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Endlich Olympia: Weltmeister Oliver Zeidler glaubt fest daran, heuer in Tokio an den Start gehen zu können.

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Die Wünsche unserer Sportler: „Endlich wieder Normalität“

  • Wolfgang Krzizok
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  • Dieter Priglmeir
    Dieter Priglmeir
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Spitzensportler aus dem Landkreis Erding verraten ihre Wünsche für das Jahr 2021.

 Erding – Zwei Tage ist dieses Jahr erst alt, doch noch nie zuvor waren die 363 darauffolgenden so wenig vorhersehbar wie heuer. Speziell die Sportler wissen nicht, wohin die Reise geht. Aber auch wenn noch nichts klar ist, man darf ja ein bisserl träumen. Welche Wünsche haben unsere Athleten für 2021? Wir haben sie gefragt.

Thomas Elsenberger denkt an den Europacup, der in Februar in Peiting stattfinden soll. Mit dem EC Sassbach will er dabei um die Medaillenränge kämpfen. Der Hörlkofener Stockschütze zweifelt aber stark daran, dass das Turnier stattfinden kann. Und dann blickt er noch augenzwinkernd voraus: „Für den Sommer habe ich was im Hinterkopf, das ist aber noch nicht spruchreif. Mal schauen, was mein Körper bis dahin sagt.“

„Planbarkeit und Sicherheit“ das wünscht sich Simon Zachenhuber für heuer. Die Corona-Pandemie hat den Profiboxer vergangenes Jahr so ziemlich alles vermasselt, was er sich vorgenommen hatte. Lediglich einen einzigen Kampf durfte er bestreiten. Es war ein harter Fight in der Schweiz, den er aber gewann. Der Reisener ist auch nach zehn Kämpfen noch immer ungeschlagen, doch die Ungewissheit in Corona-Zeiten nervt den 22-Jährigen. „Ich bin einfach ein Mensch, der sehr gerne plant und nicht ins Blaue hinein lebt.“

Seine Schwester Amelie musste vergangenes Jahr auf Europa- und deutsche Meisterschaft verzichten. Ein paar Highlights gab es dennoch: zum Beispiel das „Australische Finale“ in Bad Reichenhall und Hannover. „Das ist ein Ausscheidungsschwimmen, bei dem alle drei Minuten ein 50-Meter-Freistilrennen gestartet wird“, erklärt die 16-Jährige. „Der Langsamste scheidet aus. Diese Rennen liegen mir als Sprinterin sehr.“ Die Reisenerin durfte sich über ein Preisgeld und einen neuen Wettkampfanzug (Wert 400 Euro) freuen. „Normalerweise bin ich an rund 30 Wochenenden im Jahr auf Wettkämpfen unterwegs. 2020 waren es – wenn es hoch kommt – vielleicht zehn“. Ihr Wunsch ist bescheiden: „Gesundheit. Der Rest kommt dann von allein.“

Mona Mayer ist furios ins Jahr 2020 gestartet. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig unterbot sie den 40 Jahre alten bayerischen Rekord der Althamerin Rita Daimer (heute Gabler). „Vor allem hat es mir Spaß gemacht, dass ich erstmals bei den Erwachsenen mitlaufen durfte und im Finale war. Da konnte ich befreit auflaufen.“ Über 200 Meter lief sie erstmals unter 24 Sekunden, holte DM-Silber. Und danach der Tiefschlag. Wegen Corona wurde die Junioren-WM in Nairobi abgesagt, und als sie das Abi hinter sich gebracht hatte, zog sich Mona Mayer eine Zerrung zu. Wen wundert’s, dass sich die Hörlkofenerin heuer „einfach eine normale Saison“ wünscht, in der die internationalen Wettkämpfe tatsächlich stattfinden. „Ich will meine Leistung bestätigen und wieder in der deutschen Spitze der Erwachsenen mitrennen.“ Und dann wäre da noch eine Zahl. Eine 52er-Zeit über die 400 Meter – das strebt Mona Mayer an.

Eigentlich stand Tokio auf dem Reiseplan von Maxi Dallinger. Doch zum einen kämpfte er noch um die Qualifikation, zum anderen wurden die Olympischen Spiele dann ohnehin verschoben. „Für das Jahr 2021 wünschen sich in sportlicher Hinsicht natürlich alle von uns, dass die meisten Wettbewerbe wieder stattfinden können“, sagt der 24-jährige Sportschütze, „aber zwingend mit dem Zusatz, dass das auch mit Fairness und zudem nicht auf Kosten der Gesundheit möglich ist.“ Noch wichtiger ist dem Lengdorfer allerdings, „dass man wieder mal stressfrei und ohne Bedenken mit seinen Sportbuddies zusammenkommt, die man sonst nur bei Weltcups sieht. Da geht es einfach um das Flair, um den Charme, die gerade die großen Wettbewerbe so mit sich bringen, wenn sich die Teams treffen und man mit seinem Wirtshaus-Englisch um sich schlagen kann.“

