Nicht möglich: Auch Tischtennis ist während des Lockdowns nicht mehr erlaubt.
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Nicht möglich: Auch Tischtennis ist während des Lockdowns nicht mehr erlaubt.

Lockdown - Teil 2

Tischtennis nur noch daheim möglich

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Glücklich, wer eine eigene Tischtennisplatte daheim hat.

Landkreis – Geschockt und wütend waren die Tennis-, Badminton- und Squashspieler im Landkreis nach der Maßnahme der Staatsregierung, den Individualsport im Lockdown nun ebenfalls bis auf Weiteres zu verbieten. Auslöser war die Klage eines Fitnessstudio-Betreibers, der nach der angeordneten Schließung von Fitnesscentern eine Gleichbehandlung erreichen wollte und geklagt hat. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab ihm recht, doch der Schuss ging nach hinten los. Daraufhin hat die Staatsregierung nämlich angeordnet, basierend auf der VHG-Entscheidung, dass nun eben auch alle Individualsportarten untersagt seien (wir berichteten).

Zu den Individualsportarten zählt auch Tischtennis, doch nehmen es die Vereine im Landkreis relativ entspannt. „Wir hätten im Monat November eh keine Möglichkeit zum Training gehabt“, erzählt Anton Wesselky, langjähriger Tischtennis-Abteilungsleiter und aktiver Rekordspieler beim Post SV Dorfen. „Die Dreifachturnhalle bei der Zentral-Mittelschule ist gesperrt, und wir wissen bis dato ohnehin nicht, ob wir dann im Dezember nach dem Lockdown den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen können. Der Spielbetrieb ruht ohnehin bis Ende des Jahres“ Was die unterbrochene Saison betrifft, so haben sich die Vereine auf Verbandsebene mit dem BTTV auf eine direkte Einfachrunde ohne Rückspiele geeinigt. „Das heißt, die bisher bereits durchgeführten Begegnungen der ursprünglich üblichen Einfachrunde mit Hin- und Rückspiel können abgehakt werden“, sagt Wesselky. „Wir hätten mit der bisherigen Einschränkung bei den Mannschaftsspielen ohne Doppelbegegnungen leben können“, betont er. Gespielt werden sollen dann noch die im Terminplan festgelegten Spiele als Restprogramm, ohne Rückspielverpflichtung. Wesselky: „Derzeit verweilen wir also in völliger Ungewissheit, wann der Trainings- und Spielbetrieb endgültig wieder aufgenommen werden kann.“

Ähnlich ist es beim TSV Isen. Auch hier habe es seit Verkündung des Lockdowns kein Training und keinen Spielbetrieb mehr gegeben, berichtet Spartenleiter Mike Kunze. „Die fünf Herrenmannschaften hoffen halt jetzt, dass das Training und der Spielbetrieb bald wieder zum Laufen kommen.“

„Vom Verband aus dürften Personen aus zwei verschiedenen Haushalten miteinander trainieren, das ist aber bei uns nicht möglich, da die Stadt Erding die Turnhallen am Lodererplatz gesperrt hat“, erklärt Wolfgang Brandauer von der Tischtennis-Abteilung des TSV Erding. „So muss sich jeder selbst fit halten. Eventuell zuhause im Keller mit einem Familienmitglied, oder mit dem Computer, also einer Tischtennis-Ballmaschine, üben.“ Für die Erwachsenen sei diese Zeit ohne Tischtennis sicher leichter zu stemmen als für die Kinder, meint Brandauer, und da könne es durchaus zu kuriosen Szenen kommen: „Eine Mutter hat uns berichtet, dass sich ihr Sohn beim Toben zuhause den Fuß gebrochen hat.“ Die TSV-Verantwortlichen hätten sich bisher an alle Vorschriften gehalten. „Uns ist nicht bekannt, dass sich bis jetzt irgendwer von uns im Training oder bei den Ligaeinsätzen angesteckt hätte“, stellt Brandauer fest und wünscht sich: „Für die Kinder sollte wenigstens in kleinen Gruppen ein Training möglich sein.“

Bei Rot-Weiß Klettham konnte bis vergangene Woche noch trainiert werden, wenn auch nur in einem kleinen, bescheidenen Rahmen. „Wir konnten im Vereinsheim trainieren, dort wurde eine Platte aufgestellt“, erzählt Korbinian Hartmann. „Das hat bedeutet: Es konnten immer maximal zwei Spieler nach Voranmeldung für eine Stunde das Angebot, natürlich unter Einhaltung der Hygienevorschriften, nutzen.“ Nach der einstündigen Einheit mussten Bälle desinfiziert und 15 Minuten lang gelüftet werden, bevor die nächsten beiden Spieler kommen durften. Eine Einschränkung gab es: „Das Angebot galt allerdings nur für die Erwachsenen, beaufsichtigtes Jugendtraining konnte aufgrund der Maßnahmen bei uns nicht stattfinden.“ Und jetzt ist die Tischtennisplatte im Kletthamer Vereinsheim auf unbestimmt Zeit komplett verwaist.

wk/br/lo/wo/koh

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