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Ballsport mit garantiertem Abstand: Im Sportpark Schollbach und allen anderen Tennishallen darf auch während des Lockdowns gespielt werden – natürlich nur unter strengsten Richtlinien. Gerade auf dem Platz: Maximilian Schwaiger und Roland Schillinger.

Ballspiele sind doch noch möglich

Was Corona den Erdinger Vereinen noch erlaubt

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Tennis, Squash und Badminton: Wie die Vereine ihre Möglichkeiten nutzen

Erding – Ganz Sport-Deutschland im Dornröschenschlaf? Nur noch Walker, Jogger und Radler unterwegs? Von wegen. Zumindest die Tennis-, Squash- und Badmintonbälle fliegen noch kreuz und quer.

Der Bayerische Tennis-Verband (BTV) hat seine Vereine auf die Möglichkeiten hingewiesen: „Grundsätzlich sind Sportanlagen geschlossen. Bereiche, die dem Individualsport dienen, können jedoch geöffnet werden – so zum Beispiel Tennishallen oder Allwetter-Tennisplätze“, heißt es auf der BTV-Homepage. Die Vereinsgastronomie müsse zwar geschlossen sein, und Turniere, Mannschaftsspiele, Sitzungen, anderweitige Veranstaltungen sowie Zuschauer seien zwar untersagt. Aber: „Es darf zu zweit oder mit Personen aus einem Hausstand auf einem Tennisplatz gespielt werden.“ Doppel sei nur möglich, wenn alle vier aus einem einzigen Hausstand kommen. Auch Einzeltraining (ein Trainer und ein Schüler) sei erlaubt, das Training von Geschwisterkindern dagegen sei ebenso nicht gestattet wie Gruppentraining.

Wie berichtet, nutzt der TC Erding seine Möglichkeiten. „Die Resonanz der Mitglieder und Tennisspieler ist bisher sehr positiv“, berichtet TCE-Präsident Alexander von Gerichten. „Es scheint jeder dankbar zu sein, überhaupt Tennis spielen zu dürfen, und die Regelungen werden durchgängig eingehalten.“

Die Umkleideräume hatte der TCE zunächst geschlossen. Die Erfahrungen aus den ersten beiden Tagen haben laut von Gerichten gezeigt, „dass das eher kontraproduktiv war, da die Abstandsregelungen im Gang zur Tennishalle beim Platzwechsel nur sehr schwer einzuhalten waren“. Die Umkleiden sind jetzt für maximal vier Personen geöffnet und entsprechend markiert. Der Vereinsschef: „Unsere Tennishalle war für den Winter sehr gut ausgelastet und wird auch trotz der Einschränkungen weiterhin sehr gut nachgefragt. Das liegt sicherlich auch an unseren Trainern, die weiterhin Einzeltrainingsstunden geben dürfen.“

Einzeltraining bietet auch der TC Oberding weiterhin an. „Ein Trainer und ein Kind – und immer nur 30 bis 40 Minuten“, erklärt TCO-Sprecher Olaf Heid. Die Stunden für den Nachwuchs im Großfeld (U12 und älter) fänden in Hallbergmoos und Attaching statt. „Wir liegen ja an der Landkreisgrenze. Da ist das nicht so weit“, sagt Heid. Das Gruppentraining in der Sporthalle für die 44 U 10-Kinder der Altersklassen U 10 und jünger in der Oberdinger sporthalle sei ausgesetzt. Die TCO-Plätze selbst sind aber nicht mehr bespielbar. Planen, Bänke, Abziehgeräte und Netze – alles sei bereits abgebaut.

Für alle Tennisbegeisterten des FC Forstern geht’s dagegen noch weiter. „Für uns ganz Verrückte sind noch zwei Courts offen“, erzählt Alexander Dittrich lachend, schiebt dann aber nach, dass es ja wohl nichts Schöneres im November gebe, als ein paar Bälle zu schlagen.

„Wir haben für unsere Mitglieder noch zwei Freiplätze offen“, und auf diesen wird noch gespielt“, meldet auch Klaus Huber vom TC Dorfen und fügt hinzu, dass nur noch Einzel oder gegebenenfalls ein Familiendoppel möglich ist.

