spielberg. Sechs Einheiten binnen drei Wochen wären zu wenig. „Zur Zeit geht halt weder draußen beim Beachvolleyball noch drinnen was.“ Es brauche für alle Volleyballer weiterhin viel Geduld. „Wir müssen abwarten, bis wir definitiv Klarheit haben.“

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