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Topfit war Marina Rappold beim Ismaninger Winterlauf im Februar 2020. Coronabedingt gibt’s zurzeit keine Wettbewerbe. Jüngst stoppte sie zudem eine Erkältung.

Marina Rappold gibt Lauftipps

Wenn nur noch die Nase läuft

Marina Rappold gibt Lauftipps – Diesmal: So schütze ich mich vor Erkältungen.

Unterschwillach –Leider konnte ich selbst die vergangenen zwei Wochen nicht laufen. Hinterrücks schlich sich zuerst ein simpler Schnupfen an, der sich aber auch nach einer Laufpause von vier Tagen nicht richtig besserte. Als dann auch Kopfschmerzen dazukamen bestätigte mir ein HNO-Arzt meine Vermutung: Nasennebenhöhlenentzündung. Hatschi und herrje!

Mittlerweile geht es mir wieder gut, und ich konnte die ersten vorsichtigen Läufe wieder aufnehmen. Ach, wie habe ich es vermisst. Jetzt gilt die Devise: Bloß nicht gleich wieder krank werden! Aber sind wir gegen Rüsselpest und all die anderen Erkältungskrankheiten eigentlich wirklich absolut wehrlos?

Jeder Erwachsene wird durchschnittlich von zwei bis vier Infekten pro Jahr heimgesucht – es existieren mehr als 200 Virustypen, und jedes Jahr kommen neue hinzu. Dies erschwert es enorm, eine Ansteckung zu vermeiden. Für schniefende Läufer bedeutet dies unter Umständen, zwei Wochen oder länger mit dem Training auszusetzen. Fast noch schlimmer als für den nichtlaufenden Läufer ist es für die Mitmenschen in seinem Dunstkreis: Seine Launen gleichen der Berg- und Talfahrt kurz nach der Zielankunft bei einem Marathon, von „Mir ist speiübel“ bis hin zu „Ich bin einen Marathon gerannt. Wer ist eigentlich dieser Haile Gebrselassie?!“ Alle Beteiligten sind also gleichermaßen an der Frage interessiert: Wie vor einer Erkältung schützen?

Laufen ist schon mal ein guter Schutz

Auf körperliche Belastung reagiert der Körper mit einer gesteigerten Ausschüttung von Killerzellen und Lymphozyten. Diese Immunzellen sind ganz wunderbar, denn sie schützen uns vor Bakterien und Viren. Wer viel läuft, hat also mehr davon und wird seltener krank. Läufer werden um 20 Prozent seltener von Erkältungen heimgesucht.

Vorsicht bei intensiven Einheiten

Kurz nach einer langen oder intensiven Laufeinheit ist der Körper für eine kurze Zeit vorübergehend geschwächt und anfällig für Viren, die das Halskratzen oder den Schnupfen auslösen. Mein Selbstschutzprogramm nach so einer Anstrengung sieht also folgendes vor: Direkt warm duschen gehen, warm einpacken, mit einer Decke aufs Sofa kuscheln und viel trinken. Außerdem empfiehlt es sich, die Glykogenspeicher wieder aufzufüllen, vorzugsweise mit gesunden Kohlenhydraten und viel Gemüse. Und weil ich dann oft gerade so gemütlich liege, kuschel ich oft noch ein bisschen weiter, und dann .Kommen wir direkt zum nächsten Punkt, dem Schlaf: Wie viel darf´s denn heute sein?

Schlüsselfaktor Schlaf

Wenig Schlaf und Stress steigern das Infektrisiko enorm.

Ich versuche also besonders in stressigen Phasen, ausreichend zu schlafen und stelle mir den Wecker auch ausnahmsweise mal eine Stunde später. Schlafen als Schlüsselfaktor habe ich tatsächlich unterschätzt und versuche mir nun, wann immer ich es brauche, eine Portion guten Schlaf zu genehmigen. Oft ist das Halskratzen dann am nächsten Morgen bereits verschwunden. Vielleicht waren einige Dinge dabei, die ihr noch nicht wusstet oder, wie ich, unterschätzt habt. Bleibt gesund, und viel Spaß beim Laufen.
 MARINA RAPPOLD

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