Die Sandplätze des TC Taufkirchen sind laut Vorsitzendem Manfred Stanggassinger ab diesem Wochenende eingewintert. „Unsere Sportanlage ist gesperrt, da wir vermeiden wollen, dass sich jemand unerlaubt auf der Anlage aufhält. Dennoch haben wir das Glück, dass unsere Mitglieder die Allwetterplätze nutzen können.“ Familien würden das Angebot gerne annehmen, denn die dürfen sogar Doppel spielen. „Man kommt, spielt und verlässt die Plätze wieder – im Winter ist das sowieso der Normalfall“, so Stanggassinger weiter. Spielern anderer Vereine biete der TCT eine Wintermitgliedschaft an (siehe www.tc-taufkirchen.de).

Auch bei der SpVgg Altenerding läuft der Spielbetrieb weiter. „Wir haben einen ganzjährig bespielbaren Sandplatz, der zur Zeit auch gut genutzt wird. Bei uns auf der Anlage ist daher die Wintermonate über weiter das Tennisspielen möglich, aber das ist natürlich von der Witterung abhängig“, so Abteilungsleiter Christian Gärtner., der ankündigt, einen weiteren Sandplatz bis Mitte November offen zu lassen. „Unsere Trainingsmaßnahmen haben wir aber sowohl draußen als auch in der Halle nahezu gestoppt, da sich am Platz maximal nur zwei Personen aufhalten dürfen.“ Insgesamt sei er froh, dass es in diesem Minimalbetrieb weitergeht. „Uns Tennisspielern wird hier wie schon im Frühjahr ein Vertrauensvorschuss gegeben, und ich habe an die Mitglieder appelliert, die Hygienemaßnahmen strikt einzuhalten.

Beim SC Moosen wurden dagegen bereits am vergangenen Samstag die Plätze abgebaut. „Das war allerdings ohnehin geplant und hatte nichts mit dem Lockdown zu tun“, erklärt Vereinschef Manfred Slawny. „Im Winter spielen unsere Leute in Schollbach.“

Auch der TC Langenpreising hat die Außenplätze bereits geschlossen. Die Hallennutzung laufe im Rahmen der erlaubten Möglichkeiten weiter, erklärt Pressesprecherin Anna Wagner. Pause ist erstmal für den TC Isen, wie Stephan Köpernik berichtet: „Wir haben unsere Plätze am Wochenende eingewintert. Die Saison im Freien ist für uns damit beendet. Unsere beiden Winterrunden-Teams, Herren und Damen, haben auch erstmal Pause. Die Spiele im November sollen laut BTV ins neue Jahr verlegt werden – wenn es die Corona-Lage dann zulässt.“

Der Wettbetrieb ist auch bei den Squashern eingestellt, „aber wir Liga-Spieler trainieren weiter, damit wir fit bleiben“, sagt Klaus Herold vom SRC Erding. „Wir telefonieren uns zusammen und müssen den Court natürlich extra bezahlen, weil der Vereinsbetrieb ja nicht erlaubt ist.“ Die Clubabende am Dienstag gebe es natürlich auch nicht mehr. Er und seine Squash-Kollegen seien aber dem Sportpark sehr dankbar, dass weiter gespielt werden kann.

„Natürlich bei strengsten Auflagen“, wie Simon Klawe vom Sportpark Schollbach erklärt. Zwischen zwei Belegungen sei der Platz für mindestens eine Viertelstunde leer. Jeder Court sei durchgehend belüftet. „Unsere Kunden sind froh, dass wir zumindest dieses Angebot aufrecht erhalten können“, sagt Klawe. Die Plätze seien speziell ab 17 Uhr auch entsprechend gut besucht.

Gut möglich, dass schon bald auch die Badmintonspieler des TSV Erding bei ihm aufschlagen werden. Theresa Schwaiger bestätigte, dass die Stadt Erding die städtischen Hallen vorerst bis Ende November geschlossen hat. „Wir hoffen natürlich, dass wir ab Dezember wieder spielen können. Eventuell weichen wir auf den Sportpark Schollbach aus, um irgendwie trainieren zu können.“

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