Eine Berg- und Talfahrt hat Andreas Voglsammer hinter sich. Ein Mittelfußbruch stoppte den Top-Stürmer von Arminia Bielefeld. Doch nach der Corona-Pause war er wieder da und verhalf den Ostwestfalen zum Aufstieg in die Bundesliga. Ein Traum wurde wahr für den Dorfener, der sich dann aber in der Vorbereitung erneut verletzte. Sein Wunsch für das Sportjahr 2021? „Dass wir mit der Arminia die Klasse halten. Und dass ich verletzungsfrei bleibe, damit ich der Mannschaft wieder so helfen kann, wie in der Aufstiegssaison.“

Knapp verpasst hat Vitus Eicher den Aufstieg in die Bundesliga. Mit dem 1. FC Heidenheim scheiterte der 30-jährige Torhüter in der Relegation hauchdünn am SV Werder Bremen. In der laufenden Saison liegen die Heidenheimer auf Rang acht, mit Tuchfühlung zur Spitzengruppe. An diesem Samstag geht es gegen den punktgleichen Tabellennachbarn 1. FC Nürnberg. Was er sich fürs neue Jahr wünscht? „Das ist relativ simpel“, sagt der gebürtige Langengeislinger. „Ich würde ich mir wünschen, dass sowohl der Sport, als auch alle anderen Bereiche so schnell wie möglich wieder in die Normalität zurückkehren können. Dass wir einfach wieder normal weitermachen können.“ Was ihn selbst betrifft, so möchte Eicher „gesund und verletzungsfrei“ bleiben.

Wegen einer Verletzung pausieren muss derzeit Stefan Lex, Stürmer des Fußball-Drittligisten TSV 1860 München. „Aufgrund muskulärer Probleme“, wie es offiziell von Vereinsseite heißt, kann der Eittinger im Moment nur leichtes Lauftraining absolvieren. „Meine Wünsche sind, gesund zu bleiben beziehungsweise möglichst schnell wieder gesund zu werden, damit ich viele Spiele machen und der Mannschaft auf und neben dem Platz helfen kann, damit wir unsere positive Entwicklung fortsetzen können“, stellt der 31-jährige fest und ergänzt: „Natürlich ist ein großer Wunsch für 2021, dass im Leben langsam wieder Normalität einkehrt und wir auch endlich wieder Zuschauer im Stadion erleben.“

Oliver Zeidler wäre eigentlich als Weltmeister und Top-Favorit zu den Olympischen Spielen nach Tokio gefahren. Corona bremste den Rudersportler aus Schwaig aus. „Für 2021 wünsche ich mir eine planvollere Saison mit mehr Rennen und natürlich den olympischen Spielen vor möglichst viel Publikum“, sagt der 24-Jährige. „Ich denke, wenn die Saison einigermaßen normal abläuft, kann ich das Maximum aus mir herausholen und hoffentlich in Tokio meine beste Leistung abrufen.“

Marina Rappold wollte im Jahr 2020 ihren ersten Marathon laufen. „Der Traum lebt weiter“, sagt die Unterschwillacherin. „Mittlerweile ist es mir auch egal, wo er stattfindet. Ich wäre einfach mega happy, wenn das klappen würde. Ich bin jedenfalls absolut motiviert, dafür zu trainieren.“ Rappold wünscht sich eine „verletzungsfreie und gesunde Saison“ und hofft, dass ihr trotz des Referendariats, das sie im September beginnt, noch Zeit für ihre Läufe hat.

Einer, der trotz Corona seinem Sport nachgehen kann, ist Eishockey-Profi Felix Schütz. Der Erdinger hat bekanntlich bereits schlechte Erfahrungen gemacht mit Covid-19, war ebenso infiziert, wie seine Frau und die ältere der beiden Töchter. „Darum ist für mich grundsätzlich wichtig, dass alle gesund bleiben und 2021 so gut wie möglich von der Pandemie verschont bleiben“, betont der 33-Jährige. „Und ich hoffe, dass wir bald wieder in den normalen Alltag reinkommen können.“

Der Silbermedaillengewinner der olympischen Spiele 2018 von Pyeongchang hat auch noch ein sportliches Ziel. „Ich persönlich wünsche mir, dass ich mit den Mannheimer Adlern eine Chance auf die Deutsche Meisterschaft habe“, sagt Schütz. „Das wäre eine tolle Sache.“ Das wäre der erste deutsche Titel für den gebürtigen Erdinger. Auch wenn es bis dahin noch ein langer Weg ist – die Saison hat erst Mitte Dezember begonnen – ein bisschen träumen ist erlaubt.

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